Tennis-Dresscode

Ein Tennis-Spiel zeichnet sich nicht nur durch schnelle Sätze und spannende Matches aus – auch die Kleidung ist so ikonisch wie der gelbe Ball selbst. Aber warum sind die sportlichen Outfits meist weiß und wie streng ist der Tennis-Dresscode wirklich? Wir klären auf.

Bis 1995 galt: Tennisspielerinnen und Tennisspieler treten im weißen Dress auf den Platz. Den Anfang nahm diese Tradition in Frankreich, wo Tennis seinen Ursprung zelebrierte. Um die weiße Farbe, die den Tennis-Dresscode bestimmt, ranken sich jedoch Legenden. 

Einerseits heißt es, weiß gelte als "rein", was Tennis als Sport der Adeligen kennzeichnen sollte. Andere wiederum sagen, das strahlende Weiß sei darauf zurückzuführen, dass Tennis einst in dunklen Räumen gespielt wurde und nur die weiß gekleideten Spieler gut sichtbar waren. Eine weitere Erklärung ist, dass sich unschöne Schweißflecken auf weißer Kleidung nicht abzeichnen und die sichtbare Anstrengung der Spielerinnen und Spieler für den edlen Tennissport nicht schick genug sei.

Wimbledon zeigt sich "not amused" über farbenfrohe Ausreißer

Wimbledon, legendärer Austragungsort unter anderem des ersten Tennisturniers 1877, hält die weiße Tradition hoch. Tennis-Profi Andre Agassi etwa wurde 1988 für drei Jahre für Wimbledon gesperrt. Ihm war der Tennis-Dresscode zu starr und er trat lieber im schicken Jeans-Ensemble an. 

Erst Mitte der 1990er entschied Wimbledon sich zu einer Lockerung der Regelung: Statt hauptsächlich in Weiß, müssen die Tennisspielerinnen und -spieler jetzt nur noch 90 Prozent Weiß tragen – Unterwäsche inklusive. Grelle Farben, etwa auffällige Neon-Töne oder knalliges Pink, sind weiterhin tabu. Auch fluoreszierende Farben sind auf dem Tennisplatz nicht erlaubt und nur sehr wenige bunte Stoffe akzeptiert.

Im Gegensatz zu anderen Turnieren – auch Grand Slam Turnieren – beharrt Wimbledon auf die Traditionen. Individualität auf dem Spielfeld zeigt sich deshalb eher durch Schnitte statt Farben. Wie extrem die Ausrichter den Tennis-Dresscode sehen, zeigt ein Beispiel von 2015: Die Kanadierin Eugenie Bouchard wurde verwarnt, denn die Träger ihres schwarzen Sport-BHs waren unter dem weißen Dress zu erkennen. Auch Tennis-Ass Roger Federer geriet schon in die Kritik der Wimbledon-Ausrichter: Er trug vor einigen Jahren weiße Tennisschuhe mit orangen Sohlen – Skandal!

Ein bisschen Farbe darf sein – die Dos und Don'ts

Die zehn Prozent Farbe, die eine Spielerin oder ein Spieler bei Wimbledon-Turnieren zeigen darf, sind streng geregelt:

  • Pastelltöne dürfen genutzt werden.
  • Die Rückseite der Shirts oder Kleider muss weiß sein.
  • Hosen und Röcke müssen weiß sein.
  • Schuhe/Stirnbänder/Socken müssen hauptsächlich weiß sein.
  • Farbige Streifen an der Kleidung dürfen maximal zehn Zentimeter breit sein.
  • Off-White oder Creme sind nicht als Weiß anzusehen.
Veröffentlich am 02.07.2020