Für die 19-jährige Jojo geht ein Traum in Erfüllung: Sie wird an der Münchner Kunstakademie angenommen und darf in der Klasse des berühmten Professors Robert Copley studieren. Doch der ersehnte Aufbruch in die Sphäre der bildenden Kunst wird rasch zum Härtetest. Schon am ersten Tag wird ihr signalisiert, dass sie um ihren Platz kämpfen muss. Die idealistische Studentin gerät in einen Betrieb, der von Selbstinszenierungen geprägt ist; Bewunderung und Erniedrigung liegen oft dicht beieinander, beruhend auf einem Bewertungssystem, das kaum greifbar ist. In einem toxischen Klima sucht Jojo nach ihrer eigenen künstlerischen Sprache. Intrigen und Missgunst prägen das Verhältnis unter den Studierenden, Freundschaften erweisen sich als brüchig und die Lehrenden nutzen ihre Macht auf unterschiedliche Weise aus. Ein Skandalprofessor überschreitet mit seinen Provokationen regelmäßig Grenzen; der charismatische Copley bleibt als gefeierter Mentor widersprüchlich und unberechenbar. Als Jojos Bilder verschwinden, im Umfeld der Akademie immer wieder ein unheimlicher Mann auftaucht und auch im Privaten Verluste und Enttäuschungen zunehmen, gerät ihr erstes Studienjahr zu einer Krise. Gerade daraus gewinnt ihre Arbeit jedoch eine neue Dringlichkeit. Camilla Guttner erzählt Jojos Weg als satirisch gebrochenen Bildungsroman und als Blick in einen Mikrokosmos aus künstlerischem Streben und institutionalisierter Grenzüberschreitung. Der Film verbindet groteske Figuren und Milieubeobachtung mit einer zunehmend melancholischen Atmosphäre, die nachdenklich macht.
