Regisseur Kubrick wollte nicht nach Vietnam

Full Metal Jacket: Englisches Gaswerk statt Vietnam

04.02.2021 um 16:45 Uhr

"Full Metal Jacket" zeigt das Grauen des Vietnam-Kriegs. Der Anti-Kriegsfilm spielt in einem Ausbildungslager der US-Marines, der zweite Teil in Vietnam. Gedreht wurde allerdings fast ausschließlich in London und der Nähe von Cambridge. Regisseur Stanley Kubrick wollte nicht nach Vietnam und bestellte Palmen in Spanien, Gestrüpp aus Taiwan und ein Sprengteam in ein altes Gaswerk.

Die kuriose Entstehung von "Full Metal Jacket"

"Full Metal Jacket" lief in Deutschland im Oktober 1987 in den Kinos an. Gedreht wurde allerdings nicht in Vietnam, sondern in London und der Nähe von Camebridge. "Für Kubrick kam es ja überhaupt nicht in Frage, nach Vietnam zu gehen. Er wollte zu Hause bleiben. Wir haben 50 Palmen gekauft in Spanien. Wir haben auch kleines unechtes Gestrüpp gekauft. Aus Taiwan", erinnert sich Jan Harlan, Schwager und ausführender Produzent von Kubrick laut deutschlandfunk.de ("Eine Lange Nacht über Stanley Kubrick").

Die erste Hälfte des Films dreht sich um die Ausbildung der US-Marines wurde aber ebenfalls in England gedreht. Auf einem ehemaligen Stützpunkt der British Army "Bassingbourn Barracks" in Cambridgeshire etwa 17 Kilometer südwestlich von Cambridge.

Sprengstoffteam bearbeitet altes Gaswerk in London

Für den zweiten Teil musste der Drehort speziellen Anforderungen genügen. Dargestellt werden sollten die vietnamesischen Städte Da Nang und Hue, die durch die sogenannte Tet-Offensive große Zerstörungen erlitten. Kubrick fand ein altes Gaswerk im Osten Londons, in Beckton und ließ dieses mit großer Sprengkraft umgestalten.

Jan Harlan erinnert sich: Das Gaswerk "wurde längst nicht mehr benutzt. Wir durften auch die Gebäude sprengen und das alles verändern. Die wollten das sowieso alles loswerden. Das war einmal eines der größten Kohle-Gaswerke Europas. Mit 2000 Arbeitern“.  

Kubrick selbst beschrieb die Präparation des Drehorts laut Washington Post wie folgt: "Wir haben ein Abrissteam für eine Woche dorthin geschickt, die haben Gebäude in die Luft gesprengt und der Art Direktor hat sechs Wochen dort verbracht mit einem Typen mit einer Abrissbirne und Kette, um Löcher in die Ecken von Dingen zu machen, interessante Ruinen herzustellen, welche du mit keinem Geld der Welt hättest bauen können".

Familienmensch Kubrick brauchte sein Umfeld

Kubrick fand in London und Umgebung alles, was seine Filme brauchten. Außerdem war er ein "Familienmann. Ging nicht gerne weg. Hatte die drei Töchter. Viele Hunde und Katzen. Das war sein tägliches Umfeld", so Jan Harlan. So erklärt sich auch, dass "Full Metal Jacket" weder auf einer US Army Base gedreht wurde, noch in Vietnam.

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