Ihr Schicksal hat sie verbunden

Lady Diana und Grace Kelly: Doku enthüllt innige Freundschaft

22.08.2023 um 10:18 Uhr

Zwei Frauen, ein Schicksal: Eine TV-Doku enthüllt die heimliche Freundschaft von Großbritanniens Kronprinzessin Lady Diana und Monacos Fürstin Gracia Patricia.

Ein Artikel von Mike Powelz.

Sie waren als Kinder unerwünscht und verliebten sich als junge Frauen in Fürsten oder Prinzen. Sie verhalfen überalterten Königshäusern zu neuem Glanz und wurden auf Schritt und Tritt von Blitzlichtgewitter begleitet. Sie begeisterten als Stilikonen – und starben schließlich bei tragischen Autounfällen. Die Parallelen zwischen Fürstin Gracia Patricia von Monaco (1929 –1982) und Lady Diana (1961 – 1997) sind erstaunlich.

Dass sich die „Königinnen der Herzen“ darüber hinaus auch seelenverwandt fühlten und eine innige, kurze Freundschaft pflegten, wissen wenige. Diese Verbindung, die nur knapp zwei Jahre dauerte, wird nun beleuchtet in einer Dokumentation. Sie basiert auf dem 2022 erschienenen Buch „Grace Kelly und Diana Spencer: Zwei Frauen. Zwei Leben. Ein Schicksal“ des Autors Thilo Wydra. Seine Recherchen illustriert die ZDF-Redakteurin Anne Kauth mit teils noch nie gezeigten Filmaufnahmen.

Die Zarte und die Erfahrene

1981 begegneten sich Gracia Patricia und Diana Spencer erstmals in London bei einer Lesung der Fürstin. Damals, so Kauth, habe Monacos erfahrene Regentin sofort bemerkt, dass die blutjunge Diana, die ihren ersten öffentlichen Auftritt als Charles’ Verlobte meistern musste, sichtbar eingeschüchtert war. Die Reaktion der Monegassin? Sie entführte die 19-jährige Britin in einen Powder Room, also auf die Damentoilette, und gab ihr Ratschläge – unter vier Augen, von Frau zu Frau. Als Diana ihr gestand, sie fühle sich komplett überfordert, antwortete Grace mütterlich: „Das wird noch viel schlimmer, meine Liebe.“

Nur wenige Monate später trafen sich die beiden erneut: Im Juli 1981 lud Diana Gracia zu einem Tennisspiel nach Wimbledon ein. Bei Dianas „Märchenhochzeit“ am 29. Juli 1981 wurde die Wagenkolonne auf ihren expliziten Wunsch von Monacos Fürstin angeführt. Zudem schrieben sich die beiden Frauen Briefe, berichteten einander von Freud und Leid. Was war aus Sicht von Anne Kauth das Besondere an dieser Freundschaft? Die Doku-Macherin erläutert im Gespräch: „Für Diana war Grace in vielen Dingen Vorbild – beispielsweise weil diese sie ermutigte, sich vom Protokoll und den palastinternen Regularien nicht die Kinder wegnehmen zu lassen, sondern die Erziehung selbst in die Hand zu nehmen.“ Diana habe der Fürstin, so Anne Kauth weiter, sogar Eheprobleme gestanden.

Zwei Seelenverwandte

„Im Leben der beiden Frauen sind erstaunliche Ähnlichkeiten zu erkennen“, erklärt die ZDF-Redakteurin. „Beide litten extrem unter dem ‚goldenen Käfig‘, den der Palast für sie darstellte. Beide verschrieben sich der Wohltätigkeit. Beide eroberten die Herzen der Menschen und modernisierten die Paläste. Das Königshaus Großbritanniens und das Fürstenhaus in Monaco wären heute nicht so, wie sie sind, wenn es Grace und Diana nicht gegeben hätte. Erst die inneren Kämpfe der Frauen mit den Palastregularien haben es ihren Nachkommen ermöglicht, sich viel freier zu bewegen. Sie rückten die Königshäuser näher ans Volk.“ Kauths Doku illustriert diese Seelenverwandtschaft eindrucksvoll: eine Hommage an zwei Ikonen, die außergewöhnlich lebten, oft litten – und viel zu früh starben.

Am 22. August läuft „Lady Diana und Grace Kelly” um 20.15 Uhr im ZDF.

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