Katz und Maus

„Tatort“ aus Dresden: Mann mit Mausmaske entführt Kommissar Schnabel

20.11.2022 um 12:49 Uhr

Dieser Entführer mit Mausmaske hat jeden Sinn für die Realität verloren und stellt eine unerfüllbare Forderung: Er will, dass 150 in Sachsen entführte Kinder, die seiner Meinung nach in einem Dresdner Keller gefangen gehalten werden, innerhalb von vierundzwanzig Stunden befreit werden. Andernfalls will er seine Geisel, die Reporterin Brigitte Burkhard, töten.

Verschwörungsfantasien im Internet

Die Polizei sucht zwar nach dem Kinderversteck, von dem der Mann spricht, wird aber nicht fündig. Es gibt auch keinerlei Spuren in dieser Richtung. Weil das Team nicht weiterkommt, wendet sich Kriminalhauptkommissar Peter Michael Schnabel an die Öffentlichkeit. Am nächsten Tag wird auch er von der „Maus“ entführt“ und wird zur zweiten Geisel.

Regisseur Gregory Kirchhoff erklärt: „Wir erzählen die düstere Geschichte eines verzweifelten Vaters, der sich nach dem Verschwinden seiner Tochter von Lügen und unbegründeten Spekulationen treiben lässt, die im Internet verbreitet werden. Das Thema der Verschwörungsfantasien ist heute relevanter denn je. Es ist wichtig, dass die Menschen sich bewusst mit den Gefahren des Internets auseinandersetzen, und ich finde es gut, dass unser Film die dunklen, manipulierenden und sensationssüchtigen Aspekte der Sozialen Medien beleuchtet."

„Tatort“ basiert auf echtem Fall

Das Drehbuch ist nicht allein der Fantasie der Autoren entsprungen. Als Grundlage wurde ein Fall herangezogen, der sich so 2016 im Präsidentschaftswahlkampf in den USA abgespielt hat. Dort hieß es , dass in einer Pizzeria in Washington D.C. ein Kinderpornoring sein Quartier habe. Kandidatin Hillary Clinton sei Teil dieser Gruppe.

Drehbuchautor Jan Cronauer: „Die vermeintliche Verschwörung wurde in den sozialen Medien immer weiterverbreitet, bis im Dezember 2016 ein mit einem Gewehr bewaffneter Mann in die Pizzeria eingedrungen ist, um die angeblich dort festgehaltenen Kinder zu befreien. Und das hat bei uns den entscheidenden Gedanken für die Geschichte ins Rollen gebracht: Was, wenn ein Täter etwas verlangt, was man ihm schlichtweg nicht erfüllen kann, weil es einfach nicht existiert. Wir haben uns gedacht, dass es wahnsinnig schwierig sein müsste, sich mit so einem Menschen auseinanderzusetzen.“

„Tatort Dresden – Katz und Maus“ läuft heute, 20. November 2022, um 20.15 Uhr im Ersten.

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