Die unheimlich anziehende Atmosphäre des stillgelegten Atomkraftwerks Zwentendorf begeistert Stefan Zach, den Hüter des energielosen Kernkraftwerks. Keiner kennt die Geschichte und die G'schichtln rund um Österreichs größte Investitionsruine so gut: "Ich habe mich vor mehr als 25 Jahren in das Kraftwerk verliebt", sagt der Historiker, "aber ich mag ja auch Friedhöfe". Mittlerweile hat er sich hier, an diesem technischen Friedhof, ein Zweitbüro eingerichtet, mit originalen Polstermöbeln im schönsten Siebziger-Orange und gerahmten Stickern der Pro- und Kontra-Kampagnen von 1978 an den Wänden. Auf einem Weg zwischen Weingärten fährt ein grüner Oldtimer-Traktor quer durchs Bild: am Steuer Hannelore Wöber, hinten auf einem hölzernen Sitz, mit dem Korb auf dem Schoß, sitzt ihr Sohn Haubenkoch Christian Wöber vom "WOLF" in Langenlebarn. Der Garten bietet (fast) alles, was Christian in seiner Küche braucht: Paradeiser in unterschiedlichen Formen, Zucchini, Kürbis und bienenumschwirrtes Basilikum. Bevor sich Christian an die Arbeit macht, platziert er die Schafwolle auf den schwarzen Planen der Beete. Seine Mama kontrolliert die Gemüsereihen. Der Landstrich an der Donau ist das ideale Anbaugebiet für die Weiden des Korbflechters Luc Bouriel, der hier das Wissen um sein Handwerk auch weitergibt. Der gebürtige Franzose verliebte sich in das uralte Handwerk des Flechtens - und in eine Frau. Ihr zuliebe zog er nach St. Andrä-Wördern, wo er jetzt die Flechtkunst vor dem Aussterben bewahrt. Der Korbflechter hat seine Werkstätte und seine Weidenzucht direkt neben dem Damm an der Grenze zur Donauau nördlich von St. Andrä-Wördern eingerichtet. In der Sattlerei von Jasmin Buckner herrscht eine ruhige und konzentrierte Atmosphäre. Das charakteristische Aroma von frischem Leder liegt in der Luft, während sie mit geschickten Händen ihr Handwerk ausübt. Die Werkbank ist mit hochwertigem Leder, Messern, Schablonen und Werkzeugen sorgfältig arrangiert.






