Für Michel Bouquet, einen klassischen Bühnenschauspieler, brachte "Die untreue Frau' 1968 die erste Film-Hauptrolle. Zuvor hatte er - eher beiläufig für den Regisseur Henri-Georges Clouzot - in verschiedenen Filmen mitgewirkt. Doch seine Heimat war das Theater, dem er sich nach einer Bäcker- und Bankangestelltenausbildung 16jährig zuwandte. Sein Spiel überzeugte auf Anhieb. Jean Anouihl engagiert Bouquet für seine Uraufführungen und bald war Bouquet aus dem Repertoire der modernen Stücke von Camus, Osborne und Pinter nicht mehr wegzudenken. Für Chabrol trat Bouquet für "Hühnchen in Essig' 1984 noch einmal mit Stépahne Audran vor die Kamera, doch auch die anderen französischen Kinomacher entdeckten die subtile Schauspielkunst des Mimen und engagierten ihn für ihre Filme, so unter anderem François Truffaut ("Die Braut trug schwarz', 1967; "Das Geheimnis der falschen Braut, 1969), Yves Boisset ("Ein Bulle sieht rot', 1970; "Das Attentat', 1972) oder Henri Verneuil ("Die Schlange', 1972).
