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Technik Trends
JT Dolby Cinema in Eindhoven

Die Kinoleinwand im JT Dolby Cinema in Eindhoven.

Wie funktioniert Dolby Cinema?

Revolution im Kino

Die Zukunft des Kinos ist nicht etwa in Hollywood zu bewundern - sondern in Hilversum.

In der kleinen Stadt, die etwa 30 Kilometer südöstlich von Amsterdam in der Provinz Nordholland liegt, eröffnete im Juli mit dem "JT Hilversum" das erste von Beginn an komplett ausgestattete Dolby Cinema. Daneben gibt es noch ein weiteres in Eindhoven und - in Zusammenarbeit mit der Kinokette AMC - fünf in den USA.

Was ist Dolby Cinema?

Dolby Cinema besteht grundsätzlich aus zwei Komponenten: zunächst einmal dem Tonsystem Dolby Atmos und dann der neuen Projektionstechnik Dolby Vision. Dolby Atmos, bei dem bis zu 64 Lautsprecher einen "3-D-Sound" herstellen, wird seit dem Pixar-Film "Merida – Legende der Highlands" (2012) verwendet, auch bei uns gibt es immerhin schon einige Atmos-Kinos.

Die Projektionstechnik Dolby Vision erklärt Fritz Deininger von Dolby so: "Das Dolby-Vision-Projektionssystem nutzt zwei vollkommen neu entwickelte und patentierte HFR-fähige 4K-Laserprojektionsköpfe mit einem individuellen und einzigartigen Lichtpfad. In Kombination mit den modularen 6P-Laserlichtquellen von Christie entstehen äußerst kontrastreiche Bilder, verbunden mit großer Helligkeit und Farbtiefe."

Bilder mit viel mehr Leuchtkraft

So weit die Fakten für Technikfreaks. Für die Kinofans zählt eher das Ergebnis: ein enorm helles Bild! Die Lichtstärke bei heute oft als dunkel empfundenen 3-D-Filmen entspricht der heutiger 2-D-Projektionen, 2-D-Filme erscheinen gut doppelt so hell! Hinzu kommt der höhere Kontrast, also das Verhältnis vom dunkelsten zum hellsten Bild. Heutige Laserprojektionen kommen auf Werte bis 8000:1, Dolby Vision soll 100 000:1 erreichen.

"In der Praxis bedeutet dies, dass Bilder mit viel mehr Leuchtkraft dargestellt werden. So sind Schatten viel nuancierter und Farben scheinen reichhaltiger und satter als jemals zuvor", so Fritz Deininger.

Auch der gesamte Kinosaal ist in Hilversum ganz auf den Kinogenuss des Zuschauers getrimmt. Die Leinwand reicht von Wand zu Wand und ist (s. Foto oben) - wie auch die Sitzreihen - nach innen gebogen. Zudem ist die Einrichtung komplett in Schwarz gehalten, nur ein blauer Lichtstreifen an den Wänden und blaue Lampen an den Treppen sorgen für Beleuchtung - sogar "Notausgang"-Schilder sind während der Vorstellung ausgeschaltet, damit kein Streulicht den Kinofan stört.

Bis auch deutsche Zuschauer die neue Technik testen können, wird es aber noch ein wenig dauern. Aus zwei Gründen: Zum einen gibt es noch zu wenig Kinofilme. In den USA wurden "Tomorrowland" und "San Andreas" in Dolby Cinemas gezeigt, in den Niederlanden ist der Pixar-Film "Alles steht Kopf" angelaufen, und für 2016 ist bisher nur die Disney-Neuverfilmung von "Das Dschungelbuch" geplant.

Zum anderen gibt es noch keine Kinos hierzulande. Auch Fritz Deininger kann keine genauen Termine versprechen: "Basierend auf den Erfolgen der Dolby Cinemas in USA und den Niederlanden, werden wir mit unseren Partnern, AMC und JT Bioscopen, weitere Dolby-Cinema-Standorte eröffnen. Darüber hinaus sind wir natürlich auch mit weiteren Kinobetreibern bezüglich neuer Standorte im Gespräch."

Die Zukunft dauert in Deutschland eben etwas länger.

Artikel vom 06. September 2015

Autor: Oliver Noelle

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