Ausnahmezustand im westlichen Niedersachsen: Zehn Kilometer Trödel mitten auf dem Land. Einmal im Jahr wird das Örtchen Elisabethfehn zum "längsten Flohmarkt Deutschlands". Entlang des Elisabethfehnkanals wird gefeilscht und gehandelt. Zu Christi Himmelfahrt kommen rund 2000 Verkäufer und bis zu 80.000 Besucher. Für den Ort ist der Markt Kraftakt und Ereignis zugleich - zwischen Trubel, Logistik und Zusammenhalt. Noch vor Sonnenaufgang beginnt der Aufbau: Entlang des Kanals breiten Händler ihre Waren aus Dachböden, Garagen und Nachlässen aus. Erste Besucher sichern sich früh ihre Schnäppchen, Einsatzkräfte gehen in Stellung. Der Tag folgt einem festen Ablauf - von den ersten Handgriffen bis zur letzten Kehrmaschine. Im Zentrum steht Veranstalter Claas Meyer. Seit zehn Jahren organisiert er das Großereignis gemeinsam mit rund 50 Freiwilligen. Verkehrslenkung, Standvergabe, Stromversorgung - alle Fäden laufen bei ihm zusammen. Er koordiniert, entscheidet und reagiert auf Unvorhergesehenes. Denn wenn Zehntausende Menschen gleichzeitig eintreffen, kann viel passieren. Parallel sorgt die örtliche Polizei für Sicherheit. Einsatzleiter Thomas Rawe und seine Kollegen bewegen sich durch dicht gedrängte Besuchermengen und greifen bei Konflikten ein. Alkohol, Verkehrsprobleme, vermisste Kinder - ein Lagebild, das jederzeit kippen kann. Unterstützung kommt von der Reiterstaffel aus Hannover, die dort Präsenz zeigt, wo Fahrzeuge nicht mehr durchkommen. Auf dem Wasser des Elisabethfehnkanals ist die DLRG im Einsatz. Einsatzleiter Thomas Pekeler koordiniert mit seinem Team die Sicherung des Ufers. Boote patrouillieren permanent und reagieren auf Notfälle - oft die einzige Möglichkeit, die Menschenmassen zu umgehen. Der XXL-Flohmarkt ist mehr als ein Spaß-Event: Für viele ist er eine wichtige Einnahmequelle, für andere eine Belastung. Seit über drei Jahrzehnten zieht er Besucher aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland an - Staus und Müll inklusive.
