Ein Däne im Undercover-Einsatz

Die neuen „Tatort“-Kommissare aus Bremen: Was ist ihr Markenzeichen?

24.05.2021 um 14:29 Uhr

Jasna Fritzi Bauer, Luise Wolfram und Dar Salim müssen am Pfingstmontag ihren ersten gemeinsamen „Tatort“-Fall in Bremen lösen. Was ist das Markenzeichen der neuen Kommissare?

Ein Artikel von TV Digital Chefreporter Mike Powelz

Eine blutige Schlägerei, ein misshandelter Fußballer, eine heimliche Geburt – und dazu die nüchterne Stimme einer unbekannten Icherzählerin, die über Mord und Totschlag philosophiert. Der für TV-Krimis ungewöhnliche Einstieg des Bremer „Tatort“ (Pfingstmontag, 20.15 Uhr im Ersten) macht den Zuschauern unmissverständlich klar, dass mit dem Amtsantritt von drei neuen Ermittlern auch ein neues Kapitel beginnt, in dem nichts an die so lange vertrauten „Tatort“-Folgen mit Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) erinnert. 2019 quittierten die beiden nach 18 gemeinsamen Jahren den Dienst bei der Bremer Mordkommission – auf das Duo Postel und Mommsen folgt nun ein Trio.

Die Story des „Tatort“-Krimis „Neugeboren“

Kaum ist die nur 1,58 Meter große Polizistin Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer, „Rampensau“) zu ihrem ersten Arbeitstag in Bremen eingetroffen, ereignen sich zwei auf den ersten Blick nicht miteinander in Verbindung stehende Verbrechen. Ein Baby verschwindet aus einer Klinik, ein Drogendealer wird erstochen. Gemeinsam mit ihrem dänischen Kollegen Mads Andersen (Dar Salim, „Game of Thrones“) und der provokativen, in ihren Stimmungen stark schwankenden BKA-Ermittlerin Linda Selb (Luise Wolfram, „Charité“) übernimmt Liv diesen zweiten Fall – und deckt ein Gewaltverbrechen auf, das die Zuschauer erschüttert.

„Tatort“-Fans lernten das neue Trio bereits in der 2020 anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Krimireihe von Radio Bremen produzierten Mockumentary-Serie „How to Tatort“ kennen. Der Sechsteiler begleitete Jasna Fritzi Bauer, Dar Salim und Luise Wolfram bei deren fiktiver Teamfindung, Schießübungen inklusive.

Doch was ist das Markenzeichen der neuen „Tatort“-Kommissare?

Luise Wolfram, die bereits in fünf Folgen mit Postel und Mommsen als „Tatort“-Ermittlerin in der zweiten Reihe aktiv war, sagt im Gespräch mit TV DIGITAL: „Wir sind wie ein gleichschenkliges Dreieck, bei dem jeder die äußerste Spitze bedient – maximal entfernt voneinander, und drinnen sind die 180 Grad, die es zu bespielen gilt.“ Konkret heißt das: Während die von Wolfram dargestellte BKA-Ermittlerin Linda Selb tough und sensationslüstern ist und nicht einmal vor Diebstählen an Tatorten zurückschreckt, ist ihre Kollegin Liv eine Kämpferin für die Gerechtigkeit.

Zwischen den ungleichen Damen – die eine schlaksig und hochgewachsen, die andere klein und leicht untersetzt – agiert Dar Salim als Undercover-Agent, der vom dänischen Geheimdienst in Bremen stationiert wurde. Der „Game of Thrones“- Star zu TV DIGITAL: „Meine Figur Mads erscheint wie ein Chamäleon. Wenn er einen Verdächtigen verhört, ist er so empathisch, dass er sich komplett in sein Gegenüber hineinversetzt. Für ihn fühlt sich das an wie eine Droge: Er will alles verstehen! Ab diesem Zeitpunkt macht er so lange weiter, bis seine Ermittlungen fertig sind.“ Salim verrät, dass die „Eintrittskarte“ für seine Besetzung als neuer Ermittler die Rolle eines Gangsterbosses in der 2014 ausgestrahlten Bremer „Tatort“- Episode „Brüder“ war: „Die Figur des Hassan Nidal war der böseste Charakter, den ich jemals gespielt habe. Nidal kam super bei den Zuschauern an. Seitdem habe ich mehrmals pro Jahr Angebote aus Deutschland bekommen.“

Drei sind keiner zu viel im Bremer „Tatort“!

Aber was denken die neuen „Tatort“-Stars über den Spruch „Drei sind einer zu viel“? „Auf uns trifft das nicht zu“, erklärt Jasna Fritzi Bauer im Gespräch mit TV DIGITAL:

 „Liv, Selb und Mads bilden ein kleines Merkwürdigkeiten-Kabinett, und sie ergänzen sich ganz prima. Was einem von uns an Empathie fehlt, gleicht der andere sofort aus.“

Luise Wolfram fügt hinzu: „Theoretisch kann die Dreierkonstellation sogar ein Spannungsfeld für unsere Figuren sein, das wir bei den nächsten Krimis ausschöpfen.

Diese Grundkonstellation lädt dazu ein, dass einer von uns mal kurz das fünfte Rad am Wagen ist. Aber solange die Rolle des ‚fünften Rades‘ variiert und es jeder einmal ist, herrscht wieder Gleichberechtigung.“ Doch auch wenn die Figuren und ihr Verhältnis zueinander noch viel Entwicklungspotenzial bieten, ist die Premiere des neuen Bremer Teams absolut gelungen. Der Krimi überzeugt mit zwei ineinander verzahnten Verbrechen, einem hohen Spannungsniveau und obendrein mit authentischem Humor. Gerne mehr davon!

"Tatort: Neugeboren": Pfingstmontag, 24. Mai, 20.15 Uhr im Ersten

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