Er brillierte als Schurke ebenso wie als strenger Patriarch: Mario Adorf - einer der wenigen deutschen Weltstars des Kinos. "Terra X History" blickt zurück auf sein bewegtes Leben. Adorfs Wurzeln liegen in der Provinz. Als uneheliches Kind eines Italieners wächst er ohne Vater in der Eifel auf. In den Hungerjahren der Nachkriegszeit entdeckt Adorf seine Liebe zur Bühne und bald auch zur Leinwand. Die Rolle des Massenmörders Bruno Lüdke in "Nachts, wenn der Teufel kam" verhilft ihm 1957 zum Durchbruch. 1963 trauern Millionen Deutsche im Kino um Winnetous Schwester Nscho-tschi. Ihr Mörder "Santer" wird gespielt von Mario Adorf. Das wird dem wiederholten Filmbösewicht noch jahrzehntelang "nachgetragen". Neben den eher leichten Stoffen widmet sich Adorf Ende der 70er-Jahre dem "Neuen Deutschen Film": "Die verlorene Ehre der Katharina Blum", "Lola" oder "Die Blechtrommel" sind ohne ihn undenkbar - Sternstunden des bundesdeutschen Kinos. Und er spricht den wohl berühmtesten Satz unserer Fernsehgeschichte: "Ich scheiß Dich sowas von zu mit meinem Geld, dass Du keine ruhige Minute mehr hast." Adorf in der Rolle des Klebstofffabrikanten Haffenloher in "Kir Royal" - vielleicht seine bekannteste Rolle. Dem Filmautor Uli Weidenbach ist es gelungen, Adorfs Tochter Stella für ein seltenes Interview zu gewinnen. Sie und andere Weggefährten, wie der oscarprämierte Regisseur Volker Schlöndorff, der inzwischen verstorbene Filmemacher Michael Verhoeven oder die Schauspielerkollegin Senta Berger, bringen den Zuschauern den Menschen Mario Adorf näher: Ein Filmstar zwischen Zuspruch und Selbstzweifeln, zwischen seiner deutschen Heimat und den Kulissen des Weltkinos.





