Luzides Träumen zur Leistungssteigerung

Tatort aus München: Dreams – Ist Klarträumen wirklich so gefährlich?

07.11.2021 um 10:39 Uhr

Die Kommissare Leitmayr und Batic bekommen es heute mit einem äußerst merkwürdigen Fall zu tun. Es geht um das „Klarträumen“ zur Leistungssteigerung. Im Fall „Dreams“ ist es eine aufstrebende Geigerin, die diese Methode anwendet, um sich zu verbessern. Leider vermischen sich bei ihr inzwischen Traumwelt und Realität. Sie legt bei der Mordkommission freiwillig eine Art Geständnis ab, weiß allerdings nicht, ob sie ihre verschwundene Orchester-Freundin wirklich getötet hat, oder ob sie die Tat nur geträumt hat.

Träumen für den Erfolg

Da stellt sich den Zuschauern und Zuschauerinnen doch die Frage: Gibt es luzides Träumen wirklich und wie gefährlich kann das werden? Das Drehbuch-Duo Johanna Thalmann und Moritz Binder hat sich das ebenfalls gefragt: „Als wir das erste Mal davon gehört haben, lief uns ein kleiner Schauer über den Rücken: Luzides Träumen zur Leistungssteigerung? Dabei sind Träume doch das vielleicht letzte Mysterium des Menschseins. Eine private Tiefsee, die noch nicht restlos erkundet wurde. Und jetzt durchdringt unsere Leistungsgesellschaft auch diesen intimen Privatraum?“, erzählen sie im Interview.

Die beiden recherchierten in diese Richtung weiter und fanden einige Anwendungsbereiche für das Klarträumen: „Unsere Recherche zum Thema Luzides Träumen hat ergeben, dass es tatsächlich im Sport als Trainingstool verwendet wird. Dadurch, dass Sportler*innen die Bewegungsabläufe bewusst im Traum üben, verbessert sich nachweislich ihre Leistung. Musiker*innen üben weniger die Fingerfertigkeit, sondern suchen im luziden Traum nach einem neuen Level an Virtuosität.“

Wie gefährlich ist das?

Für eine möglichst realistische Darstellung hat das Drehbuch-Team unter anderem mit Dr. Brigitte Holzinger gesprochen, die in diesem Bereich forscht und das Buch "Der luzide Traum: Forschung und Praxis" veröffentlicht hat. Hier kam auch zur Sprache, ob es passieren kann, dass man durch exzessives Klarträumen irgendwann Realität und Traum verwechselt.

Johanna Thalmann und Moritz Binder wissen zu berichten: „Es ist durchaus so, dass der luzide Traum, der an sich ja positive Effekte auf die Psyche hat, bei exzessiver und nicht therapeutischer Nutzung zu dissoziativen Zuständen führen kann. Der Tatort ist natürlich eine Geschichte, die Charaktere frei erfunden. Aber in der Theorie könnte es so passiert sein.“

Der „Tatort aus München – Dreams“ läuft heute, 7. November 2021 um 20.15 Uhr im ERSTEN.

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