Profifußball ist ohne perfekten Rasen heute nicht mehr denkbar. Doch dessen Herstellung ist selten nachhaltig. Für den Rollrasen-Hersteller Schwab eine Herausforderung. Das bayerische Unternehmen gilt als Pionier des schnellen Rasens. Bereits 1970 brachte der Seniorchef die Idee nach Deutschland, stattete damit später auch die Allianz-Arena in München für die WM 2006 aus. Zahlreiche andere Bundesligastadien folgten. In der breiten Öffentlichkeit ist der Meister des Rollrasens eher unbekannt, in der Fußballwelt ist der Name hoch angesehen. Horst Schwab gilt als "Rasenpapst". Er war der erste deutsche Fertigrasen-Produzent. Sein Prinzip: heute ausrollen, morgen drauf spielen. Damit revolutionierte er deutsche Fußballstadien. Sohn Walter hat es heute mit dem Familienunternehmen deutlich schwerer, denn Hitze und Trockenheit bedrohen den klassischen Rasenanbau, und die Behörden schauen kritisch auf die Bewässerung der Felder. Walter und dessen Ehefrau Hilde führen den Betrieb in zweiter Generation und beliefern vor allem Hausbesitzer und Landschaftsgärtner. Mit etwa zehn Prozent der deutschen Anbaufläche behaupten sie sich als wichtiger Branchen-Player. Obwohl die Schwabs mit neuen Samenmischungen experimentieren, um den Wasserbedarf zu reduzieren, benötigt der Rasen vor allem vor der Ernte Feuchtigkeit. Seit Jahrzehnten beziehen sie dafür Wasser aus einem nahen Fluss. Doch wie lange kann das so weitergehen? Die Behörden sind angesichts sinkender Wasserstände und die Konkurrenz durch Industrie und Landwirtschaft zurückhaltend. Bleibt die Genehmigung für das nächste Jahr aber aus, wird es gefährlich eng für Schwabs Rasenanbau. Auch im Fußball stehen die Zeichen auf Veränderung: Der Klimawandel bringt die Clubs in ein Dilemma. Das perfekte Grün benötigt reichlich Dünger, Wasser und Wärme von oben und unten. DFB-Chef-Greenkeeper Sebastian Breuing gibt Einblicke in die Kunst der Rasenpflege und die enorme Bedeutung von Rollrasen für den beliebtesten Sport der Welt.
