In den Jahren vor seinem Tod hat der Großvater von Serena Lee in seiner Küche immer wieder dasselbe aus vier chinesischen Schriftzeichen bestehende Gedicht geschrieben. Dieses lässt sich mit den Worten "Was", "Ort", "Schreiben" und "Klang" übersetzen, bedeutet indirekt jedoch "Verstehst du mich?" oder "Nimmst du mich wahr?" Ausgehend von diesem Gedicht hat Serena Lee ein Experiment mit chinesischer Kalligrafie durchgeführt: Mehrere Kunstschaffende aus unterschiedlichen Ländern schreiben und interpretieren das Gedicht auf ihre persönliche Art und Weise. Dabei wird Poesie mit unterschiedlichen Bewegungsformen, wie Tanz, Performance und Kampfsport vereint - und gezeigt, wie in der chinesischen Kalligrafie alles miteinander verbunden ist. Der daraus entstandene Kurzfilm mit dem Titel "Cursive" verknüpft diasporische Erfahrungen über Generationen und geografische Grenzen hinweg - und zeigt, wie unsere Körper Sprache verinnerlichen. Das Projekt wurde im Rahmen des Förderprogramms "Pixel, Bytes+Film" produziert, bei dem das Bundesministerium für Kunst und Kultur in Kooperation mit ORF III Kunstschaffende dabei unterstützt, innovative Filmformate zu realisieren. Eingereicht werden können künstlerische Bewegtbildprojekte, die sich mit neuen Medien und digitalen Technologien experimentell auseinandersetzen.
