„Höllental“: Schaurige True-Crime-Serie über den Mord an einer Neunjährigen

Die sechsteilige ZDF-Doku „Höllental“ beleuchtet im Stil des Netflix-Formats „Making a Murderer“ den Mord an der neunjährigen Peggy Knobloch aus unterschiedlichsten Perspektiven.

Die Filmemacherin Marie Wilke rollt das rätselhafte Verbrechen, das zu Deutschlands bekanntesten Kriminalfällen zählt, 19 Jahre nach Peggys Verschwinden noch einmal neu auf. Ihre sechsteilige, erzählerisch angelegte True-Crime-Serie „Höllental“ wurde an Originalschauplätzen gedreht und arbeitet mit Einblendungen von Vermisstenplakaten und Verdächtigen, historischen Aufnahmen von Pressekonferenzen und Suchaktionen – sowie immer wieder mit fesselnden Kameraperspektiven, die etwa Peggys Heimweg aus der Sicht des kleinen Mädchens oder die Suche der verzweifelten Mutter im düsteren nächtlichen Lichtenberg zeigen.

ZDF-Doku im Stil von  "Making a Murderer"

Es sind eindringliche Bilder, die Wilke eingefangen hat. Mal fokussieren sie den Blick des Zuschauers für Sekunden auf den Kaugummiautomaten, den Peggy kurz vor ihrem Verschwinden passiert haben muss. Ein anderes Mal fast quälend lang auf das blaue Wohnhaus oder die Treppe zum Kinderzimmer. „Höllental ist die erste deutsche TrueCrime-Serie, die wie ‚Making a Murderer‘ oder ‚The Jinx‘ einen berühmten Mordfall in allen Details und mit einem hohen Anspruch an die filmische Bildgestaltung erzählt. Durch Netflix wurde dieses Genre berühmt“, erklärt Marie Wilke im Gespräch mit TV-DIGITAL-Reporter Mike Powelz. Der Aufwand war enorm: Die Filmemacherin recherchierte jahrelang und überzeugte viele Interviewpartner, vor die Kamera zu treten: „Ich musste viel Vertrauen aufbauen. Teilweise hat es über ein Jahr gedauert, bis Personen zu Interviews bereit waren.“

 

Ein Pilzsammler hatte am 2.7.2016 in Rodacherbrunn (Thüringen) einen Kinderschädel gefunden – den Schädel der erst neunjährigen Peggy Knobloch, die seit dem 7.5.2001 vermisst wurde. Ihr Mörder wurde nie gefunden. Oder saß er zwischenzeitlich hinter Gittern und wurde wieder freigelassen? Wie konnte das blonde Mädchen mit den strahlend blauen Augen und der Diddl-Maus am Schulranzen am helllichten Tag auf dem Marktplatz der Kleinstadt Lichtenberg verschwinden? Und warum wurden DNA-Spuren des Terroristen Uwe Böhnhardt am Fundort von Peggys Skelett gefunden, obwohl er nichts mit dem Mord zu tun hatte? Fragen, auf die es bis heute keine Antworten gibt.

„Ich hoffe, dass man den Täter findet. Das ist immer noch möglich, wenn zum Beispiel jemand unsere Serie sieht und sich an eine Beobachtung erinnert, der er damals keine Bedeutung beigemessen hat“, so Marie Wilkes große Hoffnung.

„Höllental“: Ab Fr, 8. Januar, 23.15 Uhr im ZDF und in der ZDF-Mediathek

Veröffentlich am 08.01.2021