Laptop Ratgeber: So findest Du Dein neues Notebook

Laptops sind vielseitige Alleskönner. Unterwegs leisten die mobilen Computer beispielsweise im Job, an der Universität oder in der Bibliothek treue Dienste. Zuhause kannst Du mit einem Laptop surfen, arbeiten oder auch spielen. Mit einem zusätzlichen Monitor und einer Tastatur kann er problemlos den klassischen Desktop-Computer ersetzen. Eigentlich ist ein Laptop deshalb für jeden Nutzer die richtige Entscheidung. Entsprechend groß ist das Angebot. Vielleicht geht es Dir wie vielen anderen: Du fühlst Dich mit dem Meer von Angeboten überfordert und verlieren beim Fachchinesisch schnell den Überblick. Dieser Ratgeber soll Dir dabei helfen, den perfekten Laptop für Dich zu finden.

 

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Laptops, Notebooks, Netbooks, Ultrabooks: Ein Wegweiser durch den Bezeichnungs-Dschungel

Das erste Problem für viele Menschen ist, dass es unterschiedliche Bezeichnungen für die mobilen Computer gibt. Diese meinen zwar in etwa das Gleiche, es gibt aber doch einige Unterschiede, die spätestens beim Kauf relevant werden.

Der Laptop verdankt seinen Namen seinem ursprünglichen Einsatzzweck: Er sollte auf (englisch: "top") Deinem Schoß (englisch: "lap") Platz finden. Praktisch zeitgleich wurde eine Geräteklasse von Computern entwickelt, die tragbar war und aus einem Bildschirm sowie einer angefügten Tastatur bestand. Sie sollte unterwegs als elektronisches Notizbuch (englisch: "Notebook") dienen. Relativ schnell verschmolzen diese beiden Geräteklassen: Laptops und Notebooks können deshalb als Synonyme verwendet werden. Sie bezeichnen alle Computer, die problemlos auf Deinem Schoß Platz finden und sich dafür eignen, auch unterwegs zu arbeiten. Theoretisch soll kein weiteres Zubehör notwendig sein.

Zusätzlich gibt es noch einige weitere Bezeichnungen, für die jeweils der Begriff Laptop oder Notebook ebenfalls geeignet wäre. Es handelt sich um spezielle Geräteklassen, die sich grob nach Gewicht ordnen lassen.

Das Netbook

Die Netbooks sind mittlerweile fast ausgestorben. Im Prinzip sind es besonders kleine und leichte Laptops. Alternativ wäre es auch zulässig, sie als Tablet mit montierter Tastatur zu beschreiben. Das Aufkommen der "Pro"-Tablets hat sie weitgehend obsolet gemacht. Sie eignen sich aber beispielsweise nach wie vor hervorragend, um in der Vorlesung Notizen zu machen und den Rucksack dabei nicht unnötig zu beschweren. Netbooks haben gewöhnlich eine Displaygröße von 10 bis zu 11 Zoll.

Ultrabooks

Ultrabooks sind sehr leichte Laptops, die leistungstechnisch anderen Geräten aber in nichts nachstehen. Ihr Gewicht liegt durchschnittlich zwischen 1,4 und 2,1 Kilogramm. Zudem zeichnet Ultrabooks eine lange Akkulaufzeit aus. Sie sind speziell darauf ausgerichtet, unterwegs von Reisenden eingesetzt zu werden. Ultrabooks haben gewöhnlich eine Laptop-Displaygröße von 12 bis zu 13,3 Zoll.

 

Business Laptops

Business Laptops sind die im Prinzip einfachsten Notebooks. Sie sind auf den Gebrauch klassischer Office-Anwendungen und das Browsen im Netz ausgerichtet. Viele Business Laptops verfügen allerdings zusätzlich über eine starke Webcam, um Video-Chats zu ermöglichen. Business Laptops haben zumeist eine Displaygröße von 13,3 bis zu 15,6 Zoll.

Multimedia Notebooks

Wenn man alle Arten von Laptops im Vergleich betrachtet, sind die Multimedia Geräte die "Allrounder". Sie beherrschen alle Business-Anwendungen, eignen sich aber auch für das Streaming von Filmen oder Serien. In der Regel kann man zudem bereits eine große Bandbreite an Spielen mit Multimedia Laptops nutzen. Ihre Displaygröße reicht von 13,3 bis zu 17,3 Zoll.

 

Gaming Laptops

Moderne Videospiele verlangen nach leistungsstarken Komponenten in einem Computer. In einem Laptop geht dies zu Lasten des Gewichts. Gaming Notebooks sind deshalb verhältnismäßig schwer. Sie bringen durchschnittlich 3,6 bis zu 4,9 Kilogramm auf die Waage. Es gibt allerdings besondere "Thin"-Modelle, die mit 2,1 bis zu 3,1 Kilogramm deutlich weniger wiegen. Klassischerweise haben Gaming Laptops eine bunt beleuchtete Tastatur und sind auch ansonsten durch eine auffällige Beleuchtung gekennzeichnet. Ihre Displaygröße reicht von 15,6 Zoll bis zu 17,3 Zoll. Es existieren zwar Modelle mit einem 13,3 Zoll großen Display, doch werden diese seltener. Wer spielt, möchte einen relativ großen Bildschirm nutzen können.

 

Der Sonderfall: Die "Pro-Modelle"

Bestimmte Hersteller bezeichnen einige ihrer Laptop-Modelle als "Pro". Das "Pro" steht für "Professionell". Dies bedeutet, dass diese Laptops ursprünglich für bestimmte Berufsgruppen entwickelt wurden. Sie verfügen beispielsweise über einen Screen, der sich dafür eignet, Bilder und Videos zu bearbeiten, weil die Auflösung sehr hoch ist. Außerdem haben die "Pro"-Notebooks mehr Anschlüsse als die sonstigen Laptops des Herstellers.

Die Elemente eines Laptops – Was ist zu beachten?

Ein Laptop besteht aus fünf äußeren Elementen und fünf bis sechs inneren Komponenten. Sie alle können eine Rolle spielen, für welches Notebook Du Dich entscheiden solltest.

Die äußeren Elemente sind:

- Display

- Tastatur

- Touchpad

- Rahmen bzw. Schale

- Anschlüsse

Die inneren Komponenten sind:

- Prozessor

- Arbeitsspeicher (RAM)

- Festplatte: SSD oder HDD

- Motherboard

- Grafikkarte

- Eventuell Laufwerk

Das richtige Display auswählen

Zur Größe der Displays wurde bei der Vorstellung der unterschiedlichen Bezeichnungen schon das Wichtigste geschrieben. Wichtig sind aber noch zwei andere Faktoren: Die Auflösung und die Frage, ob es sich um ein Touch-Display handelt oder nicht. Die Auflösung sollte wenigstens 1920 x 1080 Pixel (Full HD) betragen. Lediglich Business-Laptops, die ausschließlich für Office-Anwendungen genutzt werden, kommen mit einer geringeren Auflösung aus.

Wenn Du Dich allerdings beispielsweise fragst: Was brauche ich für eine Auflösung für die Bild- und Videobearbeitung oder für das Gaming, so gilt: Full HD ist eher die untere Grenze. Besser sind 4K-Displays mit einer Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln. Wenn Du mit Deinem neuen Laptop Bilder bearbeiten möchtest, solltest Du zudem darauf achten, dass der Screen hohe Kontraste und Farbsättigungen gestattet. Wenn Du die bearbeiteten Bilder ausdrucken möchtest, sollte der Bildschirm zudem über eine "True Color"-Option verfügen und so Farben zeigen können, die möglichst nahe an das Druckergebnis herankommen.

Die richtige Tastatur: Weitgehend Gefühlssache

Bei der Tastatur ist es weitgehend Geschmackssache, was Du wählen solltest. Wichtig ist ein QWERTZ-Layout (Anordnung der Tasten), zudem sollte die Tastatur beleuchtet sein. Es gibt einige Laptop-Tastaturen, bei denen Du kaum fühlst, dass Du eine Taste betätigst und andere, die relativ viel Spiel bieten. Wenn Du Desktop-Tastaturen schätzt, solltest Du Dich für viel Spiel entscheiden. Wenn es möglichst schnell gehen soll, wählst Du flache Tasten.

Das richtige Touchpad für den neuen Laptop

Das Touchpad des Laptops ersetzt die Maus. Im Prinzip werden alle Touchpads diesen Aufgaben gerecht. Lediglich bei Games und bei der Bildbearbeitung kann das Touchpad nicht mit der Maus mithalten – hier rüsten Profis sowieso nach und schließen eine externe (USB-)Maus an.

Der Rahmen bzw. die Schale des Laptops

Die "Außenhaut" eines Laptops besteht aus Metall (zumeist Aluminium), Kunststoff oder einer Mischung aus beiden Materialien. Aluminium sieht besser aus und ist weniger anfällig für Kratzer als Kunststoff, dafür allerdings teurer. Wenn die Frage, wann ein Laptop zu wechseln ist, für Dich von Bedeutung ist und Du Wert auf eine möglichst hohe Lebensdauer legst, entscheidest Du Dich für Aluminium.

Diese Anschlüsse braucht Dein neuer Laptop

Die Anschlüsse oder oft auch "I/O" (für: Input/ Output) sind von entscheidender Bedeutung, wenn Du Geräte anschließen möchtest, die sich nicht drahtlos koppeln lassen. Pflicht ist dabei wenigstens ein klassischer USB-Anschluss (am besten 3.0). Idealerweise sollte der Laptop auch wenigstens einen USB C-Anschluss (auch 3.1 genannt) besitzen. Dieser hat die sogenannte "Thunderbolt"-Fähigkeit. Das bedeutet, dass Du Deinen Laptop problemlos auch dann mit einem Monitor verbinden kannst, wenn das Notebook nicht an den Strom angeschlossen ist.

Idealerweise hat der Laptop außerdem einen HDMI-Anschluss. Diesen benötigst Du, um das Notebook möglichst einfach mit einem Beamer, einem Fernseher oder ebenfalls mit einem Monitor zu verbinden. Bei vielen Modellen musst Du den Rechner aber dann am Netzteil lassen. Wenn Du viele Downloads und Uploads durchführst, sollte der Laptop außerdem über eine LAN-Buchse verfügen, über das Du ein Netzwerkkabel einstecken kannst.

Der richtige Prozessor für den Laptop

Der Prozessor ist das Gehirn eines Laptops. Die Prozessoren der großen Hersteller werden in “Generationen” unterschieden und regelmäßig verbessert. Je nachdem, welche Ansprüche Du an Deinen neuen Laptops stellst, solltest Du genau auswählen, welche Prozessor-Generation für Dich ausreichend ist. Möchtest Du den Laptop beispielsweise für Games nutzen, benötigst Du in jedem Fall einen modernen Prozessor.

Arbeitsspeicher: Mindestens 8 GB RAM

Beim Arbeitsspeicher (RAM) Deines Notebooks solltest Du anspruchsvoll sein. Jeder Laptop Test zeigt, dass viele Programme immer größer und fordernder werden und deshalb mehr RAM benötigen. Obwohl es noch zahlreiche Modelle gibt, die auf 4 GB RAM setzen, solltest Du wenigstens 8 GB wählen, um für die kommenden Jahre gewappnet zu sein. Noch besser wären 16 GB RAM.

Idealerweise lässt sich der Arbeitsspeicher des Laptops sogar erweitern, wenn Du später mehr RAM benötigst. Dabei tauschst Du faktisch eine Art Block ("Stick") durch einen anderen im Inneren der Maschine. So musst Du nicht den gesamten Laptop ersetzen..

Ähnlich wie Prozessoren gibt es auch beim Arbeitsspeicher verschiedene Generationen. Je höher die Zahl ist, desto jünger ist die Generation – und desto schneller arbeitet der Arbeitsspeicher.

Die Festplatte – Was ist SSD?

Der neue Laptop sollte eine sogenannte SSD-Festplatte haben. Die Abkürzung steht für Solid State Drive. Dieser Festplattentyp hat die alten HDD-Modelle ("Hard Disk Drive") ersetzt. SSDs sind wesentlich schneller und fahren beispielsweise das Betriebssystem des Notebooks innerhalb von Sekunden hoch.

Leider sind SSDs aber nach wie vor teurer als HDDs. Dies ist beispielsweise für Gaming Laptops relevant. Es bietet sich an, ein Notebook mit einer 256 GB SSD als Boot-Laufwerk (hier ist das Betriebssystem gespeichert) zu wählen und eine große HDD von einem 1TB oder 2TB zusätzlich zu haben, um Spiele, Bilder sowie Videos zu speichern. Man spricht dann von einer Hybrid-Lösung.

Wer übermäßig surft oder streamt, kommt mit einer SSD aus. Einen reinen HDD-Laptop solltest Du nicht mehr wählen, weil er deutlich zu langsam ist, was Du praktisch bei jedem Vorgang spüren wirst.

Das Motherboard: Die oft vernachlässigte Komponente

Das Motherboard wird oft vergessen. Dabei ist es der eigentliche Computer: Auf dem Board werden alle Komponenten verbaut. Du solltest darauf achten, ob es beispielsweise freie Steckplätze für zusätzliche SSDs gibt und ob das Motherboard die Installation von weiterem Arbeitsspeicher gestattet. Das Motherboard entscheidet darüber, wie gut sich der Laptop in Zukunft erweitern lässt.

Die Grafikkarte: Erst beim Gaming wirklich wichtig

Laptops kommen von Haus aus mit einer integrierten Grafikkarte. Sie ist im Prozessor enthalten und dabei in der Regel relativ leistungsschwach. Für das Surfen im Netz, das Streaming von Videos oder für Office-Arbeiten ist sie völlig ausreichend. Wenn Du allerdings aktuelle Games auf Deinem Laptop spielen willst, solltest Du von Anfang an auf ein Gaming Laptop mit einer bereits integrierten, guten Grafikkarte setzen – das Nachrüsten von Grafikkarten gestaltet sich bei den meisten Laptop-Modellen nämlich leider ziemlich schwierig.

Laufwerk: Ja oder nein?

Immer mehr Laptops verzichten auf ein Laufwerk. Diese sind in der heutigen Zeit so gut wie überflüssig geworden, da Du alle relevanten Inhalte über das Internet laden kannst. Auch baulich entstehen Vorteile durch den Verzicht auf ein Laufwerk. Beispielsweise wiegt das Notebook weniger. Außerdem entsteht Platz, der anderweitig genutzt werden kann. Bei vielen Laptops war lange direkt neben dem Laufwerk der Akku verbaut. Durch den Verzicht auf ein Laufwerk kann dieser größer gewählt werden, das Notebook lässt sich also länger ohne Strom betreiben.

Ein Laufwerk macht deshalb nur noch dann Sinn, wenn Du den Rechner beruflich oder privat nutzen musst, um Blurays und DVDs abzuspielen und/oder zu brennen. Ist dies nicht der Fall, kannst Du auf ein Laufwerk verzichten.

Laptop ohne Betriebssystem: Lohnt sich das?

Vielleicht hast Du schon einige Notebook-Angebote gesehen, Dich gewundert und gefragt: "Warum ein Laptop ohne Betriebssystem?" Dies hat zwei Gründe: Erstens spielen beispielsweise Programmierer gerne selbst ein präferiertes Betriebssystem auf den Computer. Zweitens sparen sich Laptop-Hersteller die Lizenzgebühr an den Betriebssystem-Anbieter, wenn sie einen Laptop ohne Betriebssystem anbieten. Das macht den Laptop im Verkauf schlussendlich günstiger. Wenn Du nicht gerade versiert in Sachen Computer und Co. bist, sondern einfach nur ein neues Gerät zum Arbeiten, Streamen und Spielen haben willst, bietet es sich für Dich natürlich an, einen Laptop mit bereits vorinstalliertem Betriebssystem zu kaufen.

Veröffentlich am 12.07.2018
Aktualisiert am 20.11.2018