LNB: Ein Ratgeber

Am 8. Dezember 1989 begann in Deutschland die Satelliten-Übertragungen. Anfangs gab es nur SAT.1, RTL und Pro 7. Rund 30 Jahre später werden bereits weit über 400 deutschsprachige Sender via Satellit übertragen. Für eine reibungslose Übertragung und ein störungsfreies Bild ist dabei jeweils der LNB zuständig. Im Folgenden findest du die wichtigsten Eigenschaften, Funktionen und Daten rund um den rauscharmen Signalumsetzer.

Was genau ist ein LNB?

LNB ist die Kurzform von Low Noise Block. Grundsätzlich handelt es sich hierbei um die elektronische Baugruppe einer Satellitenempfangsanlage, die sich in der Signalauskopplung einer Panelantenne oder im Brennpunkt einer Parabolantenne befindet. Er fungiert quasi als rauscharmer Signalumsetzer. So verstärkt das auch LNC (Low Noise Converter) genannte Bauteil zum einen die schwachen Satelliten-Signale und setzt sie zum anderen gleichzeitig auf eine Zwischenfrequenz respektive eine andere Frequenz um. Dabei setzt er zum Beispiel die Satellitenfrequenz von 10,7 - 11,75 Ghz auf den Frequenzbereich 950 - 2150 Mhz um.

Durch dieses Umwandeln bzw. Umsetzen der Frequenz ist es dann möglich, mit einem Koaxialkabel oder auch mit Lichtwellenleitern die Übertragung und den Empfang mit einem entsprechenden Satelliten-Receiver zu sichern. Ein Low Noise Block besteht in der Regel aus einem rauscharmen Verstärker, einem so bezeichneten Low Noise Amplifier (kurz: LNA) sowie einem Block-Umsetzer. Ist zusätzlich ein auf die Empfangsfrequenz ausgerichtetes Feedhorn für die Einspeisung angebaut, wird von einem Low Noise Block Feed (kurz: LNBF) gesprochen.

Wie funktioniert ein LNB?

Der Low Noise Block hat dabei die Aufgabe, die vom Satelliten gesendeten hochfrequenten Signale in eine bedeutend niedrigere Frequenz umzuwandeln. Dieser Vorgang ist erforderlich, da die Satellitenfrequenz von 10,7 bis 12,75 Ghz schlichtweg zu hoch ist, um mit einem Koaxialkabel die Signale weiterzuleiten. Das liegt an der Dämpfung bei dieser Frequenzhöhe. Denn sie verhindert, dass der jeweilige Receiver das Signal in ausreichender Stärke empfängt. LNBs sorgen hier dafür, dass die Frequenz auf einen Wert von 0,95 - 2,2 Ghz heruntergesetzt wird. Diese Signale werden als Zwischenfrequenz bezeichnet und ermöglichen es letztendlich, dass die Satelliten-Signale problemlos über das Kabel an den Receiver als eigentlichen Empfänger übertragen werden.

Damit die Signale mit einem ausreichenden Pegel (angegeben in Dezibel; kurz: dB) - also Intensität oder Stärke - an den Receiver übertragen werden können, wird das jeweilige Signal direkt in den LNBs verstärkt.In der Regel lässt sich der Wert bzw. der Signalpegel vom jeweiligen Nutzer gut selbst kontrollieren, da die Anzeige des Signalpegels bei den meisten Receivern in der Betriebssoftware integriert ist.

Umschalten zwischen Frequenzbändern und Polarisationsebenen

Die Übertragung der TV-Signale vom Satelliten geschieht in zwei verschiedenen Frequenzbereichen:

  • Low Band mit einem Frequenzbereich von 10,7 - 11,7 Ghz.
  • High Band mit einem Frequenzbereich von 11,7 - 12,75 Ghz.

Neben diesen beiden unterschiedlichen Frequenzbereichen werden die Satelliten-Signale zudem auch noch in vertikaler sowie horizontaler Polarisation gesendet.Dadurch können pro Frequenz mehr Daten bzw. Signale übermittelt werden. Für den jeweiligen Nutzer bedeutet dies: mehr TV-Programme. Vier Schaltzustände sind dabei maximal möglich:

  • Low Band (horizontal).
  • High Band (horizontal).
  • Low Band (vertikal).
  • High Band (vertikal).

Auf diesen vier Kombinationen respektive Schaltungen aus Frequenzband und Polarisation können die jeweiligen Sender übertragen werden. Je nach TV-Programm ruft der Receiver dann den erforderlichen Schaltzustand auf. Zwecks Umschaltung legt der Receiver zwischen Schirm und Innenleiter dabei eine bestimmte Spannung an. Anschließend sendet er eine bestimmte Frequenz aus, wodurch sich das Frequenzband dann automatisch umschaltet.

Die einzelnen Produkttypen und ihre Eigenschaften

Im Handel sind verschiedene Produkttypen erhältlich. Sie unterscheiden sich dabei in erster Linie immer anhand der Anzahl der Anschlüsse und damit auch der Nutzer bzw. Teilnehmer. Die ist gerade für einen Mehr-Personen-Haushalt ein wichtiger Aspekt, da dort zumeist mehr als nur ein Receiver genutzt wird. Diese Versionen stehen zur Verfügung:

Single LNB

Stellt die einfachste Variante dar. Es gibt dabei lediglich einen Ausgang, der via F-Stecker mit einem Koaxialkabel verbunden werden kann. Aufgrund der limitierten Anschlussmöglichkeiten kannst du grundsätzlich immer nur einen Receiver vollumfänglich in Betrieb nehmen bzw. betreiben.

Twin LNB

Wird alternativ auch Doppel LNB genannt. Bei LNBs dieser Art stehen dir zwei Anschlüsse zur Verfügung. Beide Anschlüsse sind dabei voneinander getrennt und bieten jeweils das volle Signalspektrum. Jeder Anschluss wird dabei mit High und Low Band sowie mit vertikaler und horizontaler Polarisation versorgt.

Quad LNB

Diese Variante bietet dir gleich vier Ausgänge, wobei jeder einzelne Ausgang immer das volle Signalspektrum bietet. Dies bedeutet: Du kannst bis zu insgesamt vier Receiver anschließen, die - absolut autark und unabhängig voneinander - die Satelliten-Signale empfangen können.

Octo LNB

Bei dieser Version stehen gleich acht Ausgänge bzw. Anschlüsse zur Verfügung. Es können dann auch insgesamt acht verschiedene Receiver unabhängig voneinander betrieben werden, da jeder Anschluss auf das volle Signalspektrum zurückgreifen kann.

Quattro LNB

Hierbei handelt es sich um eine Sonderform, die vor allem durch ihre Flexibilität punktet. Denn Quattro LNBs ermöglichen die Verwendung von quasi beliebig vielen Receivern. Allerdings benötigst du hierfür einen so bezeichneten Multischalter oder Multiswitch als zusätzliches Element der Sat-Anlage.

FTW LNB

Diese Sonderform ist gerade in Gebieten praktisch, die über keinen guten Internet-Empfang verfügen. Dann kannst du mit einem FTW LNB direkt über den Satelliten ins Internet. Dabei benötigst du allerdings eine Alternative für den Upstream. Hier bietet sich zum Beispiel die Telefon-Einwahl an.

Unicable LNB

Auch diese Variante stellt eine Sonderform dar. Bei diesen LNBs moderner Prägung lassen sich mit nur einem Kabel gleich vier Receiver betreiben.

Diese Hersteller und Marken bieten qualitativ gute LNB-Produkttypen

LNB-Modelle und Hersteller gibt es mittlerweile viele. Aber wer bietet echte Qualitätsprodukte, die zuverlässig ein störungsfreies Bild ohne Rauscheffekte liefern? Hierbei solltest du deine Wahl keineswegs nur aufgrund eines großen und bekannten Herstellernamens treffen. Vielmehr zeigt sich immer wieder, dass auch kleinere Hersteller sowohl günstige als auch hochwertige LNBs in ihrem Portfolio haben.

Wie lange hält ein LNB?

Qualitativ hochwertige LNBs kommen durchaus auf eine Lebenszeit von bis zu zehn Jahren. Grundsätzlich benötigst du einen neuen LNB, wenn es zu Bildrauschen, zu Übertragungsfehlern oder zu Problemen mit nicht funktionierenden Anschlüssen kommt.

Auf diese Kaufkriterien musst du besonders achten

Das Angebot an Low-Noise-Convertern ist mittlerweile mehr als üppig. Neben der reinen Material- und Verarbeitungsqualität sollten grundsätzlich folgende Faktoren bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden:
 

  • Geringe Rauschstärke

    Ein guter LNB ist der der entscheidende Faktor für ein gutes Bild. Maßgeblich als Qualitätsfaktor ist dabei die Rauschstärke. Die Bildqualität ist um so besser, je geringer die Rauschstärke ausfällt. Die meisten LNBs weisen eine Rauschstärke zwischen 0,1 und 0,9 dB auf, wobei Geräte mit einem Rauschmaß von 0,1 bis 0,3 dB die beste Bildqualität bieten.

  • Feedaufnahme muss passen

    Achte darauf, dass es zwischen LNB und Antenne passt. Der Feed-Hals hat in der Regel einen Durchmesser von 23 Millimetern oder aber von 40 Millimetern. Wichtig ist dabei, dass einem LNB mit 23 Millimetern ein Adapter beiliegt, damit er auch mit einem 40 Millimeter Feed verbunden werden kann.

  • Schutz gegen Witterungseinflüsse

    Ein LNB ist quasi permanent Wind und Wetter ausgeliefert. Gerade bei Regen oder Schnee ist dabei ein schlechtes Bild nahezu vorprogrammiert. Dies lässt sich durch ein Wetterschutzgehäuse für den LNB verhindern.

  • Das richtige Zubehör

    Neben einem LNB-Kabel benötigst du auch eine stabile Halterung, damit der LNB auch in der richtigen Position bleibt. Wichtig ist auch ein längeres Antennenkabel, damit auch längere Strecken überbrückt werden können.

 
 
Veröffentlich am 28.01.2019
Aktualisiert am 11.06.2019