Irgendwo im Nirgendwo der russischen Arktis befindet sich der einsamste Arbeitsplatz der Welt: die Wetterstation Chodowaricha mit ihrem alten Leuchtturm auf einer Landzunge in der Barentssee. Über ein halbes Jahr lang herrscht hier Polarnacht, wildeste Eisstürme brausen um den knarrenden Turm. In dieser Einöde arbeitet der Meteorologe Wladimir Fokusow (60). Seit Jahren beobachtet und dokumentiert er das Polarwetter, das auch die Wettervorhersagen in Deutschland bestimmt. Tag für Tag sammelt Wladimir wichtige Messwerte wie Luft- und Bodentemperatur, Windrichtung und -geschwindigkeit, Niederschlagsmenge und Luftdruck. Wenn man Wladimir bei seiner Arbeit zuschaut, hat man das Gefühl, er würde das Wetter nicht beobachten, sondern es wie ein Zauberer selbst machen. Wladimir, Chef der Wetterstation, wurde an diesen gottverlassenen Ort zwangsversetzt wegen eines bis heute nicht aufgeklärten, mysteriösen Todesfalls einer jungen Mitarbeiterin auf seiner letzten Wetterstation. Zu Wladimirs Meteorologen-Team gehört ein junges Ehepaar, Alexander (26) und Sascha (28). Das Pärchen kam erst kürzlich auf die Wetterstation, und zwar auch nicht ganz freiwillig. Alexander war Berufssoldat, war in vier Kriegen im Einsatz, bis er eine lebensgefährliche Verletzung erlitt und einen Monat im Koma lag. Als er aufwachte, saß seine Mutter am Bett und sagte zu ihm: "Junge, bevor du Amok läufst und Menschen erschießt, kann dir nur eins helfen: die Isolation." Alexander absolvierte eine Meteorologen-Ausbildung und ging in die Einsamkeit. Dort lernte er Sascha kennen, die wiederum durch eine Ehehölle gegangen war. Ihr erster Mann erhängte sich vor ihren Augen. Das Paar ist fest entschlossen, die eisige Einsamkeitsprüfung zu bestehen und die Station zu übernehmen, wenn der alte Chef in Rente geht. Zum Team der Meteorologen gehört der Hund Jack, der eines Tages spurlos verschwunden ist. Es heißt, er sei weggelaufen oder aber von einem der Meteorologen im Suff erschossen worden.
