Handyladegerät Ratgeber: So findest du das passende Ladegrät für dich!

Wie finde ich das richtige Ladegerät für mein Smartphone?

Das Smartphone ist zum unverzichtbaren Alltagsbegleiter geworden. Wir benötigen es längst nicht mehr nur zum Telefonieren: Auf Whatsapp, das Streamen von Musik sowie der Lieblingsserie oder auf das integrierte Navigationsgerät möchten wir nicht mehr verzichten. Doch geht der Akku bei diesen Belastungen schnell in die Knie. Jeder Smartphone-Nutzer kennt wohl das unbehagliche Gefühl, wenn das Gerät vor einem niedrigen Ladestand warnt und in den Energiesparmodus gehen möchte. Um solche Probleme zu vermeiden, ist ein passendes Handy Ladegerät ("Charger") unverzichtbar. Wir möchten dir dabei helfen, ein passendes Modell für jede Situation zu finden.

 

Handy Ladegeräte: Diese drei Arten sind zu unterscheiden

Handy Ladegeräte lassen sich grundsätzlich nach vier Varianten unterscheiden:

  • "Klassische" Ladegeräte, die du bereits mit dem Smartphone erhältst.
  • Mobile Charger, mit denen Smartphone auch unterwegs aufgeladen werden können.
  • KFZ-Ladegerät, um das Handy im Auto aufzuladen.
  • Induktionsladegeräte, mit denen sich Handys kabellos aufladen lassen.
Grundsätzlich lassen sich auch andere Geräte wie Tablets oder Laptops mit klassischen sowie mobilen Ladengeräten aufladen. Für Induktionscharger gilt dies nicht. Diese laden neben Smartphones bestenfalls bestimmte Smartwatches und MP3-Player auf.

I. Klassische Handy-Ladegeräte

Klassische Charger bestehen in der Regel aus einem Netzteil und einem zugehörigen USB-Kabel. Früher vertrauten die Smartphone-Hersteller auf unterschiedliche Anschlüsse an ihren Geräten. Das Ladekabel eines Herstellers ließ sich so nicht für das Gerät eines anderen Anbieters nutzen. Dies hat sich inzwischen geändert. Die meisten Hersteller sind erst zu Micro-USB- und inzwischen in vielen Fällen zu USB-C-Kabeln übergegangen. Einzige prominente Ausnahme ist Apple, das weiterhin auf seine Lightning-Kabel vertraut.

Das Ladegerät eines Herstellers kann problemlos für ein "fremdes" Smartphone verwendet werden. Vorsicht walten lassen sollte man lediglich bei Billigprodukten. Britische Verbraucherschützer haben beispielsweise entdeckt, dass sehr günstige Apple-Charger aus China nicht ausreichend isoliert waren. Sie bedeuten nicht nur eine Gefahr für das angeschlossene Gerät, sondern auch für die eigene Gesundheit. Ansonsten gilt: Smartphones entscheiden selbst, wie viel Strom sie entnehmen.Eine Überladungsgefahr besteht deshalb nicht.

Alternative Charger kaufen - darauf ist zu achten

Wer ein alternatives Ladegerät erwerben möchte, hat eine große Auswahl. Vermutlich spielst du mit dem Gedanken, ein Gerät mit mehreren USB-Anschlüssen ("Ports") zu erwerben. Dabei solltest du allerdings auf einen Faktor achten: Die Ladekapazität gilt für stets alle Ports zusammen. Hat ein Charger also beispielsweise eine Leistung von 4,8 mAh und zwei USB-Ports, können beide jeweils nur mit einer Kapazität von 2,4 mAh laden. Gerade bei sehr günstigen Geräten mit vielen Ports kann dies irreführend sein. Die Ladeleistung sieht eigentlich zufriedenstellend aus, teilt sich dann aber zu stark auf. Die günstigen Charger laden ein Smartphone deshalb auch dann sehr langsam auf, wenn nur das Handy angeschlossen ist. Qualitätsladegeräte mit mehreren Anschlüssen kommen hingegen mit einer hohen Ladeleistung.

Die Akkukapazität und der Ladestrom sollten in der Dokumentation deines Smartphones vermerkt sein. Der Ladestrom steht häufig zudem auch auf dem mitgelieferten USB-Kabel. Auf dem Charger selbst findest du Angaben zur Ladeleistung.

 

Schnell-Ladegeräte ("Quick Charger") sollten Handys in kürzester Zeit wieder aufladen. Innerhalb von zehn Minuten werden teilweise beispielsweise bis zu 50 Prozent des Akkus wiederhergestellt. Insgesamt wird die Ladezeit durchschnittlich um ein Drittel verkürzt. Ob eine Schnellladung möglich ist, hängt wesentlich vom verbauten Prozessor ab. Qualcom, der die Prozessoren für viele Android-Smartphones fertigt, hat beispielsweise eigens eine Quick-Charge-Technologie entwickelt, durch die der Prozessor zusätzlichen Strom in den Akku fließen lassen kann. Beim Samsung Galaxy S8 kommt "Quick Charge 4.0" zum Einsatz. Die Prozessoren von Apple bieten einen ähnlichen Vorzug. Insgesamt gilt: Viele Smartphones unterstützen eine Schnellladefunktion, obwohl dies vom Hersteller nicht angegeben wird. Grundsätzlich ist die Schnellladefunktion nicht davon abhängig, ob über ein Kabel oder kabellos geladen wird. Bei Varianten sind möglich.

II. Mobile Ladegeräte – Powerbanks

Die größte Gefahr, dass der Strom deines Smartphones genau zur falschen Zeit zur Neige geht, besteht unterwegs. Wenn du beispielsweise dein Handy zum Navigieren nutzt, Whatsapp-Nachrichten über die Sprachsteuerung versendest und das Gerät via Bluetooth mit deiner Smartwatch gekoppelt hast, sinkt die Lebensdauer auf wenige Stunden. Helfen können in solchen Momenten mobile Ladegeräte. Gemeinhin werden diese als Powerbanks bezeichnet. Tatsächlich existieren allerdings unterschiedliche mobile Charger:

  • Power Cases: Hierbei handelt es sich im Prinzip um Handyhüllen, die Energie an das Smartphone abgeben können.
  • Externe Akku Blocks: Der Name deutet es schon an: Es handelt sich um tragbare Akkus. Sie sind verhältnismäßig schwer, haben dafür aber eine große Ladeleistung.
  • Outdoor Powerbank: Hierbei handelt es sich um eine besonders robuste Powerbank, die auch mit Stürzen problemlos umgehen kann. Häufig sind diese Ladegeräte zudem wasserfest und staubgeschützt.
Egal, für welches mobile Ladegerät du dich entscheidest, zwei Qualitäten sollte es stets besitzen. Erstens benötigt es zwingend einen Überhitzungsschutz. Smartphones und Charger werden schnell warm. Werden sie jedoch zu heiß, kann der Akku im Handy erheblichen Schaden nehmen. Dies muss beispielsweise eine Powerbank ausgleichen. Zweitens sollte das mobile Ladegerät einen Kurzschluss-Schutz bieten. Dies dient ebenfalls dem Schutz des Handys.

Mobiles Ladegerät/ Powerbank kaufen – darauf solltest du achten

Art des Anschlusses

Bei älteren Powerbanks gab es einen Wildwuchs zwischen unterschiedlichen Anschlussarten. Einige dieser Modelle sind noch immer auf dem Markt, inzwischen jedoch deutlich günstiger. Ein mobiles Ladegerät sollte mindestens einen Micro-USB-Anschluss bieten. Idealerweise verfügt es über einen USB-C-Anschluss, weil damit auch Laptops geladen werden können.

Zahl der Anschlüsse

Die meisten Powerbank sind mit einem bis zwei Anschlüsse ausgestattet. Es gibt zwar Modelle mit weiteren Ports. Diese kosten allerdings spürbar mehr. Du solltest dir deshalb gut überlegen, ob mehr als zwei Anschlüsse tatsächlich notwendig sind.

Mehr Volumen = mehr Gewicht

Die kleinsten mobilen Charger haben ein Volumen von etwa 2000 mAh. Wie oben gezeigt, reicht dies, um beispielsweise ein iPhone einmal komplett aufzuladen. Die Geräte haben die Größe und das Gewicht eines Stiftes. Mit zunehmendem Volumen steigt das Gewicht. Die Mobilität leidet in der Folge. Eine Powerbank mit einem Ladevolumen von 30.000 mAh ist beispielsweise für Smartphones nicht mehr zweckdienlich. Sie kann den Akku eines aktuellen Macbooks Pro 1,5 Mal aufladen, allerdings wiegt das Ladegerät dafür durchschnittlich auch schon 500 Gramm.

Es gibt eine nützliche Faustregel, die dir helfen kann, das richtige Volumen für dein mobiles Ladegerät zu finden: Mit 10.000 mAh kannst du ein Smartphone durchschnittlich fünf Mal komplett aufladen. Alternativ kannst du ein Smartphone und ein Tablet je einmal aufladen und behältst zusätzlich einen kleinen Rest zurück. Wenn du nicht glaubst, dass du damit auskommst, kaufe im Zweifel dein Ladegerät lieber etwas größer.

Verarbeitungsqualität

Mobile Ladegeräte müssen in der Regel mit großen Belastungen umgehen können. Oft werden sie beispielsweise in einer Tasche wild umher geschleudert. Sie sollten deshalb eine ausgezeichnete Verarbeitungsqualität aufweisen. Außen sind sie idealerweise aus einem Metall wie Aluminium gefertigt.

III. KFZ-Ladegerät

Das KFZ-Ladegerät zählt streng genommen auch zu den mobilen Chargern. Da es gewöhnlich nur einen Einsatzort kennt, soll es seinen eigenen Abschnitt erhalten. Geeignet ist ein KFZ-Ladegerät vor allem für ältere Fahrzeuge, die noch nicht ab Werk über einen USB-Anschluss verfügen. Das Netzteil verfügt über einen Anschluss für eine 12 Volt-Ladebuchse, die man früher für den Zigarettenanzünder benötigte. Obwohl die Anzünder inzwischen nicht mehr verbaut werden, ist die Buchse immer noch vorhanden. Das Netzteil verfügt überdies über einen oder mehrere USB-Ports. Für jene gelten die identischen Regeln, die schon für die klassischen Ladegeräte erläutert wurden.

Welche Geräte können über ein KFZ-Ladegerät aufgeladen werden?

Die KFZ-Charger sind inzwischen zumeist mit USB 3.0- oder 3.1-Ports ausgestattet. Allerdings sind noch einige Modelle mit USB 2.0-Anschlüssen im Umlauf. Diese laden wesentlich langsamer. Gerade bei sehr günstigen Angeboten solltest du deshalb genau die Herstellerbeschreibung lesen, worum es sich handelt. Grundsätzlich gilt die Faustregel, dass alle Geräte, die sich über einen Rechner laden lassen, auch über ein KFZ-Ladegerät mit frischer Energie versorgt werden können.

Der große Vorteil von KFZ-Ladegeräten für das Handy

Gerade im Auto werden Smartphones häufig stark gefordert. Sie navigieren, sind über Bluetooth mit dem Radio verbunden und streamen Musik. Der Akku kann mit einer derart starken Belastung nicht lange umgehen. Bei Fahrten von mehreren Stunden muss dein Handy in jedem Fall an Strom. Ein KFZ-Ladegerät löst dieses Problem elegant.

KFZ-Ladegerät kaufen – Darauf ist zu achten

Status-LED

Ladegeräte für das Auto sollten in jedem Fall über eine LED verfügen, die anzeigt, ob Strom fließt. Durch die besondere Beschaffenheit der Buchse verrutschen die Charger leicht. Dies wird vom Nutzer oft nicht bemerkt, was sehr ärgerlich werden kann. Über eine gut sichtbare LED kann dieses Problem sofort ausgeschlossen werden.

Ladeleistung

Insbesondere sehr billige KFZ-Ladegeräte verfügen nur über eine unzureichende Ladeleistung. Da du ein Smartphone in der Regel zeitgleich stark forderst, kann es Probleme geben. Ist die Ladeleistung zu gering, kann es sogar sein, dass der Ladevorgang überhaupt nicht beginnt.

Schutzvorrichtungen

Auch KFZ-Ladegeräte sollten über einen Überhitzungs- sowie einen Kurzschluss-Schutz verfügen. Insbesondere letztere treten bei Billig-Angeboten aus Fernost gerne auf und können erheblichen Schaden in deinem Smartphone verursachen.

Grundsätzlich solltest du dein Handy mit jedem passenden USB-Kabel über das KFZ-Ladegerät mit Energie versorgen können. Da die USB-Anschlüsse genormt sind, dürfte es keine Probleme geben. Wenn das Ladegerät mit einem Kabel arbeitet und mit einem anderen nicht, ist vermutlich das zweite Kabel defekt.

IV. Induktionsladegeräte

Induktionsladegeräte sind spätestens 2017 im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit angekommen. Seit diesem Zeitpunkt lassen sich auch iPhones entsprechend laden. Optisch sehen sich alle Geräte sehr ähnlich: Es ist eine Art Matte, auf die das Handy gelegt wird. Dadurch wird der Ladevorgang angestoßen. Was hingegen deutlich unbekannter ist, dass es zwei Standards gibt, nach denen Induktionsladegeräte arbeiten können: Qi und PMA.

Qi und PMA – was ist der Unterschied?

Qi (das chinesische Wort für "Lebensenergie") ist der deutlich ältere Standard. Entsprechend wird er von mehr Herstellern unterstützt. Seine Verbreitung ist entsprechend größer. Eigentlich ist dies jedoch bedauerlich, denn PMA ("Powermat") ist etwas schneller und bietet zusätzliche Features. Beispielsweise können Daten darüber gesichert werden, wie lange ein Nutzer damit verbringt, sein Gerät aufzuladen. Gerade im Business-Bereich ist dies sehr gefragt. Unternehmen wie Starbucks oder Delta Airlines haben deshalb in den USA damit begonnen, PMA-Ladestationen in ihre Tische zu integrieren.

Qi und PMA schließen sich häufig gegenseitig aus

Das Problem ist, dass dich die meisten Smartphones zu einem "Entweder/Oder" zwingen. In die Geräte ist eine magnetische Matte integriert, die für die Induktionsladung benötigt wird. In den meisten Smartphones besteht nicht genügend Platz für beide Matten. Das einzige Unternehmen, das wirklich konsequent beide Induktionsladearten offeriert, ist Samsung. Ansonsten gilt: Du benötigst das Ladegerät, das den Standard deines Handys unterstützt. Zumeist ist dies noch Qi.

Induktionsladegeräte – Darauf ist beim Kauf zu achten

Ladegeschwindigkeit

Induktionsladegeräte sind langsamer als kabelgebundene Charger. Allerdings gibt es diesbezüglich erhebliche Abstufungen. Samsung bietet seine Induktionsladegeräte beispielsweise mit einer Schnellladefunktion an (die allerdings nur für die hauseigenen Handys funktioniert).

Wie muss das Handy platziert werden?

Einige kabellose Ladegeräte verlangen, dass das Handy auf eine bestimmte Weise aufgelegt werden muss. Ansonsten lädt es nicht. Teurere Charger gestatten diesbezüglich mehr Spielraum.

Status-LED

Das Ladegerät sollte über eine LED verfügen, die anzeigt, ob Strom fließt. So weißt du, ob dein Handy möglicherweise nicht korrekt aufliegt. Gängig zeigt ein blaues Licht an, dass geladen wird. Eine grüne LED weist auf einen abgeschlossenen Ladevorgang hin.

Überspannungsschutz: Vorsicht vor billigen Geräten

Selbstverständlich sollten auch Induktionsladegeräte über einen Überhitzungs- bzw. einen Kurzschlussschutz verfügen. Noch wichtiger ist allerdings ein Überspannungsschutz. Sehr billige Geräte haben diesbezüglich Probleme und weisen schnell Defekte auf.

Möglicherweise weißt du nicht, ob dein Handy kabellos aufladen kann. In der Regel lässt sich dies sehr leicht ausschließen. Die Rückseite des Smartphones muss aus Glas bestehen, um einen Stromfluss zu ermöglichen. Tut sie das nicht, kann dein Handy nicht ohne Kabel geladen werden.

 

Klassisches Ladegerät

Induktionsladegerät

Kabel zum Aufladen notwendig

Schnellladefunktion

herstellerabhängig

herstellerabhängig

Preis

beginnend im einstelligen Euro-Bereich

ab etwa 15 Euro

Fazit: Nicht an der falschen Stelle sparen

Es gibt verschiedene Gründe, ein neues Handy Ladegerät zu kaufen. In jedem Fall solltest du beim Kauf aber nicht an der falschen Stelle sparen. Zu günstige Geräte bergen zu große Gefahr. Du bringst mindestens dein Handy und im schlimmsten Fall sogar dich selbst in Gefahr. Gib lieber etwas mehr aus und entscheide dich für Qualität, von der du auch langfristig noch profitierst.

Veröffentlich am 01.10.2018
Aktualisiert am 20.11.2018