Oktober 2021, die Syrer Bashir (Jalal Altawil) und Amina (Dalia Naous) haben mit ihren drei Kindern und dem Grossvater (Muhammad Al Rashi) die Flucht aus ihrem vom Krieg zerrütteten Heimatland gewagt und sind, angelockt von den Versprechungen des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko, in Minsk gelandet. Gemeinsam mit der afghanischen Lehrerin Leïla (Behi Djanati Atai) wollen sie die grüne Grenze nach Polen überqueren und dann weiter nach Schweden. Doch an der Grenze wird die Flüchtlingsgruppe vom polnischen Grenzkorps gewaltsam gestoppt und durch Sumpfland und Wald nach Belarus zurückgetrieben. Die Grenzwächter haben den Befehl die potenziellen Terroristen an der Einreise zu hindern, weshalb auch Kinder und Schwangere nicht vor der äussert brutalen Zurückweisung sicher sind. Einzig Jan (Tomasz Wlosok), einer der Wächter, dessen schwangere Frau zuhause auf ihn wartet, beginnt immer mehr an seiner unmenschlichen Arbeit zu zweifeln. Und Julia (Maja Ostaszewska), die in der Nähe der Grenze wohnt, mag die täglichen Übergriffe nicht länger mitansehen und schliesst sich einer Gruppe von Aktivistinnen und Aktivisten an, die die in den Wäldern festsitzenden Flüchtlinge gegen den Willen der Regierung mit dem Nötigsten versorgen. Dort trifft sie auch Bashir und Amina. Gedreht in intensiven Schwarzweiss-Bildern, zeigt "Green Border", wie Geflüchtete zum Spielball geopolitischer Interessen werden und dabei die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt. Ihre eindringliche Kritik an der Flüchtlingspolitik der Regierung hat der polnischen Regisseurin Agnieszka Holland nach der Premiere des Films den Vorwurf der regierungsfeindlichen Propaganda eingebracht und sie hat den Hass der Anhänger der rechtsgerichteten PiS zu spüren bekommen. Holland, die danach Personenschutz brauchte, will den Film aber eigentlich als allgemeingültige Anklage gegen die Unmenschlichkeit im Umgang mit Flüchtenden weltweit sehen.
