Unser Autoexperte Olaf Schilling über BYD und die Erfolgspläne der Chinesen für den deutschen Markt.
Nach einem eher schleppenden Start von BYD auf dem deutschen Markt setzt der asiatische Autobauer verstärkt auf vergleichsweise günstige Preise sowie neue Werke, Marken und Modelle. Ordentlich Gas geben die Chinesen zudem in Sachen Flash-Charger (s.u.). Deutschland-Chef Lars Bialkowski nennt es selbstbewusst „BYD-Speed“. Auf jeden Fall kann es nicht schnell genug gehen: Recht rasant wird das Händlernetz bis Ende 2026 auf mindestens 350 Filialen ausgebaut und das Angebot zügig auf elf Modelle erweitert. „Wir wollen schnell Marktanteile gewinnen“, so Lars Bialkowski. Dies schließt das Ziel ein, 2026 die Neuzulassungen von 23.306 auf 50.000 mehr als zu verdoppeln.
Der Übergang zwischen E-Antrieb und Hybridmodus klappt geschmeidig und nahezu unmerklich. Überhaupt lässt sich der BYD Atto 2 DM-i handlich, komfortabel und ausreichend zügig bewegen (Fahrwerte der stärkeren Version: 7,5 s von 0–100 km/h und 180 km/h Spitze). Außerdem wird viel Platz vorn und im Fond geboten mit einer guten Bein- und Kopffreiheit, hinzu kommt ein sehr ordentlicher und varibaler Kofferraum (425 bis 1335 Liter).
Auch in Sachen Europa-Strategie lässt der Autobauer nichts anbrennen. Bialkowski: „Langfristig wollen wir als europäischer Anbieter wahrgenommen werden.“ Bald eröffnet das Werk im ungarischen Szeged, produziert wird dort zuerst der kleine Stromer Dolphin Surf. Somit entfällt zeitnah der Strafzoll der EU und der Dolphin Surf dürfte voraussichtlich günstiger als bisher angeboten werden. Schnell sollen weitere Modelle aus Europa folgen, gleiches gilt für ein Werk in der Türkei. Auch über eine neue Fabrik in Spanien wird bereits nachgedacht.