Hamburg ist ständig in Bewegung. Jeden Tag strömen Hunderttausende Menschen durch Straßen, Bahnhöfe und über Plätze. Man begegnet sich. Oft nur für Sekunden. Doch es gibt Menschen, die genauer hinsehen. Die zuhören. Die beobachten. "die nordstory" erzählt von Hamburgerinnen und Hamburgern, die mittendrin arbeiten - an den belebtesten Orten der Millionenstadt: am Hauptbahnhof, auf dem Kiez, in der Innenstadt, auf dem Dom. Mit rund einer halben Million Fahrgästen täglich ist der Hamburger Hauptbahnhof der am stärksten frequentierte Bahnhof Deutschlands. Mittendrin: DB-Servicemitarbeiter Reiner. Vor seinen Augen treffen die unterschiedlichsten Menschen aufeinander: von arm bis reich, vom Bettler bis zum Staatsmann. Er ist ständig unterwegs zwischen Bahnsteig und Wandelhalle und beantwortet Fragen der Reisenden. Dabei kriegt er auch Frust ab: Verspätungen, verpasste Anschlüsse, verlorene Nerven. Taxiunternehmer Jan steuert seinen Wagen durch die Stadt. Er weiß nie, wer als nächstes einsteigt. Gerade in der Nacht sei es besonders: "Es gibt schon Menschen, die sind auf Krawall gebürstet, aber dann muss ich zusehen, dass ich denen den Wind aus den Segeln nehme." Im Taxi entstehen Gespräche, die sonst nirgends stattfinden: intim, direkt, manchmal überraschend ehrlich. Vom gestressten Manager bis zur ausgelassenen Partygängerin begegnet er allen Facetten von Leuten in der Stadt. Am Hans-Albers-Platz auf St. Pauli macht sich Dustin bereit für die Nacht. Unter seinem Pullover trägt er ein Kettenhemd zum Schutz vor Messerstichen. "Der Kiez ist eine Hassliebe", sagt er. Seit vielen Jahren arbeitet er hier als Türsteher. Er entscheidet in Sekunden, ob ein Gast rein darf oder nicht. Er liest Gesichter, erkennt Stimmungen, spürt, wann etwas kippt; oft, bevor es passiert. Zwischen Feierlaune und Aggression sucht er die Balance. Und sagt: "Es ist eine Art Romantik. Wenn morgens die Sonne aufgeht, gehe ich runter zur Elbe, sehe den Fischmarkt - das ist Hamburg.
