Ein Soundsystem kaufen: Das gilt es zu beachten

Die Fernseher sind in den letzten Jahren immer größer geworden. Und immer dünner. Die Zuschauer freuen sich über brillante Bilder in Kinoqualität. Aber sie spitzen die Ohren. Denn erstens braucht ein riesiger Bildschirm einen größeren Sitzabstand des Betrachters. Und zweitens verbietet das schmale Gehäuse der neuen Geräte den Einbau leistungsfähiger Lautsprechersysteme. Ergebnis: Tolles Bild, dünner Ton. Wenn du vor dem heimischen Großbildschirm echtes Kinogefühl erleben willst, kommst du um eine Soundsystem-Installation nicht herum. Soundsysteme haben sich in den letzten Jahren zur Lieblingstechnik aller Heimcineasten und Musikfans entwickelt. Allerdings fällt es dem Laien schwer, unter dem wachsenden Angebot von Möglichkeiten das Optimum fürs eigene Wohnzimmer herauszufiltern. Dieser Artikel will dabei helfen.

Was ist ein Soundsystem?

Soundsysteme bestehen aus einem Subwoofer und mindestens zwei Lautsprechern. Diese zusätzlichen Tonquellen werden im Raum so platziert, dass ein möglichst lebensnaher Sound entsteht. Der Umfang der Soundsysteme wird durch Zahlenkombinationen definiert - beispielsweise 2.1 oder 7.1. Die Ziffer vor dem Punkt steht für die Anzahl der Lautsprecher, die Ziffer hinter dem Punkt für die Anzahl der Subwoofer. Im Folgenden werden die technischen Varianten dargelegt.

Die Soundbar

Die Soundbar besteht aus einem Lautsprecher mit Hoch- und Mitteltönern und einem Subwoofer. Sie zählt nicht zu den Soundsystemen.

Soundsystem 2.1 bis 11.2

Gängig sind die Zusammenstellungen 2.1, 5.1, 7.1 - also von zwei Lautsprechern plus einem Subwoofer bis sieben Lautsprecher plus einem Subwoofer. Meistens werden diese Soundsysteme als Komplettsystem zusammen mit einem Blue-Ray-Player ausgeliefert.

Der AV-Receiver als Soundsystem

AV-Receiver sind klangverstärkende Steuerzentralen, die neben dem Fernseher auch mit allen anderen klangproduzierenden Geräten korrespondieren können. Hier werden Anschlüsse bis zu 11.2 - also elf Lautsprecher, zwei Subwoofer - verwirklicht.

Entscheidungstipp

Die Entscheidung für eine Soundsystem-Größe sollte maßgeblich von der Raumgröße beeinflusst werden. Steht dein Fernseher in einem kleinen Wohnzimmer, schaffst du mit der 2.1-Variante einen realistischen Sound. Bedenke auch, dass alle Lautsprecher ästhetisch platziert werden sollen. Der AV-Receiver ist das Soundsystem für den High-End-Musik-und-Kino-Fan. Allein die Receiver können über 3.000 Euro kosten.

Soundsystem versus Soundbar

Beide Lautverstärkungs-Varianten besitzen ihre Vor- und Nachteile. Bei der Entscheidung kommt es letztlich auf die eigenen Nutzungskriterien an.

Vor - und Nachteile einer Soundbar
 

VORTEILE
  • Nimmt wenig Platz weg 
  • Fügt sich dezent in die Wohnlandschaft ein
  • Lässt sich unaufwändig verkabeln 
  • Ist günstig in der Anschaffung 
NACHTEILE
  • Bringt nicht die Surround-Klangleistung wie das Soundsystem 

Vor - und Nachteile von Soundsystemen 

VORTEILE
  • Liefert echte Kino- und Orchestererlebnisse (wenn von hinten geschossen wird, kommt der Schall auch von hinten an)
  • Lautsprecher sind perfekt aufeinander abgestimmt
NACHTEILE
  • Höhere Anschaffungskosten
  • Aufwändige Installation durch Verkabelung und Platzierung der Boxen 

Die Platzierung der Lautsprecher

Fakt ist: Du kannst ein High-End-Soundsystem kaufen und dennoch einen ungenügenden Klang produzieren - wenn du die Lautsprecher falsch aufstellst. Ziel ist immer der Surround-Effekt.

Exkurs: Aktive und passive Boxen

Soundsysteme werden mit aktiven oder passiven Boxen angeboten. Aktive Boxen besitzen eine eigene Stromzufuhr und einen eigenen Verstärker. Sie müssen lediglich mit der Musik-/Geräuschquelle verbunden werden. Passive Boxen brauchen einen Verstärker, um Sound zu produzieren. Das macht die Anschaffung teuer und die Verkabelung aufwändiger - dennoch sind sie unter Musik- und Heimkinofreunden das Mittel der Wahl, denn nur mit passiven Lautsprechern ist Perfektion möglich.

Lautsprecher-Aufstellung 2.1-System

Die zwei Frontlautsprecher werden zu beiden Seiten des Bildschirms idealerweise auf Ohrenhöhe installiert. Der Subwoofer befindet sich auf gerader Strecke zum Hörer.

Lautsprecher-Aufstellung 5.1-System

Die zwei Frontlautsprecher stehen seitlich des Bildschirms. Der Abstand zwischen ihnen ist genauso groß wie die Distanz zwischen Lautsprecher und Hörplatz. Als Aufstellhöhe werden 40 bis 120 Zentimeter empfohlen. Über Bildschirm/Leinwand wird der Center-Lautsprecher platziert, denn er gibt die Sprache wider. Seitlich vom Hörplatz, auf 1,40 bis 2,10 Metern Höhe, hängen die beiden Dipol-Lautsprecher. Der Standort des Subwoofers kann frei gewählt werden.

Lautsprecher-Aufstellung 7.1-System

Hier wird nach den gleichen Prinzipien wie beim 5.1-System aufgebaut. Zusätzlich beinhaltet das 7.1-System noch zwei Rear-Center-Boxen. Diese werden an der hinter dem Hörplatz liegenden Rückwand angebracht. Ihr Abstand orientiert sich an der Distanz der beiden Frontboxen. Die Installationshöhe sollte zwischen 1,40 und 2,10 Metern liegen.

Vor- und Nachteile kabelloser Soundsysteme

Je umfangreicher das Soundsystem, desto differenzierter und kinomäßiger ist sein Klang. Aber der heimische Tontechniker stößt irgendwann an die Grenzen der Verlegekunst. Weder quer über die Wand laufende Kabel noch Stolperfallen am Boden machen einen Raum wohnlicher. Die kabellose Variante schafft Abhilfe. Sie funktioniert über WLAN oder Bluetooth und versorgt in der Regel die Dipol- und Rear-Center-Boxen mit kabellosem Sound. Auch der Subwoofer wird eventuell unverkabelt betrieben. Die Frontlautsprecher sind als Passivboxen meist weiterhin verkabelt.
 

VORTEILE
  • Keine "Strippenwirtschaft", keine Stolperfallen
  • Schnelle Installation
  • Schnelle Anpassung an geänderte Raumverhältnisse
NACHTEILE
  • Kabellose Lautsprecher sind immer Aktiv-Boxen. Es müssen kleine Abstriche beim Klang gemacht werden
  • Ein kabelloses Soundsystem ist teurer als ein verkabeltes 

Kleine Lautsprecherkunde

Für authentische Philharmonie-Erlebnisse und bestes Kinofeeling sind gute Lautsprecher unverzichtbar. Die schönsten Ergebnisse erzielst du durch eine individuelle Zusammenstellung deines Soundsystems. Dreh- und Angelpunkt der Perfektion sind die Boxen.

Standboxen

Von Standboxen wird meist ab einer Höhe von 90 Zentimetern gesprochen. Kleinere Ausführungen fallen unter den Begriff Kompaktboxen. Die Soundsystem-Frontlautsprecher sollten immer Standboxen sein. Damit erzielst du die verzerrungsfreie Wiedergabe auch sehr hoher und tiefer Töne und mehr Klangvolumen.

Säulenboxen

Säulenboxen sind in einem Soundsystem typische Vertreter der Standboxen. Sie werden als Frontlautsprecher eingesetzt. Dank ihres eleganten Designs lassen sie sich gut ins Wohnambiente integrieren. In einem Säulenlautsprecher sind mehrere Membranen verschiedenen Querschnitts untergebracht, die einen großen Frequenzbereich abdecken.

Micro-Lautsprecher

Bei diesen Lautsprechern handelt es sich um kleine Kompaktboxen. Es gibt große Soundsysteme, die allein aus Micro-Lautsprechern aufgebaut werden. Natürlich kommen sie nicht an den Klang von Stand-/Säulen-Lautsprechern heran. Dennoch besitzen hochwertige Micro-Boxen einen erstaunlich guten Sound und bieten eine Alternative für dezente Soundsystem-Lösungen.

THX-Lautsprecher

THX ist eine Qualitätsnorm, ein Gütesiegel für besonders exzellente Klangerlebnisse. Das Ziel: Die Tonwiedergabe soll sich hundertprozentig mit den Vorgaben des Toningenieurs decken. THX-Boxen besitzen einen sehr sauberen Ton und eine verfälschungsfreie Wiedergabe ohne Verzerrungen.

Fazit: Ein gutes Soundsystem kann schon mit wenigen Mitteln kabelfrei installiert werden. Perfektionisten, die bereit sind, tiefer in die Tasche zu greifen, schaffen mit den heutigen Möglichkeiten einen überwältigenden Kino- und Konzertsaal-Sound. 
 

Veröffentlich am 18.04.2019
Aktualisiert am 11.06.2019