Ärzt*innen im Fernsehen retten Leben – oft in letzter Minute. In Serien wie Grey’s Anatomy oder In aller Freundschaft landen Patientinnen und Patienten mit Herzinfarkt, Diabetes oder schweren Mangelerscheinungen auf dem OP-Tisch. Nicht selten spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle. Dramaturgie? Ja. Aber vieles davon ist medizinisch erstaunlich nah an der Realität.
In Klinikserien tauchen immer wieder Patient*innen mit Kreislaufkollaps oder Elektrolytstörungen auf, nachdem sie radikale Diäten ausprobiert haben. Solche Fälle sind leider nicht nur Fiktion. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt in ihren Empfehlungen für vollwertige Ernährung von 2020 vor einseitigen, stark kalorienreduzierten Diäten, da sie das Risiko für Nährstoffmängel erhöhen und langfristig selten erfolgreich sind. Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weist darauf hin, dass schnelle Gewichtsverluste häufig im Jo-Jo-Effekt enden. Studien zeigen zudem, dass sehr niedrige Energiezufuhr zu Elektrolytverschiebungen führen kann, die Herzrhythmusstörungen begünstigen. Was in Serien als Notfall inszeniert wird, hat also einen realen Hintergrund.
Herzinfarkte gehören zu den häufigsten Notfällen im Serienkosmos. Nicht selten wird ein Zusammenhang mit jahrelang ungesunder Ernährung angedeutet. Die wissenschaftliche Evidenz ist deutlich: Wer viel stark verarbeitete Lebensmittel zu sich nimmt, kann damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Das zeigt unter anderem eine große französische Studie. Als besonders gesund gilt die Mittelmeerdiät. Eine spanische Studie zeigte, dass eine mediterrane Ernährungsweise das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse erheblich senken kann.