Fünf Jahre nach der Flutnacht im Juli 2021 ist nichts wirklich vorbei. Die betroffenen Orte sind noch immer im Ausnahmezustand: Während vielerorts wieder aufgebaut wurde, prägen an anderen Stellen Ruinen das Bild. Wirtschaftliche Unsicherheiten, bürokratische Hürden und vor allem die psychischen Folgen begleiten die Menschen bis heute. "Bundesvibe" macht diese Realität erfahrbar, indem die Perspektive der Betroffenen konsequent im Fokus steht. Im Mittelpunkt stehen drei Menschen, stellvertretend für viele, in deren Alltag der Film nach Antworten auf diese Frage sucht: Wie verändert eine solche Katastrophe den Blick auf das eigene Leben? Franziska (31 Jahre) aus Dernau hat fast alles verloren und trotzdem neu angefangen. Der Familienbetrieb "Kölner Hof" wurde in der Flut zerstört - mit ihm die wirtschaftliche Grundlage, ihre Perspektive und ein Stück Heimat. Für eine Zeit gibt sie auf, verlässt das Ahrtal. In Österreich verliebt sie sich in Michael. Mit ihm kommt sie zurück ins Ahrtal. Sie werden Eltern und eröffnen ihr eigenes Gasthaus nur wenige Meter entfernt von dem Ort, an dem früher ihr Leben stand. "Bei uns ist das Gute im Schlechten hervorgekommen. Jetzt haben wir ein neues Gasthaus, wir hätten uns ohne die Flut wahrscheinlich auch nicht gefunden. Ich kann auf jeden Fall positive Dinge daraus ziehen. Ich weiß nicht, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn es die Flut nicht gegeben hätte." Rebecca (35 Jahre) aus Schleiden hat in der Nacht der Flut eine Nachricht von Freunden bekommen, stand am nächsten Tag mit der Schippe bei ihnen und hat geholfen, den Schlamm wegzutragen. Nach ersten spontanen Hilfsaktionen baut sie langfristige Strukturen auf - etwa mit dem "MalZirkus", der Kindern hilft, Traumata kreativ zu verarbeiten. "Ihre Schule war weg, vielleicht war die Oma weg und dann kam auch noch Corona - das Trauma ist bei den Kids bis heute präsent". Ihre Arbeit zeigt: Die Flut ist für viele nicht Vergangenheit, sondern Teil des Alltags geblieben.
