"planet e." zeigt die Ursachen

Skandal „Geisternetze“: So qualvoll sterben Delfine und Schildkröten

03.06.2021 um 12:38 Uhr

Man muss sich diese Zahl einmal bildlich vorstellen. Jedes Jahr landen bis zu einer Million Tonnen Fischernetze im Meer. Einige sinken aus Versehen, weil sie bei der Arbeit der Fischer abreißen oder durch Wind und Wetter verlorengehen. Andere Netze werden mit voller Absicht illegal im Meer entsorgt. Viele Fischernetze sind aus Kunststoff und es braucht über 600 Jahre, bis sie sich zersetzen. Von Jahr zu Jahr wird also die menschengemachte Last im Meer immer größer.

Tödliche Fallen auch in der Ostsee

Die Leidtragenden sind die Meeresbewohner, die sich in den Fischernetzen am Meeresgrund verfangen und qualvoll sterben. Was Meeresschützer dagegen tun und ob es Alternativen zu den todbringenden Kunststoffnetzen gibt, darüber berichtet die streaming/mediatheken/zdf">ZDF-Umweltdoku-Reihe "planet e." im ZDF. In der Ankündigung heißt es: „Um Geisternetze zu bergen, führen Meeresschützer wie die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. riskante Tauchaktionen durch. So auch in der Ostsee, wo jährlich bis zu 10.000 Netzteile landen.

An der Nordsee leiden die Vögel

Fischernetze im Meer sind nicht nur dafür verantwortlich, dass jedes Jahr über 130.000 Delfine, Seehunde, Seelöwen, Wale und Millionen Fische, Vögel und Schildkröten qualvoll sterben. Auch die Vögel leiden – an einer Stelle, an der man es als Laie kaum vermutet. Die Doku kündigt an: „Auch an den Stränden der Nordsee werden unzählige Netzreste angespült. Der Lummenfelsen auf der Insel Helgoland ist ein wichtiges Vogelschutzgebiet, in dem mehr als 10.000 Vogelpaare brüten - unter anderem Dreizehenmöwen, Trottellummen und Basstölpel. Die Bestände haben sich in den vergangenen Jahren erholt, doch immer mehr brütende Vögel bauen ihre Nester aus den reißfesten Kunststoffresten, die sie am Strand finden - ein tödliches Unterfangen, vor allem für den Nachwuchs.“

Die Doku von „planet e“ stellt unter anderem die Frage, ob es Alternativen zu den Fischernetzen aus Kunststoff gibt. Die Journalisten reisen deshalb zum "SINTEF Research Institute" im norwegischen Trondheim, dessen Forscher unter anderem untersuchen, ob sich Netze aus biologisch abbaubaren Materialien einsetzen lassen.

Der Film von Werner Bertolan steht ab Freitag, 4. Juni 2021, 10 Uhr, in der ZDFmediathek zur Verfügung. Die Ausstrahlung folgt am 6. Juni 2021, 15.40 Uhr unter "Geisternetze - Gefahr vom Meeresgrund" im ZDF.

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