Smarte Beleuchtung: Ein Leitfaden für Neueinsteiger

Sie zaubern jede gewünschte Stimmung in unsere vier Wände, erhöhen die Sicherheit und helfen dabei auch noch, Energie effizient zu nutzen: Intelligente Beleuchtungssysteme sind vollkommen zu Recht zum Kassenschlager aufgestiegen. Mittlerweile ist die Vielfalt der Möglichkeiten derart überwältigend, dass guter Rat nicht teuer ist, sondern im Gegenteil bares Geld sparen kann. Wir wollen Dir mit diesem Überblick bei Deiner Kaufentscheidung helfen. Welche technischen Details Du beachten solltest, wie Du Deine smarte Beleuchtung bestmöglich ausrichtest, um eine tolle Lichtstimmung zu erzeugen und welche Features moderne Beleuchtungssysteme haben, erfährst Du hier.

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Smarte Lichtsteuerung – was ist das?

Schalter drücken: Licht an. Schalter erneut drücken: Licht aus. So war es früher. Und bei klassischen Lichtschaltern und Lampen ist das immer noch so. Aber heute ermöglichen es miteinander vernetzte Leuchtmittel, die Beleuchtung in einem Raum, in der Wohnung oder im ganzen Haus zu steuern. Oft ganz ohne Schalter, sondern über Buttons, Apps, Wearables oder Sprachbefehle. Du musst den Sessel nicht mehr verlassen, wenn Du mit einem Tastendruck die Beleuchtung jedes vernetzten Raums umgestalten möchtest. Nicht einmal in der Nähe Deiner Wohnung musst Du bei einigen Systemen sein – ein einziger Knopfdruck schaltet die Lampe in Deinem Schlafzimmer auch dann ein, wenn Du Dich gerade am anderen Ende der Stadt befindest.

Zusätzlich dazu gibt es zahlreiche tolle Features. Dimmen, farbiges Licht auswählen oder sogar die Farbtemperatur des Lichts variieren – die Möglichkeiten sind vielfältig und schaffen im Handumdrehen ein stimmungsvolles Zuhause. Wie weit Du in Sachen Smart Home und smarte Beleuchtung gehen willst, ist im Prinzip nur abhängig von Deinem Budget.

Smarte Lichtsteuerung: Wie funktioniert das?

Aktuell dominieren zwei Konzepte den Markt: Systeme mit Basisstation (auch: Zentrale, Bridge), und solche ohne Basisstation, die oft WLAN-Leuchten genannt werden.

Bei Systemen mit Zentrale funken die Leuchtmittel mit einem meist markeneigenen Funkstandard zu ihren Leuchten. Dabei ist die Zentrale je nach Anbieter mit einem Kabel oder per Funk mit dem Router in Deiner Wohnung verbunden. Über den Router steht der Kontakt zum Smartphone und damit zur App.

Bei Systemen ohne Zentrale kommunizieren die Leuchtmittel auf direktem Weg mit dem Router. Dadurch sind sie nur in Deinem WiFi-Netzwerk sichtbar.

Smarte Beleuchtung: Diese Features und Programme gibt es

Mit smarten Beleuchtungssystemen kannst Du individualisierte Programme erstellen, die Deine Beleuchtung effizienter machen oder kreative Szenarien abspielen. Mit Einbindung von Bewegungsmeldern zum Beispiel kannst Du nur Räume beleuchten, in denen sich gerade jemand aufhält. Das spart Energie und damit Geld. Der Sicherheit dient es auch: Das Risiko für Unfälle sinkt, wenn beim nächtlichen Betreten des Flurs automatisch gedimmtes Licht anspringt und man sieht, wohin man tritt.

Auch Zeitschaltungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit: Wechselnd beleuchtete Räume vermitteln den Eindruck einer genutzten Wohnung, auch wenn man mal nicht zuhause ist. Das schreckt Einbrecher ab.

Ebenso leicht zu programmieren ist eine weit stimmungsvollere Simulation: Ein inszenierter Sonnenaufgang über sanftes Hochdimmen warmen Lichts gestaltet das morgendliche Erwachen deutlich angenehmer.

Aufgepasst: Nicht alle Systeme sind miteinander kompatibel

Der Umstand, dass die smarten Beleuchtungssysteme der unterschiedlichen Anbieter bei der internen Kommunikation häufig eigene Funkstandards benutzen, ist kritisch – denn davon gibt es viele.

Nicht alle LED-Birnen, Lampen Leuchten und Schalter sämtlicher Hersteller können von Drittanbieter-Geräten angesteuert werden. Gerade die Produkte der Marktführer sind systemabhängig, manche Systeme sperren sogar Leuchtmittel oder Zubehör von Drittanbietern aus. Auf der anderen Seite lassen sich ausgesuchte Leuchtmittel in handelsübliche Lampen einbauen. Doch damit nicht genug: Wo kein Internetanschluss besteht, kann man sein System an eine Zentrale anschließen, die ein eigenes Netz über GPRS aufbaut. Wieder andere Modelle kommunizieren über WLAN und WiFi.

Bist Du jetzt verwirrt? Bei so vielen Möglichkeiten für smarte Beleuchtung wäre das kein Wunder. Jedoch: Es führt ein Weg hinaus.

Lichtplanung mit smarter Beleuchtung – so klappt’s!

Hier der Tipp: Lichtplanung bringt’s. Vor der Entscheidung für das eine oder gegen das andere System solltest Du Dir darüber klar werden, wo Du mit deiner Smart Home-Lichtsteuerung hinwillst. Dann überprüfst Du, welche Möglichkeiten der Markt bereithält. Und erst, wenn Du genügend Informationen zu Produktwelt und -nutzung gesammelt hast und keine wichtigen Fragen mehr offen sind, triffst Du Deine Wahl.

Die Analyse: Welche Ausgangslage hast Du für Deine smarte Beleuchtung?

Definiere zunächst einmal deine Ausgangslage. Also die räumliche Situation, das digitale Umfeld, Haustechnik – und nicht zuletzt Deinen finanziellen Verfügungsrahmen. Stichwort räumliche Situation: Du solltest auf jeden Fall wissen, wie man für ein angenehmes Licht in einem Raum sorgt:

So inszenierst Du Licht im Raum

Unterscheiden lassen sich drei Arten der Beleuchtung:

  • Grundbeleuchtung: Eine Hauptlichtquelle sorgt für die allgemeine Ausleuchtung eines Raums.
     
  • Platzbeleuchtung: Eine gezielt gesetzte Lichtquelle erhellt einen ausgewählten Bereich. Zum Beispiel: Die Stehleuchte dient als Leselampe neben dem Sofa.
     
  • Stimmungslicht: Indirekte Beleuchtung und Spots setzen Akzente und Highlights.

Mit diesem Wissen kannst Du bereits grundlegend einschätzen, wo Du Geräte für die smarte Beleuchtung einsetzen solltest.

 

Smarte Beleuchtung Highlights im Vergleich

 

 

Smarte Beleuchtung: Welches System ist für mich das richtige?

Formuliere eine Zielvorstellung für Deine gewünschte Lichtsteuerung und überprüfe das Angebot auf Beleuchtungssysteme, die Deinen Wünschen entsprechen. Aktuelle Produkttests zu allen relevanten Geräten geben Dir zum Beispiel einen guten Überblick über Preis, Kompatibilität mit Drittanbieter-Produkten und spezielle Features. Zu guter Letzt hat auch ein informatives Gespräch mit einem kompetenten Fachverkäufer selten geschadet. Lass Dich beraten, welches smarte Beleuchtungssystem zu Dir, Deiner Wohnung und Deinem Budget passt. Auf diese Weise sollte einem eventuellen Fehlkauf ausreichend vorgebeugt sein.

Sprachsteuerung bei smarter Beleuchtung – Was muss ich dabei beachten?

Alles easy: Über digitalen Assistenten lassen sich smarte Beleuchtungssysteme durch einfache Sprachkommandos steuern. So weit zumindest die Theorie. Damit der Zauber der Technik nicht schon nach den ersten Versuchen verblasst, solltest Du den anzusteuernden Leuchten einprägsame Namen geben, die Du Dir merken kannst und die von der Maschine verstanden und zugeordnet werden können.

Übrigens – Sprachsteuerung ist keine Voraussetzung für die Umsetzung kreativer Licht-Szenarien. Alle Leuchtmittelhersteller haben ihren Produkten einen digitalen Kommandostand zur Seite gestellt: Die App auf dem Smartphone genügt.

Leuchtmittel-Kunde: Passt die smarte Beleuchtung in jede Fassung?

Wenn Du Dir eine WLAN-Leuchte zulegen möchtest, solltest Du wissen, ob diese auch wirklich in deine Lampenfassung passen wird. Haushaltsübliche Lampenfassungen sind genormt. Verbreitet sind die Standards E 14, E 24 und GU 10. Die Bezeichnung der Standards fußt auf dem Durchmesser der Fassungen in Millimetern. Dementsprechend steht E 14 für die kleine „Glühkerze“, E 27 für die Standard-Glühbirne und GU 10 für Halogenstrahler. LED-Leuchtmittel haben auf ihrem Siegeszug in unsere Wohnungen die Glühbirne mit Wolframdraht oder die Leuchtstoff-Energielampe fast vollständig vom Markt verdrängt. Obwohl für genormte Fassungen produziert, sind sie dabei etwas größer als ihre klassischen Vorgänger. Auch wenn die WLAN-LED-Leuchten in alle Standard-Fassungen passen, heißt das nicht automatisch, dass sie auch in allen Lampen Platz haben. Tipp beim Kauf: vorher die Ziellampe ausmessen.

Achtung: Auch smarte Leuchtmittel verbrauchen Energie

LED-Leuchtmittel haben im Vergleich zu ihren Vorgängern bei Betrieb einen bis zu 90% niedrigeren Energieverbrauch. Das ist gut für den Geldbeutel und gut für die Umwelt. Aber wo Licht ist, da ist auch Schatten: Um smart zu sein, verweilen die Leuchten rund um die Uhr im Standby Modus – und das verbraucht Strom. Bei smarten Leuchtmitteln für den derzeit meistgenutzten Funkstandard beläuft sich das auf die Größenordnung von etwa 3 Prozent der Betriebsauslastung, auch wenn die Lampe nicht leuchtet.

Kaltweiß oder farbig? Mit Licht die Stimmung beeinflussen

Der Mensch lebt nicht von Luft und Liebe, er braucht auch Licht. Farbe und Farbtemperatur des Lichts beeinflussen unseren Biorhythmus und damit unsere Psyche, das Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit. Richtiges Licht zur richtigen Zeit stärkt unseren Organismus.

Biorhythmus, das ist mit anderen Worten unsere innere Uhr. Wann wirst Du müde? Wann wachst Du auf? Alles eine Frage des Hormonhaushalts. Cortisol macht Dich wach und hält die Konzentration hoch, Melatonin lässt Dich ermüden und sorgt dafür, dass Du nachts schläfst. Die Voraussetzung für eine gesunde Wechselwirkung der beiden Hormone ist natürliches Licht. Das heißt: Der Taktgeber Deines Biorhythmus ist die Sonne.

Smart Home-Lichtsteuerung macht’s möglich: Mit der richtigen Programmierung entsprechend platzierter LED-Leuchten kannst Du zuhause den Verlauf des Tageslichts simulieren. Kaltweiße Leuchtelemente mit einer Lichtfarbe im Bereich zwischen 6.000 und 8.000 Kelvin fördern tagsüber die Aktivität und steigern die Konzentration. Warmes Licht mit einer Temperatur von 3.300 Kelvin und darunter begleitet Dich über den Sonnenuntergang in die Nachtruhe.

Farbiges Licht wirkt. Jetzt musst Du es nur noch richtig anwenden. Du kommst nicht richtig in die Gänge? Violettes Licht wirkt anregend. Auf der Suche nach der zündenden Idee? Grün regt deine Kreativität an. Du willst den Feierabend genießen? Mach es Dir bei rotem Licht gemütlich. Du siehst: Smarte Beleuchtung kann Dir dabei helfen, produktiver und gleichzeitig entspannter zu leben.

Smarte Beleuchtung: Ausreichend informiert? Dann ran ans Licht

Hat Dir dieser kleine Leitfaden geholfen? Ja, es ist ein komplexes Thema, aber mit den richtigen Infos findest Du sicher die passende Lösung für Dich. Und jetzt wünschen wir Dir viel Vergnügen mit Deiner smarten Beleuchtung!

Veröffentlich am 12.07.2018
Aktualisiert am 18.12.2018