Die B96 beginnt in einem großen Kreisverkehr, auf dem Ring um die Altstadt von Zittau. Seit der Wende wurde die Stadt fast vollständig saniert. Trotzdem fehlen vor allem junge Leute, denn gut bezahlte Jobs sind noch immer rar. Felix Matthias Weickelt ist Musikpädagoge und kam nach seinem Studium zurück. "Die Jungen müssen bleiben und anpacken, denn hier kann man mittlerweile gut leben und hat große Chancen", ist er überzeugt. Nur wenige Kilometer weiter stehen die Produktionshallen des ehemaligen Robur-Werks. Die alte Industriearchitektur steht unter Denkmalschutz und zerfällt immer mehr. Früher wurden hier Motoren, Achsen und Karosserierahmen für Lkw gebaut. Im VEB Robur-Werke Zittau waren 5000 Menschen beschäftigt. Nach der Wende verhandelte der letzte Direktor, Johannes Dünsch, mit der Treuhand. 1200 Jobs sollten erhalten bleiben, dann aber wurde das Werk 1991 geschlossen. Nur 13 Kilometer von Zittau entfernt steht direkt an der B96 in Oderwitz eines der schönen Lausitzer Umgebindehäuser, die Feinbäckerei Otto. Seit 1894 ist das Haus ein familiengeführter Handwerksbetrieb und wird heute von Babette und Roman Otto geführt. In den letzten Jahren hat das Ehepaar viel investiert, beschäftigt 20 Angestellte und verwöhnt die Kunden mit alten und regionale Rezepturen. Sehr erfolgreich produziert man auch in der Bierbrauerei in Eibau. Die Chefin Julia Böhmer hat einen großen Anteil daran. "Bier ist ein tolles Thema", sagt sie, "man kommt immer sofort ins Gespräch." Seit 2010 hat sie die Ausrichtung des mittelständischen Unternehmens maßgeblich bestimmt und das Exportgeschäft angekurbelt. Eibauer Bier wird heute bis nach China, Japan, Russland und Korea exportiert. Durch eine sanfte Hügellandschaft schlängelt sich die B96 durch die Oberlausitz. Rund 6000 Umgebindehäuser gibt es noch. Die alte Volksbauweise ist einmalig in Europa und prägt die Landschaft an diesem Teil der B96. Die Altstadt von Bautzen liegt auf einem Berg und wurde aufwendig saniert.
