Beleidigungen, Drohungen und gezielte Diffamierungen gehören für viele Menschen in Deutschland zum digitalen Alltag. Hass im Netz ist kein Randphänomen mehr, es kann jeden treffen. Die ZDF-Dokumentation "Hass im Netz: Eine bessere Welt - die Dokumentation" zeigt, wie digitale Gewalt Leben verändert - und stellt die Frage, wie wirksam Staat und Gesellschaft dagegen vorgehen. Was oft als "Meinungsäußerung" verharmlost wird, entfaltet für die Betroffenen reale, teils existenzielle Folgen. Die ZDF-Dokumentation begleitet Menschen, die massive Hasskampagnen erlebt haben - und die sich entschieden haben, nicht zu schweigen. Der Film von Julia Lösch und Rebecca Kirkland erzählt von Angst, Ohnmacht und Scham, aber auch von Mut, Widerstand und der Frage, wie gut der Rechtsstaat im digitalen Zeitalter tatsächlich schützt. Im Zentrum stehen persönliche Geschichten: Der ehemalige Fußballprofi Kevin Plath, der nach einem TV-Auftritt Ziel rassistischer Hassattacken wurde. Die Drag Queen und Aktivistin Vicky Voyage, für die das Internet zugleich Bühne und Schlachtfeld ist. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Kemfert, die für ihre fachliche Arbeit zu Klima- und Energiefragen mit massiven Drohungen konfrontiert wird. Ihre Erfahrungen zeigen: Digitale Gewalt trifft längst nicht nur Randgruppen - sie kann jeden treffen, der öffentlich sichtbar ist. Parallel wirft der Film einen Blick hinter die Kulissen von Beratungs- und Meldestellen wie HateAid, die Betroffene juristisch und psychologisch unterstützen. Er begleitet ihre Arbeit im Spannungsfeld zwischen engagierter Hilfe, mangelnder Kooperation großer Plattformen und schleppender Strafverfolgung. Zugleich konfrontiert die Dokumentation Polizei und Justiz mit den Erwartungen der Opfer: Warum verlaufen so viele Anzeigen im Sande? Wo liegen die strukturellen Defizite zwischen Gesetz und Umsetzung?
