scobel

Das Dunkel der Astrophysik

Gespräch / D 2016
Do, 11.05.
21:00 - 22:00
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Beschreibung

Das Dunkel der Astrophysik - "scobel" stellt die neusten Beobachtungen und Erkenntnisse über Gravitationswellen und -theorie, über dunkle Materie und dunkle Energie sowie neue Überlegungen zur "Fünften Kraft" vor. Selten dauert es in den modernen Wissenschaften 100 Jahre, bis eine der theoretischen Kernannahmen aller grundlegenden Gleichungen empirisch bestätigt wird. Der Nachweis von Gravitationswellen, 1916 von Einstein postuliert, konnte erst 2015 geführt werden. Und dies ist nicht das einzige Beispiel für eine schwierige Beziehung zwischen Theorie und Beobachtung in der Astrophysik. So wusste man bereits 1927, dass das Universum expandiert. Seit einigen Jahren weiß man, dass dieser Prozess in beschleunigtem Maße erfolgt. Doch warum? Die Existenz sogenannter "Dunkler Materie", auf die der niederländische Astrophysiker Jan Hendrik Oort 1932 hingewiesen hatte, ist erst in den letzten Jahren in radikaler Weise ernstgenommen worden. Doch was weiß man über diese Dunkle Materie, die offensichtlich nicht nur die Prozesse der Sternentstehung maßgeblich beeinflusst hat, sondern, wie Lisa Randall behauptet, auch für die Evolution eine große Bedeutung hatte? Die 3sat-Gesprächssendung "scobel" lotet aus, was man heute über Gravitationswellen und Gravitationstheorie weiß und was die Forschung lediglich vermutet. Denn nach wie vor ist das Verhältnis zwischen Beobachtung und Theoriebildung in der Astrophysik spannungsreich und geladen. Die Frage ist, ob die komplizierten modernen Theorien über die Entstehung und die Struktur des Universums nicht am Ende reine mathematische Fingerübungen sind oder ob sie sich tatsächlich in beobachtbare Experimente überführen lassen, ist noch ungeklärt. Nur wenn es gelingt, Theorien beobachtbar zu machen, lassen sie sich auch empirisch überprüfen und gelten im strengen Sinn als wissenschaftlich. In manchen Bereichen jedoch ist die Astrophysik davon weit entfernt, obwohl die Auswirkungen astrophysikalischer Theorien auf andere Disziplinen und auf das Menschen- und Naturbild der Moderne ungeheuer stark sind. Ist die Astrophysik zur reinen Mathematik geworden? Müssen wir uns ein Scheitern eingestehen, weil wir von dem, was wir bislang am Himmel und auf der Erde gesehen haben, lediglich die rund vier Prozent der bekannten Materie beobachtet haben, während uns der gesamte Rest unserer Welt - sinnigerweise Dunkle Materie und Dunkle Energie genannt - entgangen ist? Über die Rätsel der Astrophysik und ihre möglichen Lösungen diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen: Anne Frebel Astronomin und Astrophysikerin, Assistant Professor für Physik am Massachusetts Institute of Technology, USA Julia Tjus Theoretische Physikerin, insbesondere Plasma-Astroteilchenphysikerin, Ruhr Universität Bochum Heinrich Päs Teilchenphysiker, Technische Universität Dortmund

Filmstab

Moderation
Gert Scobel
Gast
Anne Frebel
 
Julia Tjus
 
Heinrich Päs

Sendungseigenschaften

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