Auf der Kapverdischen Vulkaninsel Fogo wächst die junge Nana (Dailma Mendes) bei der Familie ihres abwesenden Vaters auf. Ihre Mutter Nia (Alice da Luz) hat die Insel kurz nach Nanas Geburt wegen einer mysteriösen Krankheit verlassen und das Mädchen in die liebevolle Obhut von fünf Frauen gegeben. In der rauen, zugleich faszinierenden Landschaft der Insel verbringt Nana eine unbeschwerte Kindheit, geprägt von Natur, Gemeinschaft und den Erzählungen ihrer Grossmutter. Doch immer wieder erlebt sie, wie Menschen aus ihrem Umfeld die Insel verlassen. Als Nana selbst schwer erkrankt und zur Behandlung an den Fuss eines Vulkans geschickt wird, verschwimmen für sie die Grenzen zwischen Realität und Traum. Erst Jahre später kehrt ihre Mutter überraschend zurück und stellt Nana als Teenager (Sanaya Andrade) vor eine schwere Entscheidung. Denise Fernandes steht für eine neue Generation mutiger Filmschaffender. 1990 in Lissabon als Tochter kapverdischer Eltern geboren, wächst sie in Locarno auf und entdeckt früh ihre Leidenschaft fürs Kino. Nach Filmstudien in Lugano und Kuba - einer Erfahrung, die ihren Blick für poetische, teils entrückte Erzählweisen prägte - kehrt sie 2014 in die Schweiz zurück. Es folgen Stationen in Paris, wo sie sich mit franco-afrikanischen Filmschaffenden vernetzt und beginnt, sich in ihrer Arbeit verstärkt mit ihren eigenen Wurzeln auseinanderzusetzen. Ihr Spielfilmdebüt "Hanami" wurde auf Fogo, einer der zehn Inseln des Kapverdischen Archipels, gedreht. Die Besetzung besteht überwiegend aus Laien. Die Erzählung nimmt die Perspektive eines kleinen Mädchens ein, das auf den Kapverden zurückbleibt und im Laufe des Erwachsenwerdens eine intime Beziehung zur Natur und zur Bevölkerung der Insel aufbaut, einer ehemaligen portugiesischen Kolonie, die heute zu den politisch stabilsten und wohlhabenderen Ländern Afrikas gehört. Der Film feierte 2024 seine Weltpremiere in Locarno und wurde seitdem bei zahlreichen Festivals ausgezeichnet.
