Eine Gaming Maus finden: So geht’s

Die Gaming Maus ist deine mechanische Erweiterung von Auge und Hand. Sie soll deine eigene Präzision und Reaktionsgeschwindigkeit am besten verzögerungsfrei auf den Bildschirm übertragen. Neben der Tastatur ist die Maus also das essentielle Werkzeug zum Zocken.

Warum eine normale Maus fürs Gaming nicht reicht? Ganz einfach: Im Gegensatz zu normalen Mäusen hat eine Gaming Maus viel weniger Input-Lag – das ist die Verzögerung bei der Übertragung der Bewegungsdaten auf den Bildschirm. Der spielt sich hier im Bereich von 2-10 Millisekunden ab. Meist ist ein derart niedriger Input-Lag durch eine kabelgebundene Maus möglich, neuste Entwicklungen versprechen diese Verzögerungszeiten jetzt auch für kabellose Mäuse. Aber dazu später mehr.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Obwohl eine Maus so klein und einfach ausschaut, besteht sie aus vielen, teils hoch spezifizierten Teilen: Glider, Sensoren, Switches, Akku, Übertragungsart, usw. Das Angebot auf dem Markt ist riesig und das ist gut, denn so kannst du dir eine speziell für dich am besten passende Maus aussuchen. Los geht’s mit dem Sensor, der Mäuse schon gleich in zwei Gruppen einteilt.

Laser oder optisch zum Zocken?

Glücklicherweise muss niemand mehr alle Nase lang den Staub aus der Ball-Kammer im Mausbauch friemeln, denn schon lange ist die Zeit der unpräzisen Mausbälle vorbei. Heute tasten Mäuse die Oberfläche mit Laser- oder LED-Technik ab, um zu bestimmen, wo der Cursor hingehen soll.

Dabei bedeutet optisch eine Abtastung mittels eines Kamerasensors, der Reflexionen der angebrachten LED aufzeichnet und daraus die Bewegung errechnet.

Bei der Laser-Maus funktioniert das Prinzip genauso, nur werden die Laserstrahlen von einem digitalen Prozessor gelesen und umgesetzt.

Die Gaming Welt ist sich hier ausnahmsweise mal einig und empfiehlt uneingeschränkt optische Mäuse. Der Grund sind die Probleme bei der so genannten Mausbeschleunigung, die bei Laser-Mäusen durch die dort eingesetzte Pfadbegradigung entstehen. Bei schnellen Bewegungen entsteht so unpräziser Output und das stört natürlich vor allem beim Zocken von Shootern.

Kabel oder Wireless?

Technisch ist eine Sache klar: Per Kabel angeschlossene Mäuse haben direkteren und genaueren Input. Aber trotzdem bewegt sich der Trend hin zu kabellosen Mäusen. Ob das für deine individuelle perfekte Maus Sinn macht, lässt sich einfach durch eine Auflistung von Vor- und Nachteilen prüfen:
 

Nachteile

Die Funkverbindungen erhöht die Reaktionszeit. Das sind die zuvor erwähnten Input-Lags.

Außerdem kann es zu Verzögerungen verschuldet durch Interferenzen mit Funksignalen von Handy, Lautsprecher oder Ähnlichem kommen. Die gute Nachricht ist, dass sie heutzutage so gering ausfallen, dass Nicht-Profi-Spielern diese normalerweise nicht weiter auffallen.

Die Maus braucht Strom, kabellose Mäuse also Batterien oder einen Akku. Es gibt zwar die Möglichkeit, im Fall eines leeren Akkus die Maus per Kabel aufzuladen und weiter zu benutzen, aber das war ja von Anfang an nicht Sinn der Sache.

Vorteile Der offensichtlichste ist natürlich, dass kein Kabel stört. Es kann nicht zu lang oder zu kurz sein oder sich irgendwo verheddern. Die Bewegungen sind so freier und das ist für die meisten auch schon der überzeugendste Punkt für eine Maus ohne Kabel. 

Die richtige Beschichtung

Die richtige Oberflächenbeschichtung einer Maus ist meist Geschmackssache. Einige Maushersteller bieten Oberflächen aus speziellem ABS-Material oder Teflon, um Schweiß und sogar Fingerabdrücke zu vermeiden. Das hält die Maus rutschfest und sauber. Das ABS-Material hat außerdem eine längere Lebensdauer mit viel weniger Abnutzungserscheinungen.

Verschiedene Mausfüße

Die Auswahlmöglichkeiten bei Gaming Mäusen kennt heute fast keine Grenzen. Vor allem Profispieler wollen ein so präzises Instrument wie nur irgend möglich. So machen sie auch die Wahl des richtigen Fußes zu einer Wissenschaft.

Die Größe ist entscheidend. Je nach Größe und Form der Mausfüße verändern sich die Gleit- und Stabilitätseigenschaften. Die Form sollte stets rund sein, damit die Reibung geringer ist und du dich nirgendwo verfängst.

Einer der Unterschiede der Gaming Mäuse zu normalen Mäusen sind die hochwertigeren Materialien. Hier wird nicht nur billiger Kunststoff eingesetzt. Um eine maximale Gleitfähigkeit zu erreichen, setzen Hersteller auf PTFE oder UHMWPE.

Hinter der komplizierten Bezeichnung PTFE steckt Teflon. Teflon hat sehr geringe Reibung und hält sehr lange.

UHMWPE hingegen ist der günstigere Bruder des Teflons. Die Haltbarkeit ist allerdings noch höher, gleitet aber nicht so stark.

Brauche ich ein Mauspad?

Auch wenn deine optische Maus auf deiner Tischoberfläche funktioniert, gilt hier für das Gaming die Devise: Je optimierter, desto besser! Ein Mauspad hat klare Vorteile gegenüber jeder Tischoberfläche. Das richtige Mauspad glänzt nicht und bringt somit den optischen Sensor nicht durcheinander. Zusätzlich sollte es eine sehr gut gleitende Oberfläche haben. Auf lange Sicht hilft ein Mauspad, frühzeitige Ermüdung deines Handgelenks zu vermeiden und schont deine Tischoberfläche vor Abreibungen.

Der richtige Switch

Zuletzt ist noch der Switch entscheidend. Damit ist der Schalter unter der jeweiligen Maustaste gemeint, der das charakteristische Klicken von sich gibt – oder auch nicht.

Was bei Games auf deiner Tastatur die Tasten WASD sind, ist auf der Maus die linke und rechte Taste. Die stehen allesamt unter Dauerfeuer und werden pro Zocker-Session tausendfach gedrückt – oder je nach Frust-Level auch mal draufgedonnert. Deshalb willst du dort am besten einen sehr robusten, aber auch angenehmen Switch. Hochwertige, von zum Beispiel Huano, Omron und Trantek, haben hier eine Lebensdauer von 20 Millionen Klicks und mehr.

Wie bei Switches für eine mechanische Tastatur gibt es hier Unterschiede in der nötigen Druckstärke bis zum Auslösen des Klicks und auch der Lautstärke. Kleiner Tipp für Neulinge: Ein zu leichter Switch ist vor allem bei Shootern etwas nachteilig, da sich so schnell ein ungewollter Klick lösen kann. Auch die Klick-Wiederholungsrate wird durch ein schwammiges Feedback verlangsamt.

Die drei grundlegenden Griffarten: Welcher ist deiner?

 

Palm-Grip Du umfasst die Maus mit deiner ganzen Hand.
Fingertip-Grip Während deine Hand über der Maus schwebt, berühren nur deine Finger und der Daumen die Maus.
Claw-Grip Claw steht für Kralle. Gemeint ist, dass deine Finger wie Krallen vom hinteren Ende der Maus aus auf die Tasten greifen.

Je nach Griffart macht demnach eine andere Maus für dich am meisten Sinn. Wenn du beispielsweise den Fingertip-Grip anwendest, dann ist eine leichte Maus mit leichten Switches, extrem gleitfähigen Füßen und glattem Mauspad wahrscheinlich die bessere Wahl für dich.

Welche Maus kaufen?

Du findest eine Maus mit persönlichen Vor- und Nachteilen in jeder Preisklasse. Dank des enormen Angebots findet sogar der Sparfuchs sein Traum-Setup.

Kabellos liegt im Trend und die Technik hat hier aufgeholt, sodass die Latenz nur wirklich Vollprofis auffällt. Entscheidend ist hauptsächlich dein persönlicher Geschmack. 

 
Veröffentlich am 18.04.2019
Aktualisiert am 11.06.2019