In Bubenreuth ist Musikgeschichte geschrieben worden. In dem kleinen Dorf bei Erlangen in Mittelfranken haben sich nach dem Zweiten Weltkrieg aus Böhmen vertriebene Geigenbauer und Instrumentenmacher angesiedelt und von hier aus die Musikwelt geprägt. Auf dem Dachboden beginnt das Leben seiner Instrumente - im Holzlager von Günter H. Lobe, einem Geigenbauer aus Bubenreuth bei Erlangen. Wo jahrzehntealtes Fichtenholz in der Stille auf seine Bestimmung wartet, schlägt das Herz einer Handwerkstradition, die bis heute Musikerinnen und Musiker auf der ganzen Welt verbindet. Günter H. Lobe arbeitet gemeinsam mit seiner Tochter Hannah, ebenfalls Geigenbauerin, in der Werkstatt der Familie. Seit 1949 ist Bubenreuth ein Zentrum des deutschen Streich- und Zupfinstrumentenbaus. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden rund 2.000 vertriebene Geigenbauer und Instrumentenmacher aus dem böhmischen Schönbach im fränkischen Dorf eine neue Heimat. Mit ihrem Wissen, ihrer Erfahrung und ihrer Leidenschaft machten sie Bubenreuth in kürzester Zeit zu einem Ort, an dem Weltruhm entstand - und Klanggeschichte geschrieben wurde. Die Geschichte Bubenreuths ist untrennbar mit der Firma Höfner verbunden. Weltbekannt wurde der Name, als Paul McCartney in den 1960er-Jahren seinen legendären Höfner-Bass spielte. Jahrzehnte später wurde das lange verschollene Instrument wiedergefunden - eine Sensation, die bis heute fasziniert und die enge Verbindung zwischen Handwerk und Popkultur sichtbar macht. Gerhilde Höfner, verheiratete Benker, und ihr Ehemann Christian Benker erzählen von der Firmengeschichte. Walter Glassl, 88 Jahre alt, fertigt noch immer Plektren in Handarbeit. Aus dünnen Zelluloid- und Nylonplatten entstehen in seinem Keller seine "Spielblättla", die in der Welt des Rock'n'Roll unverzichtbar sind. Seine Produkte spielen Gitarristen und Bassisten auf allen Kontinenten. Auch die Firma Pyramid steht für diese Verbindung aus Tradition und Innovation.






