"Wir, das Volk" - mit diesen Worten beginnt die amerikanische Verfassung. Der zweite Teil der Doku-Reihe fragt: Wer gehörte im Land der Einwanderer von Beginn an dazu und wer nicht? War das Versprechen "We the people" nach der Unabhängigkeit vor 250 Jahren jemals für alle gedacht? Oder war die Nation der Einwanderer auch immer schon eine Nation der Ausgrenzung? Schafft Einwanderung Vielfalt, aber gleichzeitig auch soziale Konflikte? Pamela Hemphill war am 6. Januar 2021 dabei, als das Kapitol gestürmt wurde. Heute bereut die "MAGA-Granny" ihre Teilnahme zutiefst. Was trieb sie damals an? Und was hat sich seitdem für sie verändert? Die ZDF-Dokumentation begleitet sie bei ihrer Rückkehr nach Washington - fünf Jahre nach jenem Tag, der Amerika erschütterte. Den Kampf für die Freiheit sehen auch Waffenbesitzer in Virginia als ihr gutes Recht. Sie gehen auf die Straße, um Schnellfeuergewehre zu verteidigen - für sie Symbol der Freiheit, verankert in Bibel und Verfassung. Und längst greifen auch jene zur Waffe, die früher nie eine angerührt hätten. In Portland stehen sich Demonstranten Nacht für Nacht gegenüber. Die einen protestieren gegen die Abschiebepraxis des US-Präsidenten und der Einwanderungsbehörde ICE und kämpfen für die Rechte von Einwanderern. Die anderen sehen in ihnen "Terroristen", die Amerika zerstören wollen. Beide Seiten sind überzeugt: Sie verteidigen die Freiheit. "All men are created equal" - auf diesem Ideal gründete vor 250 Jahren die Unabhängigkeitserklärung. Doch für wen galt es wirklich? Die Gründerväter, die von Gleichheit schrieben, besaßen selbst Sklaven. Historikerin Keisha N. Blain betont, dass schwarze Amerikanerinnen und Amerikaner die Gründungsdokumente immer wieder beim Wort genommen haben: "Schwarze Communities haben dieses Ideal ernst genommen, auch wenn der Staat sie ausschloss." In Boston zeigt Sozialarbeiter Abrigal Forrester, wie die Spuren dieser Geschichte bis heute nachwirken und junge Menschen prägen.
