23:40 - 00:10
NDR

    Twist

    Kulturmagazin • D 2025 • 30 Minuten
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    Roma - Zwischen Stolz und Vorurteil

    Roma und Sinti sind mit ca. 13 Millionen die größte ethnische Minderheit in Europa. Am 8. April ist der Internationale Tag der Roma, ein Anlass, ihre Kultur zu feiern. Denn gerade erobert eine neue Generation die Kulturszene. Wütend, berührend und politisch sind die Werke der bosnischen Künstlerin Selma Selman. Bei der Eröffnung ihrer Ausstellung im Stedelijk Museum in Amsterdam zertrümmert sie in einer Performance Motherboards, aus denen sie Gold gewinnt. Schrott in Kunst zu verwandeln und dabei auch Vorurteile und rassistische Stereotype zu zerschlagen, das ist das Ziel der "gefährlichsten Frau der Welt". Die polnische Künstlerin Malgorzata Mirga-Tas erzählt vom Alltag der Roma in riesigen Wandbildern aus Secondhand-Stoffen. Als erste Romni überhaupt gestaltete sie einen Pavillon auf der Biennale in Venedig. 75 Prozent der polnischen Roma wurden in der Nazizeit umgebracht, bis heute wirken die Traumata des "stillen Völkermords" nach. In Schweden, dem Musterland öffentlicher Fürsorge, wurden bis in die 1970er-Jahre viele Roma-Kinder zwangsweise in Heime gesteckt, Roma wurden zwangssterilisiert. Lindy Larsson, queerer Schauspieler und Sänger aus Schweden, hat über diese Verbrechen ein Theaterstück gemacht. Am Berliner Maxim Gorki Theater ist er als "Carmen" zu sehen und zeigt mit Schauspielerin Riah Knight eine andere Version dieser Oper, die voll von rassistischen Klischees ist. Die Balkan-Brass-Band Fanfare Ciocârlia ist mittlerweile das erfolgreichste Roma-Ensemble Europas. Die zwölf Musiker stammen aus einem kleinen Roma-Dorf in Rumänien. Mit entfesselter Blasmusik in absurder Geschwindigkeit erzeugen sie eine Druckwelle von guter Laune - und wollen mit ihrer Musik etwas zum Guten verändern.

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    Originaltitel:
    Twist
    Folgesendung: 00:10 / NDR

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