Ein Gaming Notebook kaufen: Tipps zu Grafikkarte, CPU und Co.

Gamer stellen ganz besondere Anforderungen an ihr Notebook – das Gerät muss nicht nur über eine leistungsstarke Grafikkarte verfügen, sondern auch jede Menge Arbeitsspeicher und ein hochwertiges Display mitbringen. Wodurch sich ein Gaming Notebook von einem konventionellen Laptop noch unterscheidet und welche Kriterien beim Kauf unbedingt zu berücksichtigen sind, verrät der folgende Ratgeber.

Was unterscheidet ein konventionelles Notebook von einem Gaming Notebook?

Im Internet surfen, Texte schreiben, Fotos bearbeiten: Wer das Gerät vorrangig für diese Tätigkeiten nutzen möchte, wird mit einem konventionellen Notebook vollkommen zufrieden sein. Beim Spielen topaktueller Games geraten normale Laptops hingegen schnell an ihre Grenzen. Die Ladezeiten sind quälend lang, das Bild ruckelt oder das Gerät stürzt gleich ganz ab. Notebooks, die speziell für Gamer konzipiert wurden, zeichnen sich hingegen durch sehr leistungsfähige Grafikkarten und Arbeitsspeicher mit einer Größe von mindestens 8 GB aus, sodass selbst bei Multiplayer-Online-Games ein störungsfreies Spielvergnügen gewährleistet ist.

Auch gegenüber einem Desktop-PC bietet ein Gaming Notebook jede Menge Vorteile: Es ist mobil einsetzbar, sodass der Nutzer nicht nur am heimischen Schreibtisch, sondern auch auf dem Balkon, der Terrasse oder unterwegs seine Lieblingsspiele spielen kann.

Die wichtigsten Komponenten eines Gaming Notebooks im Überblick

Grafikkarte (GPU)

Die Grafikkarte - kurz GPU für Graphics Processing Unit - ist die wichtigste Komponente eines jeden Gaming Notebooks. Das Gerät kann noch so kostspielig gewesen sein – hat der Hersteller an der Grafikkarte gespart, was leider häufig der Fall ist, ist beim Spielen mit großen Einschränkungen zu rechnen. Eine GTX 1050Ti ist für reibungslosen Spielgenuss empfehlenswert, mindestens jedoch eine GTX 850M. Auch mit sogenannten Pascal-basierten Grafikkarten machen Gamer grundsätzlich nichts falsch, denn diese sind sehr leistungsfähig und dabei sparsam, sodass der Akku nicht allzu schnell leer gesaugt wird. Da Pascal-basierte Grafikkarten die Anforderungen modernster Displays unterstützen, ist der Nutzer auch für zukünftige Entwicklungen bestens gewappnet.

Nicht nur die Qualität und Leistung der Grafikkarte muss stimmen, auch Speicherart und Speichergröße sollten optimal zu den Bedürfnissen des Spielers passen. Grundsätzlich gilt: Laptops, deren Grafikkarte mit DDR3-RAM ausgestattet ist, sind zum Spielen nur bedingt geeignet, denn es handelt sich um gewöhnlichen Arbeitsspeicher. Wesentlich besser ist GDDR5 RAM, der eine doppelt so hohe Taktrate wie DDR3 aufweist und damit theoretisch doppelt so schnell arbeitet. Und in puncto Speichergröße der Grafikkarte gilt:

- Einsteigergeräte: mindestens 2 GB
- Laptops aus dem mittleren Preissegment (1.500 bis 2.000 Euro): mindestens 6 GB
- Laptops aus dem hohen Preissegment (ab 2.000 Euro): mindestens 8 GB

Je nach Beschaffenheit von Gehäuse, Netzteil und Kühler besteht bei vielen Geräten die Möglichkeit, die Grafikkarte nachträglich aufzurüsten. Wer sich diese Option offen halten möchte, sollte sich allerdings bereits vor dem Kauf eines Gaming Notebooks gut informieren.

CPU

Die CPU (Central Processing Unit) ist ebenfalls ein wichtiges Bauteil des Gaming Notebooks. Wir empfehlen eine CPU der Generation i7, denn hier funktionieren auch Multiplayer-Spiele ohne störendes Ruckeln. AMD-CPUs sind für ein Gaming Notebook hingegen nicht empfehlenswert – die Leistung ist für die hohen Anforderungen beim Spielen einfach nicht ausreichend.

RAM (Arbeitsspeicher)

Der Arbeitsspeicher eines Gaming Notebooks sollte mindestens 8 GB groß sein, damit auch aktuelle Games problemlos spielbar sind. Bei vielen Spielen sind 8 GB sogar die Minimalanforderung; noch besser sind daher Geräte, die 16 GB RAM vorzuweisen haben. Dann können sogar mehrere Anwendungen im Hintergrund laufen, ohne dass das System abstürzt. Mehr GB schaden nicht, nützen allerdings auch nicht viel – das Geld wird besser in die Grafikkarte investiert. Außerdem ist der Arbeitsspeicher auch nachträglich ohne großen Aufwand nachrüstbar.

Display

Beim Display stellt sich zunächst einmal die Frage: matt oder glänzend? Matte Displays eignen sich sehr gut für das Spielen in hell beleuchteten Räumen und im Freien, allerdings wirken die Farben oftmals etwas verwaschen. Glänzende Displays zeichnen sich durch lebendige Farben und hohe Kontraste aus, reflektieren das Umgebungslicht jedoch mehr oder weniger stark.

Des Weiteren haben Käufer die Wahl zwischen verschiedenen Display-Technologien. Hier ein Überblick:

1. TN (Twisted Nematic): älteste Technik, günstig, sparsam, schnell, zuverlässig, aber: kleine Abstriche bei der Farbwiedergabe und beim Kontrast
2. VA (Vertical Alignment) oder MVA (Multiple Vertical Alignment): schlechte Reaktionszeiten, daher nicht für Gamer geeignet
3. IPS (In Plane Switching): neuester Standard, hohe Farbtreue, intensive Kontraste, teurer und etwas langsamer als TN-Displays, langfristig gesehen dennoch eine gute Investition

Und für die Bildschirmauflösung gilt: 4K-Displays sind sehr beliebt, erfordern allerdings eine hohe Rechenleistung und saugen den Akku schnell leer. Wir empfehlen daher Displays mit einer Auflösung von 1080p oder 1440p, weniger sollte es bei einem Gaming Notebook jedoch keinesfalls sein!


Speicher

Wer seine Games ohne Einschränkungen genießen möchte, greift am besten zu einem Gaming Notebook mit SSD-Speicher. Dieser ist zwar ein wenig teurer, überzeugt aber durch kürzere Ladezeiten, längere Akkulaufzeiten und ein geringes Eigengewicht. Außerdem ist SSD-Speicher relativ unempfindlich gegenüber Erschütterungen, was wichtig ist, wenn das Gaming Notebook auch unterwegs zum Einsatz kommen soll. Noch besser als reiner SSD-Speicher ist eine Kombination aus SSD und HDD – mindestens 250 GB SSD für das Betriebssystem und häufig gespielte Games und zusätzlich eine HDD-Festplatte für den gesamten Rest. In diesem Fall ist ein Gaming Notebook mit zwei Steckplätzen erforderlich, was bei den meisten größeren Notebooks inzwischen Standard ist. Alternativ besteht jedoch auch die Möglichkeit, eine interne SSD-Festplatte mit einer externen HDD-Festplatte zu kombinieren.
 

    • HDD (Hard Disk Drive): klassischer Festplattentyp, optimal für Datensicherung, aber geringe Lesegeschwindigkeit und daher nur bedingt für Gamer geeignet
    • SSD (Solid State Drive): geringer Stromverbrauch, sehr leise, schneller Datenzugriff, aber teurer
    • Hybrid-Festplatte aus HDD und SSD: vereinen Vorteile beider Festplattentypen, aber: spezielle Software erforderlich, sehr dick und daher nicht mit jedem Gaming Notebook kompatibel
    • Cached Hybrid-Platten: funktionieren ähnlich wie klassische Hybrid-Platten, sind aber platzsparender - allerdings auch langsamer

Was kostet ein gutes Gaming Notebook?

Ganz klar: Wer ein gutes Gaming Notebook kaufen möchte, sollte nicht am falschen Ende sparen, damit der Spielspaß nicht leidet. Mit folgenden Kosten ist zu rechnen:

- Einsteigermodelle: rund 1.000 Euro
- Mittelklassemodelle: 1.500 bis 2.000 Euro
- Highend Gaming Notebooks: ab 2.000 Euro

Der Vergleich zeigt, dass es in jeder Preisklasse überzeugende Geräte gibt – natürlich stets in Abhängigkeit von den eigenen Vorstellungen. Um dauerhaft Spaß zu haben und um in der Lage zu sein, viele verschiedene Games ohne Einschränkungen spielen zu können, sollten passionierte Gamer mindestens zu einem Mittelklassemodell greifen.
 

Veröffentlich am 17.04.2019
Aktualisiert am 11.06.2019