Formel-1-Motoren 2020: die aktuellsten Entwicklungen rund um das Herzstück der Rennwagen

Es gibt wohl kaum ein Bestandteil, das die Konstrukteure der Formel-1-Wagen so sehr beschäftigt wie der Motor. In dessen Entwicklung wird enorm viel Zeit investiert, in der Hoffnung, mit seinem Formel-1-Motor eine Position auf dem Siegertreppchen zu ergattern. Welche technischen Regeln für das Herzstück der Wagen gelten und was sich rund um das Thema aktuell entwickelt, haben wir im Folgenden zusammengefasst. 

Die aktuellen Regeln zu Formel-1-Motoren gelten überwiegend bereits seit einem Update im Jahr 2014. Grundsätzlich wird für jeden Formel-1-Wagen ein Verbrennungsmotor verwendet. Dieser verfügt über sechs Zylinder und 1,6 Liter Hubraum. Zusätzlich wird ein Mono-Turbolader eingesetzt. Um auch mit diesem Motor das bekannte und bei Fans beliebte Motorengeräusch zu erzielen, liegt die durchschnittliche Drehzahl bei 15.000 Umdrehungen per Minute. Die Gesamtleistung der Triebwerke, inklusive der Leistung des Energierückgewinnungssystems, variiert je nach Hersteller. 

Neben dem Verbrennungsmotor und dem Turbolader verfügen die Motoren auch über einen Hybridmotor, in welchem wiederum zwei Elektromotoren Energie zurückgewinnen und freigeben. Dabei sammelt der eine Elektromotor (MGU-K) kinetische Energie beim Bremsen und der andere nutzt überschüssige Energie aus dem Auspuff (MGU-H). Darüber hinaus gibt es noch zwei weitere Bestandteile: den Energiespeicher (ES) zur Speicherung der in den Elektromotoren entstandenen Energie und die Kontrollelektronik (CE) zur Steuerung des Systems. 

Gerade erst wurden wieder neue Richtlinien durch die FIA veröffentlicht, die zur Standardisierung der Formel-1-Motoren beitragen sollen, um somit die gleichen Voraussetzungen für alle Teilnehmenden zu schaffen. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, lag es der FIA sehr am Herzen, die Zuverlässigkeit von Prüfungen, Sensoren, Messungen und Systemen zu verbessern, um somit potenzielle Schlupflöcher für die Konstrukteure zu beseitigen. 

Die neuen Richtlinien (TD/018-20) sollen dafür sorgen, dass insbesondere die Energie und Leistung der Energierückgewinnungssysteme (ERS) mittels neuer Sensoren besser überwacht werden können. Zusätzlich sollen weitere Systeme installiert werden, die den Ölverbrauch und den Spritverbrauch genauer kontrollieren. Eine Überholung der Druck- und Temperatursensoren ist ebenfalls vorgesehen. Um eine Verzerrung der FIA-Sensoren künftig zu vermeiden, wird die Frequenz einer Leistungsabfrage seitens der Teams limitiert. Somit kann es zu keiner kurzfristigen Änderung der Power-Level mehr kommen. 

Ein Ende der Entwicklungen in 2022? 


Die Entwicklung der Motoren ist seit jeher ein beliebtes Thema bei den Fans. Technische Änderungen haben bislang das Wetteifern befeuert. Doch ist nun ein potenzielles Ende des Überbietens in Aussicht. Es wird gemunkelt, dass die Entwicklung ab 2022 weitestgehend eingestellt werden sollen. Sie seien sehr kostenintensiv und für viele Anbieter nicht mehr lohnenswert. 

Veröffentlich am 21.10.2020