Netflix will Disney+ bei Superhelden Paroli bitten

„Jupiter’s Legacy“: DAS sind die neuen Netflix-Superhelden

05.05.2021 um 19:17 Uhr

Mit der neuen Comicsaga „Jupiter’s Legacy“ (ab 7. Mai) will Netflix die Konkurrenz von Disney+ angreifen.

Ein Artikel von TV DIGITAL Reporter Dirk Oetjen

Superhelden-Eltern haben es auch nicht leicht! Sohn Brandon hat Chaos angerichtet: Ein Zugriff auf eine Schurkin während eines Geldtransporter-Überfalls war eine Nummer zu groß für ihn und ist mächtig außer Kontrolle geraten. Ob er wirklich einmal in die Fußstapfen seines Vaters Sheldon Sampson treten kann? Schließlich ist dieser unter dem Namen The Utopian seit 90 Jahren der größte Held des Planeten und Anführer der Union of Justice. Diese Organisation wurde in den 1930ern von den sechs ersten Superhelden der Welt gegründet.

Anspielungen auf „Star Wars“ und „Spider Man“

Die Hoffnung auf Tochter Chloe, die als Model arbeitet und sich allzu oft im Rausch von Alkohol und anderen Drogen verliert, hat Sheldon schon fast aufgegeben. Er versteht ohnehin die Welt nicht mehr: Seine Ideale passen immer weniger mit der modernen und brutalen Realität, in der seine Familie lebt, zusammen. Und ein frei herumlaufender Klon seines Erzfeindes Blackstar gibt Rätsel auf. Woher kommt die Kopie des einst renommierten Wissenschaftlers, der im Hochsicherheitsgefängnis auf sein Gerichtsurteil wartet?

Amüsanterweise wird gleich zu Beginn der neuen Serie „Jupiter’s Legacy“ auf die „Star Wars“-Figur Yoda sowie das Spider-Man-Motto „Mit großer Macht kommt große Verantwortung“ angespielt – als wäre es ein Augenzwinkern ans geschulte Streamingpublikum. Denn schnell wird klar: Hier will Netflix dem Superhelden-Anbieter Disney+ Paroli bieten. Nach der Marvel-Übernahme durch Disney hatte Netflix 2019 sämtliche Serien eingestellt, die auf Marvel-Comics basieren. Um diese schmerzhafte Lücke zu füllen, wird seit 2019 mit der „Umbrella Academy“ über ein Septett mit Superkräften schon ein erster Hit produziert.

Jupiter’s Legacy ist eine Mischung aus Familiendrama und Fantasy-Action

 Mit „Jupiter’s Legacy“ und Josh Duhamel („Las Vegas“) in der Hauptrolle des Sheldon/ Utopian soll es jetzt genauso erfolgreich weitergehen: Die spannende Mischung aus Familiendrama und Fantasy-Action wurde von Steven S. DeKnight entwickelt, der 2015 für Netflix bereits „Daredevil“ als Serie umgesetzt hatte. Und sie basiert auf den Comics des äußerst populären Autors Mark Millar. Die Verfilmung seiner Buchreihe spannt einen epischen Erzählbogen, weil sie nicht nur vom Generationskonflikt in der Jetztzeit erzählt, sondern auch davon, wie die Union der ersten sechs Superhelden entstand.

Es ist die Zeit des Börsencrashs von 1929, der dramatische Folgen für Sheldon und seinen älteren Bruder Walt (Ben Daniels) hat, die mit ihrem Vater ein Stahlwerk in Chicago betreiben. „Meine neunjährige Tochter dachte, die Schauspieler seien 70 bis 80 Jahre alt, weil die Charaktere alt sind, wenn man sie das erste Mal sieht. In den Rückblenden fand sie erstaunlich, wie jung die Herren aussehen und meinte: ‚Das Make-up ist so cool!‘“, sagt Millar. Dabei hatten die Schauspieler vielmehr beim Dreh der in der Gegenwart spielenden Szenen mit Kunsthaar, Latex im Gesicht und Spandex unter den Superheldenanzügen zu kämpfen.

Mark Millar: Der Schotte ist der Starautor der Comicwelt

Millar ist ein großer Name in der Comicwelt: Er schuf mit „Civil War“ eines der meistverkauften Marvel-Specials, das als Vorlage für den Captain-America-Film von 2016 diente. Auch der Wolverine-Film „Logan“ (2017) ist eine Adaption eines seiner Comics, genau wie die Kinohits „Kick-Ass“, „Wanted“ und „Kingsman: The Secret Service“. Netflix-Zuschauer können sich auf weitere Hits von ihm freuen: Reed Hastings, der Chef des Streamingriesen, kaufte Millar und seiner Frau Lucy 2017 den kompletten Verlag Millarworld ab und plant weitere Film- und Serienprojekte.

„Jupiter’s Legacy“: Ab Freitag, 7. Mai bei Netflix