Satellitenschüssel: Welche ist die Richtige?

Der Satelliten-Empfang ist in Deutschland der Direktempfang mit dem überzeugendsten Preis-Leistungsverhältnis. Die Freiheit bei der Auswahl der Empfangsanlage sowie des Empfangsgeräts lässt zahlreiche Menschen dennoch ratlos zurück. Dieser Artikel zeigt, worauf es beim Satelliten-Empfang ankommt und worauf beim Kauf einer Satellitenschüssel zu achten ist.

Vor dem Kauf

Vor dem Kauf sollten bestimmte Fragen schon geklärt sein. Dazu gehören die Fragen nach der benötigten Größe, der Anbringungsart und den technischen Details. So gibt es zum Beispiel Satellitenschüsseln, die man auch ohne Bohrung aufstellen kann. Außerdem müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. In einer Mietwohnung ist zum Beispiel die Erlaubnis des Vermieters, eine Satellitenschüssel anbringen zu dürfen, zwingend vorgeschrieben.

Zudem benötigt man einen geeigneten Montage-Standort. Die Sat-Antenne sollte in Richtung Süden ausgerichtet werden. Wichtig bei Astra 1-Satelliten: Das nächste sichtbare Hindernis darf nur halb so groß sein wie seine Entfernung. Und natürlich muss die Sat-Antenne auch später problemlos erreichbar sein, da hin und wieder Wartungsarbeiten nötig werden könnten.

Grundsätzlich benötigt man eine Sat-Antenne, die aus der Satellitenschüssel (Spiegel) und der Empfangseinheit, kurz LNB oder LNC, besteht. Die Schüssel reflektiert die Sat-Signale, wirft sie - nunmehr gebündelt - auf den LNB und liefert die entsprechenden Bilder mittels Sat-Empfänger an das Fernsehgerät. Als Sat-Empfänger ist ein Receiver unerlässlich, es sei denn, im Fernsehgerät ist bereits einer integriert.

Die richtige Größe

Die Größe richtet sich nach dem Satelliten, der anvisiert wird. So reichen bei guten Bedingungen und für Astra 19,2° Ost Satellitenschüsseln mit einer Größe von rund 45 cm aus. Bei anderen angepeilten Satelliten reicht das nicht zwingend. Zusätzlich ist die Empfangsqualität auch vom Wetter abhängig, sodass man besser auf eine Satellitenschüssel mit einem Durchmesser von 60 cm zugreifen sollte, da der Empfang hier nicht so schnell abbricht. Ist eine Hausanlage mit mindestens vier Sat-Empfängern geplant, sollte der Durchmesser der Satellitenschüssel mindestens 80, besser noch 90 cm betragen.

Was ist ein LNB bzw. LNC?

Unter LNB bzw. LNC versteht man rauscharme Signalumsetzer. Die Abkürzungen stammen aus dem Englischen von Low Noise Block (LNB) bzw. Low Noise Converter (LNC). Sie sind im Brennpunkt der Satellitenschüssel montiert und ermöglicht die Kabelübertragung durch ein Koaxialkabel. Auch der Empfang mit einem Satellitenreceiver ist mittels Lichtwellenleitern möglich. Nähere Informationen dazu gibt es in unserem Artikel zum Thema.

Lohnt sich eine flache Satellitenantenne mit integriertem LNB?

Die Entscheidung für eine flache Satellitenantenne ist überwiegend reine Geschmacksache. Allerdings taugen die flachen Antennen nicht für Multifeed. Das bedeutet, dass man mehrere Flachantennen benötigt, wenn mehrere Satelliten empfangen werden sollen. Bei einer runden Satellitenantenne ist das nicht nötig.

Voraussetzung für einen Sat-Empfang?

Für den Sat-Empfang braucht es nicht viel. Neben einer freien Sicht Richtung anvisierten Satelliten benötigt man lediglich eine Sat-Anlage, die aus einer Parabol-Antenne, dem Koaxialkabel, dem LNB und dem Sat-Receiver besteht.

Das Koaxialkabel ist äußerst wichtig, denn bei hoher Scheidung schützt es vor externen Störungen. Beim Kabel sollte unbedingt auf Qualität gesetzt werden. Es muss mit Kupferinnenleiter und einer mehr als 90dB-Schirmung ausgestattet sein.

Zusätzlich benötigt man einen Multischalter, wenn mehrere Receiver bedient werden sollen. In kleine Anlagen ist er bereits integriert. Ein Multischalter versorgt die im Haus verteilten Receiver zuverlässig. Und natürlich braucht man mindestens einen Receiver für den Sat-Empfang. Für weitere Informationen halten wir verschiedene Artikel zum Thema vor.

Satellitenschüssel aufstellen bei Mietwohnung

In Mietwohnungen kommt es zunächst auf die Zustimmung des Vermieters an. Um eine Satellitenschüssel anzubringen, muss man oft die Substanz anbohren. Verständlicherweise machen das viele Vermieter nicht mit. Aber auch dann, wenn der Vermieter keine Zustimmung erteilt hat, muss auf den Sat-Empfang nicht zwingend verzichtet werden. Es gibt Satellitenschüsseln, die man gut auf dem Boden des Balkon aufstellen kann und die auch von Außen nicht gesehen werden können. Mit diesen Satellitenschüsseln beschädigt man nichts und hat trotzdem guten Empfang.

Wo sollte eine Satellitenschüssel montiert werden?

Um einen guten Empfang zu gewährleisten, muss der Standort der Sat-Antenne eine freie Sicht nach Süden haben. Die Zugänglichkeit sollte ebenfalls beachtet werden, um Wartungsarbeiten nicht zu erschweren.

Ist eine spezielle Anlage nötig für HDTV?

Nein, lediglich der Fernseher und der Receiver sollten für HDTV geeignet sein, die Satellitenanlagen sind es von Haus aus.

Arten von Satellitenschüsseln

Es gibt drei Arten von Satellitenschüsseln, die hier kurz vorgestellt werden sollen.

Offset-Antenne: Sie wird auch Offset-Spiegel genannt. Bei ihr ist der Parabolreflektor nur eine Art Ausschnitt aus einem Paraboloiden. Die Hornantenne als Erreger befindet sich zusammen mit ihrer Halterung außerhalb der Hauptstrahlungsrichtung. Dadurch gibt es keine Schattenbildung, die das Antennendiagramm negativ beeinflussen könnte.

Planar-Antenne: Hierbei handelt es sich um sogenannte Flachantennen, die breiter als hoch sind. Dadurch wird ein kleinerer horizontaler Öffnungswinkel erreicht und benachbarte Sat-Systeme unterdrückt.

Mobile Satellitenschüssel: Wie der Name schon sagt, werden diese Satellitenschüsseln nicht befestigt, sondern können frei aufgestellt werden. Dadurch lassen sie sich auch bei bedarf mitnehmen (z.B. zum Campingplatz).

Die wichtigsten Kaufkriterien

Vor der Kaufentscheidung sollten bestimmte Fragen geklärt sein. Hier eine kleine Auswahl der wichtigsten Entscheidungskriterien und der dazugehörigen Fragestellungen.

Typ der Satellitenschüssel: Wo möchte ich Satellitenempfang haben? Die Antwort darauf zeigt die richtige Richtung. So ist eine mobile Satellitenanlage für Camper geeignet, eine große Satellitenanlage mit einem Mindestumfang von 80 cm wird für einen störungsfreien Empfang in Ein- und Mehrfamilienhäusern benötigt.

Größe der Satellitenschüssel: Auch hier kommt es darauf an, wie gut die Voraussetzungen (freie Sicht, keine Hindernisse) am geplanten Montageort erfüllt sind und ob die Sat-Anlage fest oder mobil sein soll.

Material / Gewicht: Das wichtigste ist, dass sie aus rostfreiem Material ist. Und natürlich sollte sie nicht allzu schwer sein, da gerade bei fest montierten Sat-Anlagen ab einem gewissen Gewicht Probleme auftreten können. Stahl, Kunststoff oder Aluminium ist in erster Linie eine Geschmacksfrage. Doch je größer die Schüssel ist, desto leichter sollte das verwendete Material sein.

Farben: Die Farbwahl richtet sich ganz nach dem persönlichen Geschmack, sollte aber dennoch nicht übertrieben wirken. Es empfiehlt sich, hier auf die Umgebung Rücksicht zu nehmen.

F/D-Ratio: Damit wird das Verhältnis des LNB-Haltearms zum Durchmesser der Satellitenschüssel bezeichnet (F = Feedarm, D = Durchmesser). Empfohlen wird ein Verhältnis zwischen 0.3 und 0,4.

Verstärkung: Bezeichnet den Gewinn einer Satellitenschüssel mit der Maßeinheit Dezibel. Ein schwacher Empfang verlangt nach einer größeren Satellitenschüssel.

LNB: Dieser ist meist bereits im Umfang enthalten. Es gibt lediglich Unterschiede, wie viele Receiver damit ohne Multischalter versorgt werden können.

AZ / EL: Kommt von Azimut (AZ) und Elevation (EL). Azimut bezeichnet die Ausrichtung, Elevation die Neigung der Halterung.

Fazit

Eine Sat-Anlage ist in der Erstanschaffung vielleicht etwas kostspieliger, dafür hat man jedoch auch keine weiteren Folgekosten. Wer eine Satellitenschüssel kaufen möchte, sollte sich vorher ausreichend über die möglichen Angebote informieren. Mieter brauchen zwingend die Zustimmung ihres Vermieters.
 

Veröffentlich am 18.04.2019
Aktualisiert am 11.06.2019