Eigentlich dürfte es in St. Lorenzen im Lesachtal kein Dorfgasthaus mehr geben. Der Ort hat kaum 300 Einwohner und kaum Tourismus. Aber Leo Salcher ist das egal. Zum Glück ist er auch Lehrer für Sport und Mathematik, denn nur so kann er sich das Gasthaus "leisten". Er renoviert, kocht, kümmert sich um die Gästezimmer, macht Würste und sogar das Holz für die neuen Betten schlägt er im eigenen Wald. Leo, der sympathische und etwas chaotische Wirt ist ein Kämpfer. Und irgendwann, da ist sich Leo sicher, wird er auch wieder Geld mit seiner Post verdienen. Ölverschmiert schraubt Walter an seinem riesigen, alten Mähdrescher herum. In seinem Werkstattoverall sieht er nicht aus wie der nächste Wirt des Gasthauses "Zur Brücke" in der Leutasch. Das Landgasthaus ist in fünfter Generation in seiner Familie. Und er will, dass das auch so bleibt. Mit museumsreifen Maschinen baut Walter sein eigenes Getreide an, er züchtet Hühner und stellt Honig her. Eigentlich arbeitet Walter rund um die Uhr. Und doch ist ihm die Liebe zur Arbeit und sein ansteckender Humor geblieben. Frieda Stranzinger, geboren kurz vor Ende der Monarchie ist länger in ihrer Innviertler Wirtshausküche gestanden, als Kaiser Franz Joseph regiert hat. Bis nach ihrem 101. Geburtstag hat sie über Herd und Töpfe geherrscht. Ihr Kalbsbraten war legendär, ihre Fitness bewundernswert. Sie benötigte bis zuletzt weder Brille noch Medikamente und trug am liebsten Stöckelschuhe, auch bei der Arbeit. Frieda Stranzinger hat in der Zwischenzeit Legendenstatus.
