Die Luft, die wir atmen

Unfreiwillige Übernachtung im Altersheim - Chance oder Katastrophe?

24.11.2021 um 10:05 Uhr

Im Drama „Die Luft, die wir atmen“ bleiben mehrere Gäste über Nacht in einem Altersheim stecken, weil es Blitzeis gegeben hat und sie nicht abreisen können. Zwangsläufig müssen sich alle nun intensiver mit ihren Angehörigen, mit ihren Wünschen und Absichten auseinandersetzen, denn niemand kann aus der Situation flüchten. Die unfreiwillige Übernachtung entpuppt sich dabei aber auch als Chance, Konflikte zu lösen, in unerwarteten Begegnungen Trost zu finden und Beziehungen wieder aufleben zu lassen.

„Dieser Film ist ganz sicher keine Dokumentation über den Zustand in deutschen Alten- und Pflegeheimen. Aber vielleicht ist er auch gar nicht so fern von der Realität, wie man sie ja sicher sehr unterschiedlich wahrnehmen kann“, so Regisseur Martin Enlen.

Blick hinter die Kulissen

Der Sender gewährt in einer Mitteilung einen Einblick hinter die Kulissen. Er verrät beispielsweise, dass das fiktive Altersheim eigentlich eine Jugendherberge ist. Der Drehbeginn im Taunus musste wegen kurzfristigem Schneechaos am Feldberg verschoben werden, aber während des gesamten Drehs war man anschließend gezwungen, Eis und Graupel künstlich herzustellen.

„Die Luft, die wir atmen“ ist außerdem die erste klimafreundliche Filmproduktion des Hessischen Rundfunks – mit Ökostrom und Fahrrädern am Set, LED-Scheinwerfern, Bio-Kosmetik in der Maske und Requisiten vom Flohmarkt. 

Was passiert in „Die Luft, die wir atmen“?

Ein Altersheim im Frankfurter Umland: Während Florist Klaus seine an Parkinson erkrankte Frau Sylvia überreden möchte, wieder in ihr gemeinsames Heim zurückzuziehen, will Alisa ihren dementen Vater Martin endlich davon überzeugen, ihr eine Vollmacht für sein Konto auszustellen. Lana wiederum wurde von ihrem Bruder Jürgen herbeigerufen: Er sitzt bereits seit letzter Nacht am Sterbebett der gemeinsamen Mutter und kann nicht loslassen.

Tiefe Gefühle am Sterbebett

Unterdessen sind Heimleiterin Sina und ihr Team, angeführt von der erfahrenen Pflegerin Martina, mit dem Alltag des Altersheims ausgelastet: Besonders tief beschäftigt sie der Todesfall einer Bewohnerin, deren Tochter Marianna ihren Besuch für diesen Tag angekündigt hatte und verspätet eintrifft.

Regisseur Martin Enlen: „Ob es diesen Umgang mit dem Tod wirklich genauso in der Realität der Alten- und Pflegeheime gibt, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Er entspricht aber ganz sicher dem, wie ich es mir wünschen würde, und auch dem, was wir mit diesem Film erzählen wollen. Ich bin sehr sicher, dass so manche Pflegekraft sich auch schon allein, in der Stille eines Raumes, von dem Menschen verabschiedet hat, den er und sie während der letzten Tage und Wochen begleitet hat.“

„Die Luft, die wir atmen“ läuft heute, 24.11.2021 um 20.15 Uhr im ERSTEN. Der Film ist nach der Ausstrahlung drei Monate lang in der ARD-Mediathek abrufbar.

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