Welcher Kaffeevollautomat passt zu mir? Der Ratgeber für Genießer

Kaffeevollautomaten liegen im Trend. Vor allem am Arbeitsplatz schätzen viele Menschen die Möglichkeit, in kurzer Zeit und auf Knopfdruck verschiedene Kaffeespezialitäten zuzubereiten. Dazu kommt, dass das Ergebnis bei hochwertigen Automaten fast so gut schmeckt wie beim Lieblingsitaliener um die Ecke.

Doch wie funktioniert ein Kaffeevollautomat, für wen ist er die richtige Wahl und worauf solltest Du achten, wenn Du Dir ein neues Gerät kaufst? Hier findest Du Antworten auf diese und andere Fragen. Außerdem beschäftigen wir uns damit, welche Eigenschaften guten Kaffee ausmachen und welche Tricks für besonders viel Geschmack sorgen.

 

Wie ein Kaffeevollautomat funktioniert

Im Grunde genommen macht ein Kaffeevollautomat das, was beim Lieblingsitaliener der Barista übernimmt:

  1. Ein integriertes Mahlwerk mahlt die richtige Menge an Bohnen für das gewünschte Getränk.
  2. Die Brüheinheit presst das so entstandene Kaffeepulver zu einem „Puck“.
  3. Das von einem Boiler oder Thermoblock erhitzte Wasser durchströmt das Pulver.
  4. Die vorgegebene Menge an Kaffee fließt in die bereitgestellte Tasse.

Zusätzlich erledigt ein Kaffeevollautomat je nach Modell eine Reihe anderer Vorgänge. Dazu gehören das Aufschäumen von Milch für Cappuccino und Co. – bei einem Kaffeevollautomaten mit Milchbehälter ganz praktisch in der Maschine – und das Spülen der Leitung in regelmäßigen Abständen. Hochwertige Geräte reinigen sich selbst, was den Komfort noch einmal deutlich erhöht.

Die Vorteile eines Kaffeevollautomaten

Zu den großen Vorteilen von Kaffeevollautomaten gehört ihre einfache Bedienung. Statt Bohnen zu mahlen und in einen Siebträger einzufüllen, genügt es, eine Tasse unter die Maschine zu stellen und auf den Knopf zu drücken. Auch mehrere Tassen Kaffee lassen sich auf diese Art schnell zubereiten. Mit selbstreinigenden Maschinen sparst Du zusätzlich Zeit für Reinigung und Wartung.

Dabei schmecken Kaffeespezialitäten aus einem guten Kaffeevollautomaten fast so wie die Erzeugnisse echter Espressomaschinen. Schließlich ist der Kaffeegenuss mit Kaffeevollautomaten billiger als mit Kapselmaschinen und deutlich weniger umweltschädlich. Wer sich also mit gewöhnlichem Filterkaffee nicht zufriedengeben und Zeit bei der Zubereitung und Kosten sparen will, der sollte einmal einen Blick auf Kaffeevollautomaten werfen.

Die Nachteile eines Kaffeevollautomaten

Allerdings haben die kompakten Geräte auch Nachteile. Dazu gehört, dass ihr Kaffee im Geschmack „echtem“ Espresso zwar ziemlich nahekommt, gute Siebträgermaschinen haben aber in dieser Hinsicht die Nase vorn. Ein Grund dafür ist, dass sich der Puck mit einer „echten“ Espressomaschine stärker verdichten lässt.

Wird bei einem Kaffeevollautomaten eine Reparatur notwendig, muss der Fachmann ran. Denn die Geräte sind zwar leicht in der Bedienung, aber kompliziert im Aufbau. Auch etwas tiefer in die Tasche greifen musst Du für Kaffeevollautomaten. Zwar gibt es gute Einsteigergeräte schon für wenige hundert Euro, für Topqualität zahlst Du jedoch in der Regel einen Preis von über 1000 Euro.

Noch einmal die Vor- und Nachteile von Kaffeevollautomaten in der Zusammenfassung:

Vorteile Nachteile
Einfach zu bedienen Kein "echter Espresso"
Geringer Zeitaufwand für Zubereitung und Wartung Kaffeevollautomat-Reperatur nur durch den Fachmann
Wenig kostenintensiv  Mehr als ein oder maximal zwei Tassen lassen sich nicht gleichzeitg zubereiten
Umweltfreundlicher als Kapselmaschinen Hoher Preis
Aromatischer Geschmack   

 

Für wen ein Kaffeevollautomat geeignet ist

Kaffeevollautomaten sind der ideale Kompromiss aus gutem Geschmack und maximalem Komfort bei Zubereitung und Reinigung. Sie eignen sich sehr gut für Büros oder andere Orte, an denen mehr Menschen zusammenkommen und die Zeit knapp ist. Aber auch für zu Hause ist ein solches Gerät eine lohnende Anschaffung. Wer einen hundertprozentig authentischen Espressogeschmack möchte, der sollte auf andere Arten der Zubereitung zurückgreifen. Und wer mit Filterkaffee voll und ganz zufrieden ist, kann sich das Geld für einen Kaffeevollautomaten ebenfalls sparen.

Auf was Du beim Kauf von Kaffeevollautomaten achten solltest

Wenn Du Dir einen neuen Kaffeevollautomaten kaufen willst, hast Du die Möglichkeit, Dich an diversen Tests und Vergleichen zu orientieren, um den besten Kaffeevollautomaten für Deine Bedürfnisse zu finden. So hat die Stiftung Warentest erst 2017 einen Kaffeevollautomat-Testsieger gekürt.

Davon abgesehen gibt es einige zentrale Eigenschaften, auf die Du bei der Auswahl besonders achten solltest.

Das Mahlwerk – entscheidend für die Qualität

Wie gut der Kaffee aus einem Kaffeevollautomaten schmeckt, hängt entscheidend von der Qualität des Mahlwerks ab. Dabei spielt das Material an sich eine untergeordnete Rolle. Denn auch wenn viele Fans von Kaffeevollautomaten auf Keramikmahlwerke schwören, gibt es Mahlwerke aus Stahl, die diesen ebenbürtig sind

Auch bei der Bauart von Mahlwerken stehen Dir zwei Optionen zur Verfügung:

  • Kegelmahlwerk: Dieses Mahlwerk zerkleinert die Kaffeebohnen zwischen einer Aussparung und einem Kegel.
  • Scheibenmahlwerk: Hier wird der Kaffee zwischen zwei aufeinanderliegenden Scheiben gemahlen. Je nachdem, wie groß der Abstand zwischen beiden Scheiben ausfällt, verändert sich der Mahlgrad.

Auch in dieser Hinsicht lässt sich schlecht festhalten, dass eine Form des Mahlwerks besser ist als die andere. Scheibenmahlwerke sind leiser, Kegelmahlwerke benötigen weniger Platz in der Maschine.

Insgesamt ist es vorteilhaft für ein homogenes und aromatisches Ergebnis, wenn das Mahlwerk groß ausfällt und im Betrieb eine hohe Geschwindigkeit aufweist. Nur selten und in Geräten mit einem sehr niedrigen Preis verbaut sind Schlagmahlwerke, die über Schlagmesser funktionieren. Sie bringen den Nachteil mit, dass sie sich stark erhitzen. Dies wirkt sich ungünstig auf das Aroma des Kaffees aus. Außerdem lässt sich die Feinheit des Kaffeepulvers bei diesem Mahlwerk nicht einstellen.

Deshalb der Tipp: Entscheide Dich für einen Kaffeevollautomaten mit einem Scheiben- oder Kegelmahlwerk. Achte außerdem darauf, dass sich der Mahlgrad individuell einstellen lässt.

Der Druck

Mehr ist mehr, oder? Nicht unbedingt. Zumindest was den Druck betrifft, mit dem Kaffeevollautomaten das erhitzte Wasser durch das Kaffeepulver jagen, solltest Du Dich nicht von hohen Zahlen blenden lassen. Denn der ideale Wert für einen Espresso beziehungsweise das Kaffeevollautomaten-Imitat eines Espressos ist und bleibt 9 Bar. Ist der Druck zu hoch, wird das Ergebnis bitter. Das bedeutet aber auch, dass Du bei einem niedrigeren Druck Abstriche beim Geschmack machen musst. Wer seinen Kaffee richtig zubereiten will, braucht die goldene Mitte. Die optimale Wassertemperatur liegt übrigens zwischen 90 und 95 Grad.

Milchschäumsystem

Aufgeschäumte Milch ist ein Muss für viele Kaffeespezialitäten. Ein Kaffeevollautomat mit Milchbehälter, der in der Maschine integriert ist, übernimmt diesen Vorgang vollautomatisch. Die Alternative besteht in einem Schlauch, der in einen externen Milchbehälter gehängt wird. Komfortabel ist in jedem Fall Ersteres. Allerdings wirkt sich Zweiteres auf den Preis aus.

 

Bedienung und Funktionsvielfalt

Ein wichtiges Argument für einen Kaffeevollautomaten ist die leichte Bedienung. Wie angenehm diese ausfällt, hängt vom Gerät ab. Wichtig ist, dass sich Nutzer schnell zurechtfinden und möglichst wenige Knöpfe drücken müssen, um die Kaffeespezialität ihrer Wahl zu genießen. Hochwertige Kaffeevollautomaten punkten zusätzlich mit vielen Funktionen. Das fängt bei der Auswahl der Getränke an, die die Maschine zubereitet. Latte Macchiato zum Beispiel gehört, anders als Cappuccino, bei günstigen Automaten nicht zum Standard. Außerdem besteht teilweise die Möglichkeit, individuelle Rezepte zu programmieren. Diese Option entscheidet jedoch weniger darüber, ob ein Automat für Dich den Titel „bester Kaffeevollautomat“ verdient.

Tipp: Denke schon beim Kauf an Wartung und Reinigung. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass sich die Brühgruppe des Automaten herausnehmen lässt. Eine automatische Reinigung erhöht den Komfort auf lange Sicht erheblich.

Das Material

Edelstahl sieht nicht nur schöner aus als Plastik. Es hat sogar positive Auswirkungen auf den Geschmack von Kaffee. Denn besteht eine Maschine aus zu viel Kunststoff, ist das Risiko hoch, dass das Kaffeepulver auf dem Weg hängenbleibt. Dann fällt das Ergebnis schnell anders aus als erhofft, außerdem entsteht auf diese Art oft Schimmel.

Weitere wichtige Info zum Kaffeevollautomaten

Bei der Größe des Wassertanks eines Kaffeevollautomaten geht es vielen Menschen so wie beim Druck. Es entsteht automatisch der Eindruck, größer sei besser. Dabei gilt das allenfalls dann, wenn viele Menschen ständig Kaffee zubereiten wollen. In diesem Fall sparst Du Dir mit einem großen Tank das lästige Auffüllen. In anderen Fällen ist ein kleinerer Wassertank sogar von Vorteil. Er zwingt Dich und andere Nutzer dazu, regelmäßig frisches Wasser nachzufüllen. Bei der Erhitzung des Wassers geht der Trend hin zum Thermoblocker. Dieser erhöht die Temperatur schneller als ein herkömmlicher Boiler.

Checkliste für den Kauf

Zusammengefasst spielen folgende Kriterien eine zentrale Rolle beim Kauf von Kaffeevollautomaten:

  • Art, Größe und Geschwindigkeit des Mahlwerks
  • Druck und Wassertemperatur
  • Milchschäumsystem
  • Funktionsvielfalt und Bedienung
  • Material

Schließlich gilt auch bei Kaffeevollautomaten: Qualität hat Ihren Preis. Zwar erhältst Du günstige Automaten, die guten Kaffee produzieren, schon zu fairen Preisen. Wer hohe Ansprüche hat, muss aber bereit sein, mehr auszugeben.

Tipps für die Wartung

Die richtige Pflege wirkt sich entscheidend auf die Lebensdauer von Kaffeevollautomaten aus. Hochwertige Geräte übernehmen selbst einen Teil der Arbeit. Hin und wieder musst Du aber auch hier noch selbst ran. Das schließt ein, die Brüheinheit des Automaten regelmäßig herauszunehmen und unter fließendem Wasser zu reinigen. Außerdem solltest Du selbst Geräte mit integriertem Wasserfilter zwei bis drei Mal im Jahr entkalken.

Kurze Kaffeekunde – Tipps für das ultimative Geschmackserlebnis

Nicht nur auf den Automaten kommt es an, auch der Kaffee selbst spielt eine zentrale Rolle für den Genuss. Zudem gibt es ein paar Tipps, die Dir dabei helfen, Kaffee richtig zu lagern.

Der Unterschied zwischen Arabica und Robusta

Wenn Du Kaffee kaufst, besteht dieser in der Regel aus Bohnen der Kaffeepflanzen Arabica und Robusta. Arabica nimmt einen besonders großen Anteil an. Angebaut wird die Pflanze vorrangig in Kolumbien, Kenia und Brasilien. Kaffee aus Arabica-Bohnen ist wegen seines starken Aromas sehr beliebt. Robusta Bohnen enthalten mehr Koffein und sorgen für einen herben Geschmack. Sie werden in erster Linie in Indonesien, Brasilien und der Elfenbeinküste angebaut. Meist bekommen Kunden im Handel eine Mischung aus Arabica und Robusta. Beachte, dass reiner Arabica-Kaffee zwar als sehr hochwertig gilt. Für den typischen Espresso-Geschmack und eine schöne Crema ist jedoch ein gewisser Anteil Robusta notwendig. Andere Kaffeesorten sind vergleichsweise selten.

Merkmale von gutem Kaffee

Guten Kaffee zu erkennen ist alles andere als leicht. Wer Wert auf hohe Qualität legt, kauft seinen Kaffee nicht im Supermarkt, sondern von kleinen Röstereien und lässt sich bei der Auswahl beraten. So lassen sich auch Details zu den folgenden wichtigen Eigenschaften von Kaffee herausfinden:

  • Frisch geröstet: Je mehr Zeit zwischen dem Rösten und dem Kaffeegenuss liegt, desto eher geht das Aroma verloren. Möchtest Du Kaffee richtig zubereiten, tust Du dies am besten ein bis drei Monate nach dem Rösten.
  • Trommelröstung: Große Hersteller setzen allein wegen der Zeitersparnis auf die industrielle Röstung. Bekömmlicher und geschmackvoller ist Kaffee aus handwerklicher Trommelröstung. Diese baut Bitterstoffe und Säuren besser ab.
  • Rösttiefe: Der Geschmack von Kaffee variiert, je nachdem wie hell oder dunkel er geröstet ist. Bei zu dunklen Bohnen schmeckt man häufig nur noch Rostaroma.

Auch die Herkunft des Kaffees lohnt es sich, im Blick zu behalten. Oft ist gerade die Ernte von schlechten Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhnen geprägt. Fair gehandelter Kaffee sorgt für ein gutes Gewissen beim Trinken.

Kaffee richtig lagern

Warte nicht zu lange mit dem Verbrauch von Kaffee. Denn selbst Bohnen verlieren mit der Zeit an Geschmack. Am besten ist es, Kaffeebohnen innerhalb von spätestens sechs Wochen aufzubrauchen. Bei schon gemahlenem Kaffee ist die ideale Lagerzeit noch kürzer. Hier lässt der Geschmack schon nach zwei Wochen spürbar nach.

Berücksichtige bei der Lagerung außerdem folgende Tipps:

  • Lagere den Kaffee in einer gut verschlossenen Verpackung an einem trockenen, dunklen und kühlen Ort.
  • Ein Aromaventil erhält den Geschmack.
  • Nicht geeignet zur Kaffeelagerung ist der Kühlschrank. Hier passiert es schnell, dass der Kaffee nach Käse oder Milch schmeckt.

Kaffeebohnen lassen sich zwar einfrieren. Für einen aromatischen Geschmack ist es aber besser, darauf zu verzichten und immer nur kleine Mengen zu kaufen.

Fazit – Kaffeevollautomaten sorgen für bequemen Genuss

Kaffee richtig zubereiten ist mit einem Kaffeevollautomaten beinahe ein Kinderspiel. Dabei stehen die Chancen gut, dass das Ergebnis fast wie ein echter Espresso schmeckt. Zusätzlich sparst Du viel Zeit und Mühe für die Zubereitung und die Wartung. Das gilt vor allem dann, wenn Du viel Kaffee trinkst. Damit sind die ausgefeilten Maschinen eine echte Alternative zu Siebträgermaschinen.

Wichtig ist, dass Du bei der Auswahl Deines persönlichen Kaffeevollautomat-Testsiegers die wichtigsten Kaufkriterien beachtest. Wählst Du den Kaffee selbst gründlich aus und achtest Du auf die richtige Lagerung, steht dem Genuss kaum noch etwas im Weg.

Kleiner Tipp zum Schluss: Ist das Wasser in Deiner Region sehr hart, lohnt sich die Anschaffung eines Wasserfilters. Denn schließlich besteht Kaffee immer noch in erster Linie aus Wasser. Deshalb wirkt sich auch dieses auf den Geschmack aus.
Veröffentlich am 12.07.2018
Aktualisiert am 07.12.2018