Das Schaf war das erste Nutztier des Menschen. Vor elftausend Jahren beginnt die gemeinsame Geschichte. Seit dieser Zeit liefern die Tiere Nahrung und Kleidung. Heute bevölkert eine Milliarde Schafe die Erde. Doch wird das auch weiterhin so sein? Sind sie ein Auslaufmodell oder liegt ihre Zukunft im Stall? Vielerorts stirbt der Hirtenberuf aus, aber in einigen Regionen sind Schafe Lebensgaranten. Wohin wird ihre Reise gehen? Welche Bedeutung haben die anpassungsfähigen Tiere in Zeiten des Klimawandels? Mancherorts in Europa sind Schafe seit jeher wichtig für das Überleben der Menschen. Auf der Mittelmeerinsel Sardinien führen zwölftausend Züchter eine alte Tradition fort. Im November ist Lammzeit. Drei Millionen Schafe bevölkern die Insel, ernähren ihre Hirten und liefern Milch - auch für den über die Landesgrenzen hinaus berühmten Pecorino. In der Geschichte des Landes waren Schafe schon immer eine kostbare Ware. Das lateinische Wort für Geld, pecunia, rührt vom Wort pecus her, dem Wort für Vieh. Gemeint war das Schaf: Es war das am meisten verbreitete Nutztier der Antike.