60 plus - Ab in die WG

(Staffel: 1, Folge: 243)

Dokureihe / D 2017
Di, 01.05.
06:30 - 07:15
4 out of 4 based on 1 reviews

Beschreibung

Leute über 60 sind mit den Rolling Stones aufgewachsen und wollen im Alter weder deutsche Schnulzen hören noch basteln. Die Generation 60plus will aktiv und selbstbestimmt alt werden. Viele haben schon in ihrer Jugend Wohngemeinschaften gegründet. Jetzt probieren sie im Rentenalter neue Lebensformen aus. Senioren-WGs und Mehrgenerationenprojekte liegen im Trend. Bis zu 5.000 Wohnprojekte, schätzen Experten, gibt es bereits in Deutschland. Ständig entstehen neue Gruppen, die gemeinsam bauen und wohnen wollen. "45 Min" zeigt an drei Beispielen, in denen unterschiedlich die Frage beantwortet wird, wie man im Alter leben will. In Bosau am Plöner See beispielsweise will das Ehepaar Reimann ein Seniorendorf für etwa 50 Bewohner errichten. Es soll eine Ökosiedlung mit 30 Holzhäuschen, einem Gemeinschaftsgarten und vielen Tieren werden. Doch die Hürden, dieses Bauprojekt zu realisieren, sind hoch. Finden die Reimanns genügend Mitstreiter? Gibt es eine Bank, die den Bau finanziert? Und wie wird aus Menschen, die sich vorher gar nicht kannten, eine Gemeinschaft? In Hamburg ist das Thema Wohnprojekt längst nichts Neues mehr. Die Stadt gilt als Hotspot in Deutschland, fördert seit 20 Jahren Bau- und Wohngruppen durch Beratung und die Vergabe von Grundstücken. Helma Sauer (75) lebt in einer weltweit einmaligen Hausgemeinschaft: dem Ökumenischen Forum mitten in der Hafencity. 21 christliche Kirchen sind Träger des Mehrgenerationenprojekts. Die 46 Bewohner sind eine spirituelle Gemeinschaft. Doch sie stehen vor den gleichen Problemen wie es sie in jedem anderen Wohnprojekt gibt. Wie integriert man neue Mitbewohner? Was tun, wenn jemand pflegebedürftig wird? "In der Gemeinschaft zu leben, ist eine große Herausforderung für mein Alter", sagt die Pastorin im Ruhestand Helma Sauer. Doch sie wolle nirgendwo anders wohnen. Gemeinschaftsprojekte gelten als Wohnmodelle der Zukunft, nicht nur in Deutschland. Da die Familie an Bedeutung verliert, sind immer mehr Menschen auf funktionierende Nachbarschaften angewiesen. Zusammen kochen, Feste feiern, ein Garten für alle wirken gegen Einsamkeit, unter der vor allem ältere Menschen leiden. Und für Familien mit Kindern lässt sich in einer Hausgemeinschaft ein stressiger Alltag oft leichter meistern. Zudem beeinflussen Wohnprojekte den Stadtteil positiv. Die Bewohner des Ökumenischen Forums engagagieren sich zum Beispiel beim Urban Gardening in der Hafencity oder laden zum offenen Kleidertausch ein. Senioren-WGs sind eine Alternative, für die sich Hildegard Meyer entschieden hat. Mit 85 Jahren zieht die Rentnerin in eine WG mit elf anderen Bewohnern in ihrem Alter. Jeder hat ein Zimmer mit eigenem Sanitärbereich. Küche, Ess- und Wohnzimmer werden geteilt. Hildegard Meyer hofft, dass sie mit dem Umzug in die kleine Stadt Parchim der Trostlosigkeit auf dem Land in Mecklenburg-Vorpommern entkommt und in der Senioren-WG Freunde findet. Doch ob dieses Lebensmodell für sie passt, muss sich erst noch herausstellen. Heute gehört in Deutschland schon jeder Fünfte zur Generation 65plus. Das sind 17 Millionen Menschen. 2060 wird jeder dritte Bundesbürger so alt sein. Aber in ein Senioren- oder Pflegeheim will fast niemand ziehen.

Sendungseigenschaften
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