Reportage: "Rabiat - In Gottes Namen"

Missbrauch in der Kirche: Schleppten Nonnen Kinder zu den Priestern?

10.05.2021 um 15:29 Uhr

Erschreckende Bilder und unfassbare Schilderungen! In der Reportage „Rabiat – In Gottes Namen“ stellen Journalisten die Frage, wann die Kirche beim Thema „Missbrauch“ endlich reinen Tisch macht. In der Ankündigung heißt es: „Rabiat-Reporter Dennis Leiffels geht einigen Vorwürfen nach und spricht mit einem Missbrauchsopfer, das von einem mutmaßlich von Priestern und Nonnen betriebenen Zuhälterring berichtet.“

Die Suche nach der Wahrheit

Er (Herr O.) sagt unter anderem, dass er als Heimkind in Speyer im Alter von sechs Jahren gezwungen worden sei, an Sexpartys mit Priestern und bedeutenden Politikern teilzunehmen, und dass die Nonnen die Heimkinder zu den Priestern gebracht und mitverdient hätten. In der Reportage sucht Journalist Dennis Leiffels in Kooperation mit dem Zeitungskollegen Stephan Alfter vom „Mannheimer Morgen“ nach Beweisen und spricht mit Betroffenen.  

Die beiden möchten wissen, welche Vorwürfe sich belegen lassen. Bei der Recherche bekommen sie auch Zugang zum Archiv des Bistums. Dennoch wächst zwischen Zweifeln und Hinweisen immer wieder der Frust: „Wir kommen hier einfach nicht weiter“, sagt Dennis Leiffels nach Tagen intensiver Nachforschungen. „Ich weiß es nicht. Mich macht die Recherche fertig“.

Dennis Leiffels und Stephan Alfter möchte unter anderem die Nonnen - „Die Schwestern vom Göttlichen Erlöser“ – befragen. Die sind sogar zu einem Gespräch mit den Reportern bereit. In einem Stuhlkreis fallen Aussagen wie: „Wir haben – so wahr ich hier sitze – nichts erlebt oder nicht erfahren. Es war eigentlich immer ein schönes Miteinander in dem Haus.“ Keine der Zeitzeuginnen erinnert sich an Vorfälle, wie sie die Journalisten schildern. Dennoch bekunden alle, dass sie an der Wahrheit interessiert sind. Die ist aber offensichtlich nicht so einfach zu finden.

Wo bleibt der Protest?

Weitere Fragen, die im Verlauf der Reportage aufkommen, sind laut Ankündigung: „Warum lassen die Gläubigen es zu, dass die hierarchisch geführte Institution ihren Glauben immer tiefer in den Dreck zieht? Wo bleibt da der Protest? Warum ist die Strafverfolgung so schwer und warum ist die Zeit auf Seiten der Täter?“

„Rabiat - In Gottes Namen“ läuft heute, 10.05.2021, 23.05 Uhr im ERSTEN. Die Reportage ist in der ARD-Mediathek abrufbar.

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