Lautsprecherkabel kaufen – darauf solltest du achten

Lautsprecherkabel haben im Hinblick auf Dimensionierung und Material einen entscheidenden Einfluss auf die jeweilige Klangqualität von Lautsprecherboxen. Gleich mehrere Faktoren sind dabei für ein stimmiges Hörerlebnis verantwortlich. Hier erfährst du, welches Lautsprecherkabel und welche Anschlussmöglichkeit für dich die beste Lösung darstellt.

Welche Aufgaben muss ein Lautsprecherkabel erfüllen?

Lautsprecherleitungen bzw. Lautsprecherkabel verbinden Audioverstärker mit den Lautsprecherboxen. Dabei handelt es sich grundsätzlich um zweiadrige Verbindungen, die zum einen das eigentliche Tonsignal und zum anderen auch den elektrischen Strom für den Lautsprecher-Antrieb übertragen. Um eine gute Klangqualität zu erzielen, sollte ein Lautsprecherkabel dabei immer so kurz wie möglich sein, der Kabel-Querschnitt dagegen stets so dick wie nötig.

Welche Materialien stehen zur Auswahl?

In der Regel besteht die Mehrzahl an Lautsprecherkabeln aus Kupfer. Seltener kommen reines Aluminium oder auch Edelmetalle zum Einsatz. Lautsprecherleitungen werden dabei generell in vier Klassen unterteilt:

  1. Vollkupferleitungen bzw. Oxygen Free Copper (OFC).
  2. Kupferbeschichtete Aluminiumleitungen (CCA).
  3. Versilberte Kupferleitungen bzw. Silver Plated Oxygen Free Copper (SPOFC).
  4. Lautsprecherkabel aus Silber

Die Eigenschaften von Vollkupferleitungen:

  • Hervorragende Übertragungseigenschaften.
  • Hohe elektrische Leitfähigkeit bei vergleichsweise kleinem Durchmesser.
  • Geringer Leitungswiderstand.
  • Ideal geeignet für audiophile Hörer

Die Eigenschaften von kupferbeschichteten Aluminiumleitungen:

  • Günstiger und leichter als Vollkupferdrähte.
  • Ideal geeignet für den klassischen Heimgebrauch.

Die Eigenschaften von versilberten Kupferleitungen:

  • Silber leitet nachweislich besser als Kupfer.

  • Soll den Skin-Effekt optimieren. Diese These ist allerdings umstritten. Viele Experten weisen darauf hin, dass der Skin-Effekt lediglich in der Hochfrequenztechnik von Bedeutung ist. Im Audiobereich geht es dagegen um Bereiche von 20 Hz bis rund 25 kHz. Dies ist genau der Bereich, der von Menschen gehört werden kann. Alles was hier unter oder über diesen Werten liegt, ist für das menschliche Ohr überhaupt nicht wahrnehmbar.

Die Eigenschaften von Kabeln aus reinem Silber:

  • Sehr hoher Leitwert respektive einen geringer elektrischer Widerstand.
  • Wird vorzugsweise im High End Bereich genutzt.
  • Ist absolut hochpreisig im Vergleich zu den anderen Materialien.
  • Aber: Experten bezweifeln, dass es objektiv tatsächlich hörbare Unterschiede bezüglich der Akustik gibt.

Der Aderquerschnitt als entscheidender Faktor

Das Tonsignal wird grundsätzlich nur in die Ader des Lautsprecherkabels übertragen. Dadurch hat sie einen wesentlichen Einfluss auf den generellen Klang und die Übertragungsqualität. Dabei gilt folgende Faustregel: Das jeweilige Klangbild entwickelt sich mit zunehmendem Aderquerschnitt von füllig und warm zu hell und transparent. Welcher Aderquerschnitt die beste Lösung darstellt, hängt auch immer von der Leistung des Verstärkers und der Lautsprecher ab. Je besser die Leistung dieser beiden Komponenten ist, desto größer sollte dann auch immer der Aderquerschnitt ausfallen.

An folgenden Werten kannst du dich diesbezüglich orientieren:

  • Leistung bis 40 Watt pro Kanal - Aderquerschnitt pro Kanal von 0,75 mm².
  • Leistung bis 80 Watt pro Kanal - Aderquerschnitt pro Kanal von 1,50 mm².
  • Leistung bis 120 Watt pro Kanal - Aderquerschnitt pro Kanal von 2,50 mm².
  • Leistung bis 200 Watt pro Kanal - Aderquerschnitt pro Kanal von 4,00 mm².
  • Leistung bis 400 Watt pro Kanal - Aderquerschnitt pro Kanal von 6,00 mm².
     
  • Tipps für die Nutzung von Lautsprecherkabeln:

    • Der Aderquerschnitt ist nicht identisch mit dem Kabeldurchmesser. Direkte Rückschlüsse auf Signal- und Kabelqualität liefert nämlich nur der Querschnitt.
    • Unterschätze nicht die Bedeutung der Ummantelung. Ein dicker Mantel macht das Lautsprecherkabel robuster; außerdem lässt es sich besser verlegen.
    • Damit der Klang immer schön ausbalanciert ist, sollten stets beide Kanäle des Lautsprecherpaares über die identische Kabellänge verfügen.
       

Wo und wie wird ein Lautsprecherkabel verlegt?

Es stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Weit verbreitet ist dabei vor allem die Verlegung im Kabelkanal. Diese gibt es in verschiedenen Größen, Formen und Farben. In der Regel werden sie mit Schrauben befestigt. Möglich ist aber auch das Ankleben der Kabelkanäle mit doppelseitigem Montageband oder doppelseitigen Klebepads. Wenn du in deiner Wohnung über abnehmbare Wandabschlussleisten verfügst, kannst du das Kabel aber auch direkt dahinter verlegen. Diesbezüglich genutzt werden können zudem die Dehnungsfugen von Laminat.

Lautsprecherkabel: Diese Anschlussmöglichkeiten stehen zur Auswahl

Solide Lautsprecherkabel mit entsprechender Qualität sind zumeist mit Bananenstecker bzw. Banana-Steckern ausgestattet. Diese gibt es in zwei unterschiedlichen Ausführungen. Die Bananenstecker können flexibel und vielseitig eingesetzt werden. Mittlerweile zählt der Banana-Stecker zu den am meisten genutzten und den beliebtesten Steckverbindungen im Audio- bzw. im HiFi-Bereich. Dabei sind die Bananas von allen Anschlussoptionen die Variante, die am komfortabelsten an- und abgezogen werden kann.

Beliebteste Variante: Bananenstecker

Es gibt zwar viele unterschiedliche Arten von Bananensteckern, aber die folgenden Typen haben sich im HiFi-Bereich durchgesetzt:

1. Hohlbananas

Hierbei handelt es sich um einen hohlen Stecker, der durch einen wellenförmigen Schnitt aufgetrennt und dabei zusätzlich leicht geweitet ist. Dadurch verfügt der Stecker immer über einen entsprechenden festen Sitz in der jeweiligen Anschlussbuchse.

2. Spreizbananas

Diese Stecker Stecker besitzen gefederte Lamellen, die einen festen Halt ermöglichen. Denn durch die Federung kann der Stecker nicht aus der Buchse rutschen.

3. Klassischer Bananenstecker

Normale Banana-Stecker sind weder aufgeweitet, noch verfügen sie über eine Federung. Trotzdem aber sitzen sie fest in der jeweiligen Anschlussbuchse.

Die Eigenschaften der Bananenstecker auf einen Blick:

  • Minimierte Kurzschlussgefahr, da es keine freiliegenden Kabelenden gibt.
  • Montage kann ohne Werkzeuge erfolgen.
  • Bieten eine hervorragende Signalübertragung.
  • Der Großteil der Hersteller setzt in erster Linie auf die Hohl-Bananas, da sie die größtmögliche Fläche bieten, um einen zuverlässigen Kontakt herzustellen.
  • Eine Bananenstecker-Varianten sind untereinander steckbar.

Für welchen Bananenstecker du dich letztendlich entscheidest, ist immer reine Geschmackssache. Objektiv betrachtet gibt es klanglich keinen Unterschied zwischen den Bananenstecker-Varianten. Wer sich ein wenig um einen festen Halt sorgte, sollte sich dann aber für die Spreizbananas entscheiden, da dieser Stecker aufgrund der Verschraubung wirklich immer absolut fest sitzt.

Alternative Variante: Aderendhülse

Wer auf ein wirklich gutes Preis-Leistungsverhältnis Wert legt, ist mit Aderendhülsen wirklich gut beraten. Denn diese Eigenschaften sprechen für eine Nutzung dieser Stecker-Variante:

  • Günstigste Anschlussmöglichkeit.
  • Litzen werden gut vor Korrosion geschützt.
  • Sind leicht zu montieren und wieder zu entfernen.
  • Keine nennenswerten Verluste bei der Signalübertragung.

So erfolgt der Anschluss mittels einer Aderendhülse:

Die Enden der Lautsprecherkabel werden abisoliert. Anschließend steckst du die Hülse auf und verbindest diese mit dem Kabelende mittels einer Crimpzange. Dann führst du das Lautsprecherkabel unter oder in die Lautsprecher- bzw. Verstärker-Schraubklemme und schraubst die Verbindung fest.

Die elegante Lösung: Der Kabelschuh

Der Gabel-Kabelschuh stellt die wohl eleganteste Lösung dar. Dabei kannst du dich zwischen drei verschiedenen Befestigungsarten entscheiden:

  • Festklemmen via Schraubenklemme.
  • Festklemmen via Madenschraube.
  • Verlöten.

Aber Gabel-Kabelschuhe haben auch einen expliziten Nachteil. Sie passen nicht immer. Denn nur Anschlussterminals mit einer im Inneren befindlichen Gewindestange können den Gabel-Kabelschuh aufnehmen. Dafür aber gibt es auch eine Reihe von Vorteilen:

  • Das Kabel hat einen grundsätzlich festen Sitz im Kabelschuh.
  • Größtmöglicher Kontakt des Kabels mit der Anschlussbuchse.
  • Leicht anzuschließen und auch wieder zu entfernen.
  • Sehen optisch richtig schick aus.

Die alt-ehrwürdige Variante: Litzen werden unter die Anschlussmuttern geklemmt

Diese Variante ist die klassische Lösung. Die Litzen werden ganz einfach unter den Anschlussmuttern festgeklemmt; bei älteren Lautsprechern in einer Federklemme. Dazu entfernst du rund 15 Millimeter der Kabelisolierung, bevor du anschließend die freigelegten Adern verdrillst. Dann musst du die Anschlussschrauben am Verstärker aufdrehen und die verdrillten Adern unter die aufgedrehten Muttern schieben. Im letzten Schritt werden dann die Muttern wieder festgedreht. Aber aufgepasst: Einzelne Adern dürfen auf keinen Fall freiliegen bzw. herausragen. Kommen diese nämlich mit anderen Klemmen in Kontakt, besteht Kurzschlussgefahr. 
 

 
 
Veröffentlich am 25.01.2019
Aktualisiert am 11.06.2019