Rundfunkbeitrag-Verweigerer sitzt seit Februar im Knast

WDR: Telefon-Terror live im TV wegen „GEZ-Rebell“

17.06.2021 um 11:56 Uhr

Beim WDR gab es erneut einen Protestanruf während einer Live-Sendung, in dem auf den als „GEZ-Rebellen“ bekannten Rundfunkbeitrag-Verweigerer Georg Thiel aufmerksam gemacht wurde.

Der Anrufer gab sich als Hans-Georg Thielmeier aus Borken aus und landete in der "Hier und heute"-Nachmittagssendung des WDR mit Moderatorin Miriam Lange. "Hashtag Free Georg Thiel! WDR, es reicht. Entlassen Sie Georg Thiel", rief er, nachdem er vorgegeben hatte, es gehe ihm bei der Hitze nicht so gut und Lange sich ahnungslos erkundigte, was denn genau das Problem sei. Die 41-jährige Moderatorin war etwas überfordert von der Situation und erklärte dann schlicht: "Ich erfahre gerade aus der Regie, Hans-Georg hat aufgelegt". 

Bereits vor wenigen Tagen sorgte ein Anrufer in der Telefon-Talk-Sendung "​Domian live" mit Jürgen Domian für Schlagzeilen. In der Live-Sendung, die nach einer längeren Pause seit dem 9. April wieder im WDR zu sehen ist, schaffte es ein gewisser Tobias in die Leitung, der angab, mit Jürgen Domian über Kardinal Marx sprechen zu wollen. Doch das war nur ein Vorwand: "Ich hoffe, dass ich das Gespräch bis zum Ende führen darf", begann der TV-Anrufer das Gespräch und erklärte dann: "Ich würde gerne über Georg Thiel sprechen."

WDR sah sich zu einer Stellungnahme genötigt

Nachdem der Anrufer bei Domian rausflog, sah sich der WDR zu einer Stellungnahme genötigt: "Es gab und gibt keine Vorgaben seitens des WDR, und natürlich ist es möglich, in der Sendung über den Rundfunkbeitrag beziehungsweise Zahlung oder Nicht-Zahlung des Beitrags zu diskutieren", hieß es nach einem kritischen Bericht von BILD zu dem Vorfall.

Bei Georg Thiel handelt es sich um einen 53-Jährigen aus Borken, der seit Februar im Gefängnis sitzt und als „GEZ-Rebell“ bekannt wurde, weil er über Jahre hinweg keinen Rundfunkbeitrag zahlte. Seine Schulden sollen sich auf mehr als 1.800 Euro belaufen. Der Mann hätte seinen Knastaufenthalt wohl verhindern können, wenn er seine Vermögensverhältnisse offengelegt hätte, berichtete kürzlich das Medienmagazin "Übermedien". Die Verhältnismäßigkeit der Haftstrafe soll von drei Gerichten bestätigt worden sein.

Auf den zweiten „Telefon-Streich“ hat der WDR bisher nicht reagiert. Doch bei Live-Sendungen wird man in Zukunft wohl sehr genau nachfragen, wer da in der Leitung hängt. ‚Sind sie einverstanden mit dem Rundfunkbeitrag?‘, wäre doch eine gute Frage zur Begrüßung – bevor der Anrufer live geschaltet wird.

 

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