Der Film beginnt mit Originalaufnahmen von den Weihnachtstagen 1945: Mangels Dach weht in der Kirche ein kalter Wind während der Christmette. Der Luftangriff an Weihnachten 1944 hatte die Kirche fast gänzlich zerstört: "Wenn man an Weihnachten 1945 zurückdenkt, dann muss man, um das ganze Glück dieser trostlosen Tage zu begreifen, das Christfest ein Jahr davor in Erinnerung rufen. Am 17. Dezember 1944 hatte es einen schweren Luftangriff auf München gegeben, an Heiligabend und an den beiden Feiertagen heulten die Sirenen. 1945 war nach Jahren das erste Weihnachtsfest ohne Angst' Das war das große Geschenk dieser Tage." Dazu sieht man Bilder von München aus der unmittelbaren Nachkriegszeit, von der komplett zerstörten und ausgebrannten Innenstadt. In den Schuttbergen, die ehemals Häuser waren, steckten Schilder: "Familie' wohnt jetzt'"; "Geschäft' ist jetzt in der'" Ab dem 20. Dezember 1945 gab es bei der Bahn ein Verbot der Personenbeförderung: Man brauchte die Züge wegen der akuten Versorgungsschwierigkeiten ausschließlich für den Gütertransport. Im November 1945 hatte in Nürnberg der Kriegsverbrecherprozess begonnen. Im Interview erzählt Hans Werner Richter, Gründer der Gruppe 47, welche geistige Atmosphäre an Weihnachten 1945 geherrscht hat: Es gab enormen kulturellen Nachholbedarf, und dies nicht nur bei den Intellektuellen sondern auch im Volk, die Theater blühten wieder auf, niemand dachte an Karriere oder - trotz großer Not - materiellen Wohlstand. In den Wärmestuben versammelten sich diejenigen, die alles verloren hatten und auf dem Münchner Christkindlmarkt gab es immerhin schon wieder 30 Buden, mit einem allerdings bescheidenen Angebot. Bei den Tauschzentralen hingegen war das Angebot üppig: "Biete Gesamtausgabe Goethe gegen ein Paar Knabenschuhe Größe 37." Und auf dem Schwarzmarkt in der Möhlstraße gab es ohnehin alles - nicht gegen Geld allerdings, die Währung waren Zigaretten.





