Monitore: Was ist wichtig beim Kauf?

Den perfekten Monitor gibt es nicht, denn sonst würde ihn schließlich jeder kaufen. Um dennoch einen geeigneten PC-Monitor für Dich zu finden, musst Du wissen, welche technischen Eigenschaften wichtig sind und was sie bedeuten.

PC-Monitore: Welche Arten gibt es?


Es gibt eine ganze Menge an Monitoren auf dem Markt. Da ist es gut zu wissen, welche Arten von Monitoren welche Ansprüche erfüllen können. Eine grobe Unterteilung lässt sich zunächst in drei Kategorien vornehmen:

Monitore für Office-Aufgaben

Wenn Du vielleicht im Home-Office arbeitest oder das Gerät schlicht für typische "Büro-Aufgaben" benutzt, sind diese Bildschirme für Dich geeignet. Zu diesen Aufgaben gehört die Bearbeitung von Dokumenten und Tabellen, E-Mails und auch die Nutzung von Google, YouTube & Co. Typische Merkmale dieser Geräte sind meistens relativ günstige Preise sowie eher durchschnittliche Technik: Diese Monitore können ziemlich viel, aber ragen in keiner Disziplin wirklich heraus.

 

Monitore für Gamer

Solltest Du an Deinem PC vor allem zocken, sind diese Monitore interessant für Dich. Sie bieten oft eine höhere Bildwiederholungsrate als die standardmäßigen 60 Hertz (meist bis zu 144 Hertz), was für einen flüssigeren Bildaufbau und eine verbesserte Umsetzung von Eingaben auf Maus und Tastatur sorgen kann. Außerdem sinken die Reaktionszeiten auf bis zu eine Millisekunde, was ebenfalls ein großer Vorteil für Gamer ist. Teurere Modelle unterstützen auch Techniken wie G-Sync und FreeSync.

 

Monitore für professionelle Anwender

Diese Geräte sind auf die Verwendung bei der Bild- und Videobearbeitung sowie Aufgaben wie 3D-Modellierung und ähnliche Bereiche optimiert. Das spiegelt sich für gewöhnlich durch einen höheren Farbraum sowie eine perfekte Kalibrierung ab Werk wider. Zusätzlich sind die meisten dieser Geräte mit einem anderen Panel ausgestattet als Büro- und Gamer-Monitore, sodass die Farbdarstellung akkurat ausfällt. Der Nachteil ist der hohe Preis, hier kann es bis in den mittleren vierstelligen Bereich hochgehen.

Jetzt liegt es an Dir, dich einem dieser Bereiche zuzuordnen. Professionelle Anwender, die sich privat einen solchen Monitor kaufen, sind eher selten. Du fällst also wahrscheinlich in die Kategorie der Gamer oder der Personen, die vor allem Office-Anwendungen und Multimedia nutzen. Da in dieser Einleitung bereits einige Fachbegriffe vorgekommen sind, klären wir diese zuerst.

Wichtig: spiegelnd oder entspiegelt?

Die allermeisten Monitore sind heute entspiegelt. Das heißt, dass sie eine matte Oberfläche besitzen. Das ist insofern ein Vorteil, als dass sich Lichtquellen in Deinem Rücken – Fenster, Lampen, indirekte Beleuchtung durch Sonnenschein – nicht oder nur abgeschwächt spiegeln. Glänzende Oberflächen tendieren dazu, Farben etwas imposanter darzustellen, sodass ein "normales" Rot auf einem solchen Monitor kräftiger leuchtet. Ob das allerdings den großen Nachteil der Spiegelung ausgleicht, steht auf einem anderen Blatt. Am Ende musst Du selbst entscheiden, was Dir besser gefällt.

Technische Eigenschaften von Monitoren: Was ist wichtig?


Sehen wir uns zuerst an, welche Aspekte besonders wichtig sind:

Auflösung

Je höher die Auflösung eines Monitors ist, desto mehr freier Platz steht auf dem Desktop zur Verfügung und desto schärfer fällt die Darstellung aus. Der Markt bietet im Moment drei große Kategorien: Full-HD (1.920 * 1.080 Pixel), WQHD (2.560 * 1.440 Pixel) sowie Ultra-HD (3.840 * 2.160 Pixel). Mit einer höheren Auflösung steigt auch der Preis. Als Gamer solltest Du bedenken, dass für viele PC-Games in Ultra-HD-Auflösung auch sehr leistungsstarke Hardware im Computer stecken muss, um diese hohe Auflösung flüssig darstellen zu können. Verwendest Du gerne viele Fenster gleichzeitig auf dem Desktop, führt an höheren Auflösungen als Full-HD praktisch kein Weg vorbei.

Größe

Von 22 Zoll bis zu 40 Zoll bietet der Markt praktisch keine Grenzen. Erlaubt ist, was Dir gefällt. Bedenke: Verwendest Du einen PC-Monitor mit 40 Zoll an einem Schreibtisch, wird Dir das Gerät viel zu groß erscheinen. Ein gesundes Mittelmaß ist dort besser. Außerdem gilt: Je größer das Gerät, desto grobkörniger wird die Darstellung der Inhalte. Eine Auflösung von 1.920 * 1.080 Pixel auf einem Monitor mit 22 Zoll Diagonale würde sehr viel schärfer aussehen als auf einem Gerät mit 32 Zoll, da die Pixel größer dargestellt werden. Einige Menschen stören sich an dieser grobkörnigen Darstellung sehr.

Reaktionszeit

Die Reaktionszeit wird in Millisekunden angegeben und gibt an, wie schnell ein Pixel seine Farbe und Helligkeit auf einen anderen Zustand wechseln kann. Bemerken wirst Du diesen Unterschied immer dann, wenn sich der Bildschirminhalt permanent rasant ändert – also vor allem in Spielen. Brauchen die einzelnen Pixel zu viel Zeit fürs Umschalten, zeigt sich sogenanntes Ghosting auf dem Bildschirm: Schlierenbildung. Das sieht ein bisschen so aus wie mehrere übereinander gelagerte Bilder. Daher greifen vor allem Gamer lieber zu Monitoren mit einer sehr niedrigen Reaktionszeit von nicht mehr als drei Millisekunden. Für alle anderen spielt dieser Wert kaum eine Rolle.

Reaktionszeit

Farbtiefe

Monitore werden aktuell mit Panels ausgeliefert, die entweder Farbtiefen von 8 oder 10 Bit beherrschen. Für den durchschnittlichen Anwender und Spieler reichen 8 Bit in jedem Fall aus. 10 Bit Farbtiefe ist für das professionelle Segment vorgesehen: Die gleichzeitig darstellbaren Farben auf dem Bildschirm steigen stark an, sodass vor allem weiche Übergänge (sogenannte Gradienten) sehr viel feiner dargestellt werden und Abstufungen nicht mehr sichtbar sind. Zwar existieren auch viele günstige Monitore, welche 10 Bit als Farbtiefe anbieten, allerdings wirst Du diesen Unterschied niemals mit bloßen Augen sehen, wenn Du nicht gerade ambitionierte Bildbearbeitung betreibst.

G-Sync & FreeSync

Unter diesen Namen werden Techniken zusammengefasst, die dazu dienen, den Bildschirminhalt in Spielen jederzeit flüssig erscheinen zu lassen. Außerdem sollen so Eingaben auch bei niedriger Bildwiederholrate sofort umgesetzt werden können. Hilfreich ist das vor allem in Spielen, in denen Deine Hardware nicht mehr als 20 bis 40 Bilder pro Sekunde zulässt. Durch G-Sync und FreeSync entsteht dennoch der Eindruck, dass Du aktuell mit mehr Bildern pro Sekunde spielst.

Vor allem für G-Sync fällt jedoch ein hoher Aufpreis an. Wenn Du nicht am PC spielst, kannst Du auf beide Techniken verzichten, da sie außerhalb von Games keinen Vorteil bieten.

Da das Panel besonders wichtig ist, bekommt es in der nächsten Überschrift seinen eigenen Abschnitt.

Das Panel: Eine der wichtigsten Komponenten

Um die Darstellung des Bildes kümmert sich das Panel. Verbreitet sind vorrangig zwei Varianten: TN (Twisted Nematic) und IPS (In-Plane Switching).

Beide Panel-Typen haben eigene Vor- und Nachteile. Sichtbar auf den ersten Blick ist die Tatsache, dass TN-Panel von der Seite und von oben oder unten betrachtet eine deutlich schlechtere Blickwinkelstabilität bieten. Das heißt, dass sich Farben und Kontraste stark verändern, wenn Du seitlich oder von oben und unten auf den Bildschirm schaust. Für die Bildbearbeitung sind diese Geräte daher nicht zu gebrauchen. IPS-Panels leiden nicht unter diesem Nachteil.

In der Regel liefern TN-Panel jedoch eine schnellere Reaktionszeit, was sie bei Gamern beliebt macht. IPS-Geräte können mit der flotten Umschaltung der Pixel auf guten Gamer-Monitoren derzeit nicht mithalten. Im hochpreisigen Segment der Spieler-Monitore finden sich daher vor allem sehr gute TN-Panels, welche die Problematik der Blickwinkel einigermaßen in den Griff bekommen und gleichzeitig flotte Reaktionszeiten anbieten.

Panel Blickwinkel Kontrast Effizienz Reaktionszeit Preisniveau
TN Zufriedenstellend Gut Sehr gut Sehr gut Niedrig
IPS Sehr gut  Gut  Zufriedenstellend Gut  Hoch
PVA/MVA Sehr gut Sehr gut Gut  Gut  Hoch

Curved-Monitore – wie wichtig sind gewölbte Bildschirme?

2014 kamen die ersten Monitore mit einer Wölbung im Display auf den Markt. Diese werden als curved (englisch: gebogen) bezeichnet. Eventuell hast Du bereits Fernseher gesehen, die ebenfalls leicht geschwungen sind.

Vorteilhaft für den Nutzer sollen diese Monitore vor allem bei sehr großen Bildschirmdiagonalen sein. Da diese nach links und rechts bereits an die Grenzen Deines Blickfeldes stoßen können, sind sie leicht geschwungen, um den Inhalt des Bildschirms besser sichtbar zu machen. Du schaust nicht "von der Seite" auf die äußeren Enden des Monitors, sondern noch immer recht zentral.

Ob Curved-Monitore einen echten Vorteil bieten, ist nicht geklärt. Am Ende ist es auch Geschmackssache: Einige Menschen mögen das Design dieser Geräte, andere können damit nichts anfangen. Sie lassen sich beispielsweise nicht flach an einer Wand montieren, sondern ragen immer ein wenig in den Raum hinein. Vorschlag: Ausprobieren und bei Nichtgefallen zurücksenden!

Die Wandmontage von Monitoren

Glücklicherweise hat sich die Branche schon seit vielen Jahren auf einen Standard für die Wandmontage geeignet, der den Namen VESA trägt. In den Produktbeschreibungen von Monitoren wirst Du häufig auf Angaben wie "VESA: 100x100" stoßen. Das heißt, dass dieser Monitor auch mit allen Halterungen, die ebenfalls "VESA: 100x100" in ihrem Namen tragen, kompatibel ist. In diesem konkreten Beispiel heißt die Angabe übrigens, dass sich vier Löcher an der Rückseite des Monitors befinden, die in einem Abstand von jeweils 100 Millimeter zueinander stehen. Besitzt Du vielleicht schon eine solche VESA-Halterung, wirst Du sie auch in Zukunft mit allen PC-Monitoren mit Löchern nach VESA-Standard verwenden können.

Die Video Electronics Standards Association (VESA) ist eine Organisation, in der sich rund 225+ Mitgliedsfirmen (Stand: Februar 2016) zusammengeschlossen haben, um einheitliche Spezifikationen von Videostandards speziell für den Bereich der Computergrafik zu erstellen. Sie gilt als eine der größten industriellen Standardisierungsorganisationen. Vor allem bei der jährlich stattfindenden Tagungsreihe SIGGRAPHbeteiligt sie sich regelmäßig mit zahlreichen Vorträgen.

Ergonomiefunktionen bei Monitoren: Wichtig für den Langzeiteinsatz

Vor allem für lange Gaming-Sessions oder ganz einfach die alltägliche Arbeit ist es notwendig, den Monitor an Deine Sitzposition anpassen zu können. Von Geräten, die starr sind und sich weder neigen, noch drehen oder verstellen lassen, ist dringend abzuraten (es sei denn, Du rüstest diese Funktionen mit einer Wandhalterung selbst nach).

Verbreitet sind die folgenden Funktionen:

Höhenverstellbar

Diese Monitore kannst Du um einige Zentimeter nach oben oder unten verschieben. So stellst Du sicher, dass Du frontal auf Deinen Monitor schauen kannst und Deinen Nacken nicht permanent nach oben oder unten richten musst.

Drehbar

Auf dem Standfuß kannst Du diese Monitore nach links und rechts drehen. Das kann wichtig sein, um anderen Personen etwas zu zeigen oder um selbst eine andere Sitzposition einnehmen zu können, ohne den Blick auf den Inhalt zu verlieren.

Neigbar

Einige Geräte kannst Du leicht nach oben oder unten neigen. Das kann bei starren Wandhalterungen ein Vorteil sein. Hängt ein Monitor etwas zu weit oben, neigst Du ihn einfach nach unten, um dennoch frontal auf den Bildschirm zu sehen.

Zu guter Letzt gibt es noch die Pivot-Funktion: Damit drehst Du den gesamten Monitor um 90 Grad, sodass er praktisch senkrecht vor Dir steht. Für bestimmte Spezialfälle ist dies auf einem Zweitmonitor vorteilhaft. Benötigst Du nur einen einzigen Monitor, brauchst Du diese Funktion hingegen nicht.

Monitorpflege: Wie gehe ich am besten vor?

Wirklich reinigen musst Du nur das Panel selbst. Darauf werden sich über kurz oder lang in jedem Fall Flecken, Staubreste, Fingerabdrücke und ähnliche Ärgernisse sammeln. Instinktiv greifen viele Anwender zu Glasreiniger und in der Tat ist das ein gutes Mittel. Allerdings handelt es sich bei der Beschichtung nicht um Glas – was auch der Grund dafür ist, dass sie auf Dauer durch den Reiniger angegriffen werden kann. Zugegeben wird dies innerhalb der normalen Nutzungsdauer eines Monitors nicht passieren. Möchtest Du trotzdem auf der sicheren Seite sein, solltest Du stattdessen Mittel wie Brillenputzflüssigkeit verwenden.

Die Reinigung nimmst Du dann am besten bei ausgeschaltetem Monitor vor, da sich so Flecken besser sehen lassen. Verwende außerdem keine Schwämme oder andere grobe Tücher. Gute Ergebnisse erzielst Du mit Mikrofasertüchern, da dann keine Gefahr besteht, dass Du versehentlich Kratzer in die Oberfläche des Panels wischst. Dabei gilt: Sprühe das Reinigungsmittel auf das Tuch und nicht direkt auf den Monitor. Ansonsten könnte Flüssigkeit in kleine Spalten an der Unterseite des Monitors eindringen.

 

Für welches Modell entscheide ich mich?

Mit den hier erwähnten Tipps sollte es dir nun gelingen, einen Monitor zu finden, der zu deinen Ansprüchen passt. Fasse am besten zusammen, für welche Aufgaben Du das Gerät primär nutzen wirst. Dann entscheide Dich für einen Monitor mit den passenden technischen Eigenschaften – vom Panel über Auflösungen und Bildwiederholraten bis zu Farbtiefe, Ergonomie, Größe und Reaktionszeit. Tipp: Im Zweifelsfall solltest Du lieber 50 Euro zu viel als zu wenig ausgeben. Es handelt sich schließlich um eine Anschaffung, die Dir viele Jahre lang Freude bereiten soll – und sich diese lange Zeit zu ärgern, weil ein wichtiges Feature nicht vorhanden ist, wäre nicht besonders schön.

Veröffentlich am 12.07.2018
Aktualisiert am 31.10.2018