Endlich weniger rauchen: Rückt das Ende der Zigarette näher?

22.05.2026 um 10:00 Uhr
    Eine Frau bricht eine Zigarette in zwei | © Picture Alliance
    Zigaretten birgen ein hohes Risiko für Lugenkrebs ‒ in Schweden wird schon länger auf Snus zurückgegriffen. | ©Picture Alliance

    Schweden und Großbritannien wollen rauchfrei werden. Wieso es sich ausgequalmt haben könnte, verraten wir euch hier.

    Großbritannien zeigt, wie es gehen könnte. Ende April nahm dort im Parlament ein Gesetzesentwurf zum Verbot von Tabakverkauf die letzte Hürde. Die Regelung sieht vor, dass Personen, die ab dem 1. Januar 2009 geboren wurden, zukünftig keine Tabakprodukte mehr legal kaufen können. So ehrgeizig dieses Vorhaben ist – es greift nur dann voll, wenn auch erwachsene Rauchende realistische Auswege bekommen und somit ihrer Vorbildfunktion für die junge Generation gerecht werden. 

    Darum gibt es deutlich weniger Krebstote in Schweden

    In Schweden ist man schon einen Schritt weiter. Von den elf Millionen Einwohnern rauchen laut Gesundheitsbehörde nicht einmal sechs Prozent, halb so viele wie in Großbritannien. Nach einem frühen Verbot in der Gastronomie ist das Rauchen seit 2019 auch vor Restaurants, auf Bahnsteigen, Sport- und Spielplätzen untersagt. Obwohl Zigaretten hier weniger kosten als in Deutschland, gilt der Glimmstängel in dem skandinavischen Land als antiquiert. Kleine Tabakbeutel, Snus genannt, haben ihm den Rang abgelaufen. Fast jeder fünfte Einwohner schwört auf die Alternative, die seit dem 17. Jahrhundert fest in der schwedischen Kultur verankert ist.

    In Deutschland besteht ein Verkaufsverbot für Snus ‒ in Schweden sind die Tabakbeutel Bestandteil der Kultur. | ©Shutterstock

    Klemmt man sich das Beutelchen unter die Ober- oder Unterlippe, wird das Nikotin direkt über die Mundschleimhaut aufgenommen. Weil dabei keine Schadstoffe auftreten, die bei einer Verbrennung entstehen, gilt der Genuss als weniger bedenklich als das Rauchen. In Schweden sterben heute 36 Prozent weniger Menschen an Lungenkrebs als in Deutschland – obwohl dort ähnlich viel Tabak konsumiert wird. Und auch wenn in Deutschland ein Verkaufsverbot für Snus besteht, gibt es auch bei uns Alternativen zur Zigarette: Verdampfer oder Vapes wandeln etwa eine nikotinhaltige Flüssigkeit in Dampf um, der inhaliert wird. Erhitzer wiederum erwärmen Tabaksticks.

    Erleichterte Rauchentwöhnung

    Bei Tabakerhitzern zeigen Analysen des Bundesinstituts für Risikobewertung 80 bis 90 Prozent weniger krebserregende Aldehyde und 97 bis 99 Prozent weniger krebserregende flüchtige organische Verbindungen im Vergleich zur Zigarette. Als risikoärmere Alternativen können sie mit dem Rauchen zusammenhängende Erkrankungen stark mindern und zur Rauchentwöhnung beitragen. Generell gilt aber: Der Verzicht auf tabakhaltige Produkte ist immer die beste Lösung.

    Welche Alternativen gibt es zum Zigarettenrauchen?

    Tabakerhitzer
    Geräte wie Iqos Iluma i erwärmen speziell verarbeitete Tabaksticks auf 250 bis 350 Grad und bleiben dabei deutlich unter der Verbrennungstemperatur einer Zigarette (ca. 900 Grad). Es gibt keine Flamme und keine Asche. Die akkubetriebenen Geräte erzeugen ein nikotinhaltiges Aerosol mit konstanter Dosierung und ohne typischen Rauchgeruch. 

    E-Zigarette
    In elektrischen Verdampfern (z.B. Vuse Ultra) wird eine nikotinhaltige Flüssigkeit verdampft. Ein Verbrennungsprozess findet dabei nicht statt.

    Nikotinbeutel
    In Skandinavien verbreitet, in Deutschland ist der Verkauf verboten: Unter die Ober- oder Unterlippe gesteckt, wirkt das Nikotin über die Mundschleimhaut.